Handball-Oberliga Frauen „Wusste gar nicht, wen ich auswechseln soll“ – SG H2Ku Herrenberg brilliert

Von allen Positionen aus torgefährlich: Nicht nur Nadine Schäberle (am Ball) traf für die Kuties nach Belieben. Foto: Eibner/Andreas Ulmer

Da konnte einem der Gegner fast schon leidtun. Mehr als doppelt so viele Tore als der Kontrahent erzielten die Oberliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg bei ihrem nächsten Sieg.

Mit einem souveränen 45:20 gegen HB Kinzigtal haben die Oberliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg eindrucksvoll ihre Tabellenführung verteidigt. Gegen das Schlusslicht gerieten die zwei Punkte nie in Gefahr.

 

Manchmal haben Trainer ungewöhnliche Probleme. So bestand die größte Herausforderung für Heiko Fleisch in der Wahl seiner Wechsel. Und das hatte ganz allein positive Gründe. „Ich wusste eigentlich gar nicht, wen ich auswechseln sollte, damit jemand anderes spielen darf“, lachte der Coach.

Bei den Kuties der SG H2Ku Herrenberg sprühen alle nur so vor Spielfreude

Denn jede seiner Akteurinnen sprühte vor Spielfreude. Sein Gegenüber Patrick Pfeiffer flüchtete sich hingegen in Galgenhumor: „Ich gratuliere dem Gegner zu dem knappen Sieg.“ Tatsächlich musste der Gästecoach aber eingestehen, dass ihm die Niederlage sehr wehtut.

Dabei hatte er noch bis zum 6:4 die Hoffnung hegen können, dass seine Mannschaft eine jener Partien abruft, in denen sie wirklich nur knapp unterlegen war. Nur wenige Minuten später jedoch stand es bereits 12:4. Die Gastgeberinnen warfen sich wie schon in der Vorwoche den Frust von der bitteren Heimniederlage gegen Bargau/Bettringen von der Seele. Und so waren beim 20:8 zur Pause schon alle Messen gelesen.

Nach dem Seitenwechsel war es offensichtlich und auch verständlich, dass sich der Tabellenletzte zwar weiterhin mühte, jedoch nur noch darauf aus sein konnte, Schadensbegrenzung zu betreiben. Recht gelingen sollte das aber nicht.

Zunächst versuchten die Kinzigtalerinnen, die agile Sofia Brand mit einer kurzen Deckung auszuschalten. Das gelang zwar, dafür ergaben sich dadurch eben für deren Nebenfrauen umso größere Räume. Diese wurden vornehmlich durch Nadine Schäberle und Shana Stäudle sowie Stefanie Schoeneberg am Kreis weidlich genutzt.

Auch die kurze Deckung gegen Sofia Brand (am Ball) half den Kinzigtalerinnen (in Grau) nicht. Foto: Eibner/Andreas Ulmer

Als Fleisch dann eine Viertelstunde vor dem Ende Brand durch Sina Venth ersetzte, stand der Rivale immer noch vor dem Problem, dass alle Kuties Torgefahr ausstrahlten. Da auch die Herrenberger Abwehr bis auf kleine Nachlässigkeiten im zweiten Durchgang sattelfest auftrat, wuchs der Vorsprung kontinuierlich an.

Juliane Seidel erzielte beim 37:17 den ersten Vorsprung mit 20 Toren Unterschied, ehe Venth den 40. Treffer vier Zeigerumdrehungen vor dem Ende bejubelte. Fünf weitere sollten bis zum Endstand folgen.

Durch die gleichzeitigen Niederlagen von Böblingen/Sindelfingen und Bargau/Bettringen hat sich die Zahl der unmittelbaren Verfolger der SG auf zwei reduziert.

SG H2Ku Herrenberg: Harm, Göhlich, Istrati; Schoeneberg (7/davon 1 Siebenmeter), Schäberle (6), Kappus (2/1), Stäudle (5), Schmidt (1), Seidel (3), Schweizer (3), Venth (6), Brand (8), Schröder (1), Lide (3).

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