Nachdem Constantin Kost (re./mit Paul Schreiner) wegen einer Zeitstrafe vom Feld musste, drehte der TV Weilstetten die Partie. Foto: Andreas Gorr
Der ersatzgeschwächte SV Leonberg/Eltingen unterliegt dem Tabellendritten TV Weilstetten nach starker Leistung in der Schlussphase 31:35. Eine Zeitstrafe bringt die Entscheidung.
Henning Maak
08.03.2026 - 16:00 Uhr
Trainer Markus Stotz war trotz der Heimniederlage stolz auf seine Mannschaft. „Man heute nicht gesehen, dass die beiden Teams in der Tabelle ziemlich weit auseinanderliegen“, lobte der Coach den Auftritt seiner abstiegsbedrohten Mannschaft beim 31:35 (14:16) im Sportzentrum gegen den Tabellendritten.
Die Leistung der SV-Akteure ist umso höher einzuschätzen, wenn man die personelle Lage mit in Betracht zieht, mit der Markus Stotz umgehen musste: Neben den Verletzten waren auch Yannik Oral und Felix Wiederhöft nach einer Erkrankung unter der Woche angeschlagen, bissen aber auf die Zähne. Am Spieltag selbst fiel noch Torhüter Max Schneider krank aus, sodass Dennis Kellner reaktiviert wurde – und mit einer starken Leistung dazu beitrug, dass das tabellarisch ungleiche Duell lange offen blieb.
Torhüter Dennis Kellner reaktiviert
In der ersten Viertelstunde konnte sich keines der Teams entscheidend absetzen. Die Führung wechselte immer wieder, bis zum 8:8 gelang der anderen Mannschaft postwendend der Ausgleich. Dann gelang den Gastgebern fünf Minuten lang kein Treffer, sodass sich der TV Weilstetten mit 11:8 erstmals einen kleinen Vorsprung herauswerfen konnte. „Man hat gemerkt, dass der Gegner mit breiter Brust aufgespielt hat, nachdem er in der Woche zuvor den Tabellenzweiten HTV Meißenheim bezwungen hatte“, erklärte SV-Trainer Stotz.
Streifte sich wegen des Ausfalls von Max Schneider noch einmal das SV-Torwarttrikot über: der am vergangenen Saisonende zurückgetretene Dennis Kellner (li.) Foto: Andreas Gorr
Der SV Leonberg/Eltingen kam bis zur Pause auf zwei Treffer heran, lag aber nach 41 Minuten beim 17:22 sogar mit fünf Toren zurück. Grund dafür war unter anderem, dass Felix Wiederhöft und Christoph Hönig jeweils einen Siebenmeter vergaben und Hönig zudem eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte. In Unterzahl kamen die Leonberger zunächst auf 19:22 heran und schafften mit gar den 21:22-Anschluss, sodass sich Weilstettens Coach zu einer Auszeit gezwungen sah. „In dieser Phase haben wir uns gut ins Spiel zurückgebissen“, lobte Coach Stotz.
Die SV-Akteure ließen sich in der Folge nicht mehr abschütteln und schafften beim 27:27 (52.) den Ausgleich und eine Minute später durch den zehnten Treffer von Wiederhöft zum 28:27 die erste Führung seit dem 7:6. Dann aber sorgte eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Constantin Kost für die Vorentscheidung: Der TV Weilstetten, angeführt von Spielmacher und sechsfachen Torschützen Jan Bitzer, machte aus einem 28:29 mit vier Treffern in Folge ein 32:29.
Erfolgreichster Torschütze des SV Leonberg/Eltingen: Rechtsaußen Felix Wiederhöft Foto: Andreas Gorr
Yannik Oral brachte den SV in der dramatischen Schlussphase per Siebenmeter auf 31:33 heran, die Gastgeber schienen nach einer Zeitstrafe gegen den TV das Momentum auf ihre Seite ziehen zu können. Doch in Überzahl ließ Leonberg gute Möglichkeiten gegen den starken TVW-Schlussmann ungenutzt, und als Stotz entschied, in der Schlussminute eine offene Manndeckung zu spielen, nutzte der Gegner die Freiräume zu zwei weiteren Treffern zum 31:35-Endstand.
Kein Vorwurf an die Mannschaft
„Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, erklärte Markus Stotz. Der Trainer hob neben Felix Wiederhöft, der angeschlagen dennoch auf zehn Treffer kam, auch Paul Schreiner hervor, der mit sechs Toren nicht nur zweitbester Torschütze des SV war, sondern in wichtigen Phasen auch Verantwortung übernommen habe. „Die Partie am kommenden Samstag beim Schlusslicht TSV Altensteig wird Richtung weisend für uns“, richtete Stotz den Blick schnell nach vorne. SV Leonberg/Eltingen: Denk, Kellner; Wiederhöft (10/2), Schreiner (6), Oral (4/2), Salathe (3), Bolkart (3), Wanner (2), Hönig (1), Klatte (1), Fatnassi (1), Kost, Laib, Rentschler.