Handball – Oberliga Herbe Klatsche für die Köngener Frauen

Köngens zehnfache Torschützin Nora Allmendinger (am Ball) setzt sich gegen die HSG-Abwehr durch. Foto: Michael Treutner

Trotz Trainerwechsel präsentieren sich die Handballerinnen des TSV Köngen bei der 26:33-Niederlage im Oberliga-Duell gegen den HSG Bargau/Bettringen über weite Strecken desolat.

Von Kerstin Dannath

Neue Besen kehren gut, aber nicht immer auf Anhieb: Nach der überraschenden Entlassung von Trainerin Marion Radonic kassierten die Handballerinnen des TSV Köngen bei der Premiere von Interimstrainer Armin Dobler gegen den ambitionierten Oberliga-Aufsteiger HSG Bargau/Bettringen beim 26:33 (9:16) eine deftige Niederlage. Der neue Coach Dobler nahm die Pleite indes relativ gelassen: „Es geht eben nicht alles von heute auf morgen.“

 

Armin Dobler: „Das Potenzial, um in dieser Liga zu bestehen, ist da“

Gerade mal vier Einheiten hatte Dobler - der vor Jahren zwar schon mal federführend auf der Bank der Köngener Frauen saß, allerdings hat das Team inzwischen ein anderes Gesicht, um die Mannschaft auf das Spiel vorzubereiten. „Der Druck auf dem Team war sehr groß“, gab Dobler zu bedenken. Denn auch die Mannschaft hatte die Nachricht vom Trainerwechsel mehr oder weniger kalt erwischt. „Es gilt nun, die Unsicherheit aus den Köpfen rauszubekommen“, kündigte Dobler an. Er ist überzeugt, dass die derzeit auf dem viertletzten Platz rangierenden Köngenerinnen am Ende der Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden: „Das Potenzial, um in dieser Liga zu bestehen, ist da. Sonst hätte ich die Aufgabe auch nicht übernommen.“ Gewünscht für seine Premiere hätte er sich allerdings einen anderen Gegner: „Bargau/Bettringen ist zwar ein Aufsteiger, aber die HSG spielt einen richtig guten Handball und steht nicht umsonst auf dem 3. Tabellenplatz. Ich hätte zum Auftakt lieber ein Team aus der hinteren Tabellenregion gehabt.“

Tatsächlich hielten die Köngenerinnen in Abschnitt eins nur bis zum 4:4 (10.) einigermaßen mit. Danach nahm der Bargau/Bettringen-Express klug gesteuert von der drittligaerfahrenen Rückraumakteurin Anja Schwenk – mit 16 Toren war die ehemalige Göppingerin zudem am treffsichersten – Fahrt auf und legte bis zum 7:4 (14.) vor, ehe Dobler das erste Mal die grüne Karte warf. Allerdings ohne Erfolg: Wie schon zuvor machten sich die Köngenerinnen mit vielen technischen Fehlern selbst das Leben schwer, die Gäste nutzten das gnadenlos aus und zogen weiter Tor um Tor davon.

HSG-Keeperin Laura Waldenmaier gewinnt Torwartduell

Obendrein hatte die HSG in der ehemaligen Nellingerin Laura Waldenmaier im Torwartduell ganz klar die Nase vorne: Allein in Abschnitt eins kam die HSG-Keeperin auf acht Paraden, was den TSV-Frauen zusammen mit der robusten 5:1-Abwehrformation von Bargau/Bettringen zusätzlich den Zahn zog. „Unsere Abwehr stellt fast alle Gegnerinnen vor große Probleme“, resümierte HSG-Trainer Klaus Schwenk, der sich über den gelungenen Jahresauftakt freute: „So kann es natürlich weitergehen.“ Er räumte aber auch freimütig ein, dass man vor Saisonbeginn beim Aufsteiger nicht unbedingt damit gerechnet hatte, im vorderen Drittel mitspielen zu können: „Wir sind eigentlich ganz klar mit dem Ziel Klassenverbleib gestartet.“

Köngen hält Niveau nicht aufrecht

Nach einem Sieben-Tore-Rückstand zur Pause (9:16) probierte Dobler in Durchgang zwei einiges aus – allerdings kamen die Hausherrinnen nicht näher als bis auf vier Tore beim 16:17 (34.) heran. „Teilweise sind uns einige gute Aktionen gelungen“, lobte Dobler – gab aber auch fast im selben Atemzug zu, dass es die Mannschaft immer nur sehr kurz geschafft habe, das Niveau zu halten: „Das war immer nur ein Aufblitzen des echten Leistungsvermögens.“ Die HSG-Handballerinnen spielten weiter clever, nutzten die Köngener Unzulänglichkeiten und fuhren letztlich einen nie gefährdeten Auswärtserfolg ein.

Für Dobler und seine Köngerinnen steht bis zum kommenden Spiel am 24. Januar einiges an Arbeit an. „Das schnelle Spiel muss verbessert werden, ebenso wie die erste und zweite Welle, die passen überhaupt nicht“, sagte der Coach. Dazu steht viel Grundlagenarbeit an: „Wir werden versuchen, die technische Fehlerquote zu minimieren. Ich bin aber guter Dinge, dass wir das hinbekommen.“ Immerhin ein Wunsch geht für ihn dann in Erfüllung: Bei der Partie beim HB Kinzigtal empfängt das aktuelle Tabellenschlusslicht die Köngener Frauen.

TSV Köngen: Thoma, Hermann; Rehm (1), Kösling, Kiedaisch (4), Luxenhofer (4), Klingler (1), Spiridopoulou (2), Mitranic (2), Rapp, Lieb, Petsch (2), Allmendinger (10/6).

HSG Bargau/Bettringen: Waldenmaier, Linder; Stütz (1), Dammenmüller (1), Schwenk (16/5), Hartmann (2), Barthle (1), Emele (1), Krieg, Finja Fuchs (3), Riek (2), Wamsler (3), Malin Fuchs (1).

Schiedsrichter: Samuel Gaiser/Oliver Sudar (Bittenfeld).

Zuschauer: k. A.

Zeitstrafen: 6:4 Minuten – zwei Minuten für Kiedaisch, Klingler, Allmendinger (Köngen), Schwenk, Hartmann (Bargau/Bettringen).

Beste Spielerinnen: Allmendinger, Luxenhofer/Schwenk, Waldenmaier.

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