Jochen Masching wechselt von der Bank des TVR auf die der Berghandballer. Foto:
Der bisherige Handballcoach des TV Reichenbach Jochen Masching kehrt zur SG Hegensberg/Liebersbronn zurück und übernimmt den Oberligisten zur kommenden Saison.
Manche Entscheidungen reifen über Wochen, andere nehmen nach wenigen Gesprächen Gestalt an. Bei Jochen Masching war es wohl eine Mischung aus beidem. Der erfahrene Handballtrainer hatte im November vergangenen Jahres angekündigt, beim Verbandsligisten TV Reichenbach nach der Saison aufzuhören – und sich zugleich offengelassen, ob er im Handball kürzertritt oder bei einem reizvollen Angebot doch weitermacht. Nun steht fest: Masching macht weiter, übernimmt zur kommenden Saison den Trainerposten beim Oberligisten SG Hegensberg/Liebersbronn.
Jochen Masching zur SG Heli: „Alles passt unter einen Hut“
Als das Angebot der SG Heli reinflatterte, musste der 42-Jährige nicht allzu lange überlegen. Nach dem überraschenden Rücktritt von Veit Wager hatte Ex-Profi Manuel Späth die Berghandballer in den letzten drei Spielen der abgelaufenen Runde als Interimscoach betreut, parallel lief die Trainersuche. „Die Entscheidung kam dann nicht ganz aus dem Stegreif, da ich erst einmal die Bedingungen abklären musste und mich natürlich auch um berufliche sowie familiäre Dinge kümmern muss. Nach den Gesprächen war aber relativ schnell klar, dass das alles unter einen Hut passt“, sagt Masching.
Ex-Handballprofi Manuel Späth holt als Interimscoach bei der SG Heli drei Siege aus drei Spielen. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Am Ende sprachen mehrere Gründe dafür, den Trainerjob bei den Berghandballern zu übernehmen. „Ich bin mit einigen handelnden Personen im Verein vertraut. Da ich in Esslingen wohne, sind die Wege kürzer, meine Kinder spielen bei der SG Heli – und sportlich ist die Liga natürlich auch eine attraktive Sache“, erklärt Masching, der die Berghandballer bereits von 2015 bis 2019 trainierte und 2017 in die damalige Württembergliga – heute Oberliga – führte.
Abschied vom TVR Reichenbach mit Wehmut
Natürlich blickt der 42-Jährige auf seinen Abschied – nach vier Jahren in Reichenbach – auch mit einem weinenden Auge zurück, zumal der TVR noch immer auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger ist. „Es stand im Raum, ob ich vielleicht doch für eine Saison weitermache. Aber das wäre ein nicht optimaler Kompromiss gewesen, den ich gedanklich eigentlich schon abgehakt hatte“, sagt Masching und ergänzt: „Nach der langen gemeinsamen Zeit hat man sich irgendwie aneinander abgearbeitet – alle Spieler haben schon zehnmal dasselbe gehört, und ich habe mich schon zehnmal darüber aufgeregt, dass es trotzdem jemand anders macht als gedacht. Ich glaube, dass die Verantwortlichen in Reichenbach an einer sinnvollen Lösung dran sind.“
Unter Masching etablierten sich die Reichenbacher als Top-Team der Verbandsliga und schrammten stets knapp am Aufstieg vorbei. Unter anderem verpasste es der TVR in der Saison 2024/2025, die Aufstiegsspiele zur Oberliga gegen den TV Hardheim erfolgreich zu bestreiten. „Da mein Bruder Marcus der Abteilungsleiter ist, ist es schon mein Heimatverein und die Verbindungen sind tiefer gehend. Es waren vier schöne und erfolgreiche Jahre“, sagt Masching.
Jochen Masching bei der SG Heli – Wunschkandidat ohne Anlaufzeit
Bei der SG Heli freuen sich derweil alle Beteiligten darüber, dass Masching den Trainerposten übernimmt. Feuerwehrmann Späth hatte den Club zuvor mit drei Siegen aus den letzten drei Spielen zum Klassenverbleib geführt. „Masching war der Wunschkandidat, weil wir wussten, dass er in Reichenbach aufhört. Wir waren im Laufe der vergangenen Woche schnell im Gespräch und haben dann einen Knopf an die Sache gemacht“, erzählt Heli-Abteilungsleiterin Anna Lederle und fügt hinzu: „Er braucht bei uns keine Anlaufzeit und wir wissen von Anfang an, was wir an ihm haben. Auch die Spieler waren direkt von ihm überzeugt.“
SG Heli: Kader bleibt fast unverändert
Masching selbst weiß, was ihn bei den Berghandballern erwartet. „Ich denke, es war klar, dass die Saison nach dem Aufstieg holprig werden kann. Die Mannschaft ist stark genug, auch in der nächsten Saison in der Oberliga eine gute Rolle zu spielen“, sagt er. Das Grundgerüst ist gegeben, auch weil der Kader der SG Heli für die nächste Saison nahezu unverändert bleibt. Lediglich Routinier Lucas Schieche wird aus familiären Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen. Dafür rücken Nachwuchskräfte wie Tom Hughes oder Mika Funk nach. Bis die Vorbereitung auf die neue Runde startet, will sich Masching „auf jeden Fall noch ein paar alte Spiele der SG anschauen“. Grundsätzlich sei seine Spielphilosophie aber „nicht weit weg“ von der des Ex-Trainers Wager. Im Fokus stehen für ihn „eine stabile 6:0-Abwehr und eine strukturierte Offensive“.
Eines kann Masching allerdings ausschließen: dass er selbst noch einmal auf der Platte stehen wird – so wie er es in Reichenbach getan hat, als Not am Mann war. „Ich werde mich zwar fit halten. Aber mehr als ein paar Pässe im Training werde ich nicht werfen.“ Seine Qualitäten werden bei den Berghandballern schließlich vor allem an der Seitenlinie gebraucht.