Handball – Oberliga Köngens Frauen schwimmen im Derby die Felle davon
Die Oberliga-Handballerinnen des TSV Köngen kassieren im Derby gegen den TSV Denkendorf eine verdiente und deutliche 22:30-Niederlage.
Die Oberliga-Handballerinnen des TSV Köngen kassieren im Derby gegen den TSV Denkendorf eine verdiente und deutliche 22:30-Niederlage.
Überraschend deutliches Ergebnis in der Handball-Oberliga der Frauen: Der TSV Köngen unterlag im Derby dem TSV Denkendorf mit 22:30 (9:13) und Martin Schorr war nach der Schlusssirene ziemlich bedient: „Vor allem angesichts der Leistung im Angriff fehlen mir die Worte“, echauffierte sich der Köngener Co-Trainer. Der Knackpunkt für ihn: Gerade mal neun Treffer brachten die Köngenerinnen in Abschnitt eins zustande: „Das ist natürlich viel zu wenig“, kritisierte Schorr. Als viel zu viel empfand er dagegen die neun Tore Rückstand im Endergebnis gegen die weite Strecken sehr routiniert aufspielenden Denkendorferinnen: „Der Sieg geht schon in Ordnung und war verdient für Denkendorf.“ Unterm Strich sei er allerdings etwas zu hoch ausgefallen.
Bei den Köngenerinnen war indes von Anfang an der Wurm drin: Die Denkendorferinnen übernahmen durch einen Doppelschlag von Jule Riehs mit 2:0 (3.) die Führung – wenig später bekam Köngen einen Siebenmeter zugesprochen, Carolin Luxenhofer scheiterte zunächst an der Denkendorfer Torfrau Tamara Bürger, erwischte aber den Abpraller, den sie zum ersten Köngener Treffer verwandelte (4.). Bis zum 4:4 (7.) blieben die Gastgeberinnen dran, dann zog Denkendorf davon, während sich die Köngenerinnen ein ums andere Mal verzettelten und viele technische Fehler produzierten. Nach dem 4:7 (14.) hatte Trainerin Marion Radonic die Faxen dicke und warf entnervt ihre erste grüne Karte. Allerdings nutzte die deutliche Ansprache der ehemaligen Bundesliga-Kreisläuferin nicht viel – zwar schlichen sich in der Folge auch einige Unkonzentriertheiten ins Denkendorfer Spiel, Köngen verpasste es allerdings, das Momentum zu nutzen. Die Folge: Die Gäste bauten ihren Vorsprung bis zur Pause schon mal auf vier Treffer aus (13:9). „13 Gegentore in der ersten Hälfte zu bekommen ist in Ordnung, aber selbst nur neun Buden zu machen, ist einfach zu wenig“, ärgerte sich Schorr.
In Durchgang zwei erhöhte Denkendorf zunächst auf 19:12 (39.), verlor dann aber erneut ein bisschen den Faden. Ein Drei-Tore-Lauf brachte Köngen plötzlich auf 15:19 (46.) heran, dann zückte Gästetrainer Christoph Hönig folgerichtig die grüne Karte und brachte sein Team wieder in die Spur. Mit Erfolg: Köngen kam beim 20:24 (55.) noch mal bis auf vier Treffer heran, letztlich ließen sich die Denkendorferinnen die Butter aber nicht mehr vom Brot nehmen und legten nach dem Spielende das beliebte Derbysieger-Tänzchen aufs Parkett, während die Köngenerinnen mit hängenden Köpfen vom Spielfeld schlichen. „Über knapp 50 Minuten bin ich sehr zufrieden mit der Leistung“, lobte Hönig. Kampf und Einstellung hätten gestimmt, insofern ging der Sieg auch in der Höhe für ihn in Ordnung. Ein Sonderlob des Trainers verdiente sich die Defensive um Abwehrchefin Lorena Drücker: „22 Gegentore und nur zwei Zeitstrafen kassiert – arg viel besser kann man das in einem Handballspiel nicht lösen.“ Dank der robusten, aber fairen 6:0-Formation seien die Köngenerinnen ein ums andere Mal gezwungen gewesen, sich Würfe zu nehmen, von denen man besser die Finger lasse.
Davon profitierte letztlich auch Denkendorfs Torhüterin Bürger, der insgesamt 22 Paraden gelangen: „Genau da wollen wir hin“, erklärte Hönig. Er hob auch den besonderen Charakter eines Derbys hervor: „Die Mädels waren vor der Partie schon nervös. Das spielt im Kopf immer eine besondere Rolle. Da wird jeder Fehler doppelt bestraft – das haben wir sehr gut gemacht.“
TSV Köngen: Pott, Thoma; Zeller (4/2), Kiedaisch, Dobler (4), Luxenhofer (5/2), Spiridopoulou (1), Christensen, Mitranic (1), Gehring, Rapp (1), Lieb, Thomaser, Haendel, Petsch, Allmendinger (6).
TSV Denkendorf: Schoen, Bürger; Drücker, Hönig (8), Riehs (6/1), Krug (4/4), Luisa Rehkugler, Maier (2), Müller, Bartsch (4), Becker (1), Baskaya (3), Dannenberg (1), Marie Rehkugler (1), Pfeiffer.
Zuschauer: 200.
Schiedsrichter: Samuel Gaiser/Oliver Sudar (Bittenfeld).
Zeitstrafen: 8:4 Minuten – zwei Mal zwei Minuten für Allmendinger (Köngen), zwei Minuten für Christensen, Thomaser (beide Köngen), Riehs, Bartsch (beide Denkendorf).
Beste Spielerinnen: Riehs, Drücker, Hönig/Allmendinger.