Handball – Oberliga Steffen Rost ist wieder da

Steffen Rost soll die Deizisauer Mannschaft aus dem Tal führen. Foto: /Herbert Rudel

Das Vereins-Urgestein übernimmt das Traineramt beim Handball-Oberligisten TSV Deizisau bis zum Saisonende. Georgios Chatzigietim muss gehen.

Reporter: Sigor Paesler

So richtig gut lief es schon eine Weile nicht, der schwache Auftritt bei der 31:34-Niederlage gegen das Kellerteam SG Leonberg/Eltingen war dann zu viel: Handball-Oberligist TSV Deizisau hat sich von Trainer Georgios Chatzigietim getrennt. Bis zum Saisonende übernimmt ein alter Bekannter: Vereins-Urgestein Steffen Rost.

 

Nach seinem Abschied als Deizisauer Cheftrainer im Sommer 2011 hatte Rost angekündigt, die Männermannschaft des Clubs nicht mehr trainieren zu wollen. Aber der TSV ist sein Verein, er war viele Jahre lang einer der Leistungsträger des Regionalliga-Teams und nach seinem Abschied später vom SKV Unterensingen war er Jugendtrainer in Deizisau. Da hilft man, wenn man gebraucht wird. Und das ist jetzt der Fall. „Eigentlich mache ich so etwas nicht“, bestätigt Rost, „aber es gab ein paar Punkte, die mich haben verstehen lassen, dass der Verein den Schritt getan hat, und die mich haben umdenken lassen.“ In Daniel Kraaz und Stefan Haigis waren nach Aussage von TSV-Managementmitglied Arne Staiger zwei weitere Namen auf dem Zettel der Vereinsverantwortlichen gestanden.

„Überzeugung und Emotionen“ fehlen

13:15-Punkte und Platz neun sehen zwar nicht dramatisch aus. Aber der Vorletzte Leonberg/Eltingen hat nun gerade mal einen Pluspunkt weniger und die Tendenz zeigte nach unten. Staiger beobachtete schon nach der 25:28-Niederlage im Derby beim TSV Wolfschlugen Ende Oktober „einen gewissen Bruch“ im Spiel der Mannschaft, die im Sommer aus der Baden-Württemberg Oberliga abgestiegen war. Beim Auftritt gegen Leonberg/Eltingen haben ihm – und seinen Funktionärskollegen – „die Überzeugung und die Emotionen gefehlt“. Allzu viel möchte er Chatzigietim, der zu Saisonbeginn kam und noch einen Vertrag bis zum Ende der Spielzeit 2025/2026 besaß, nicht vorwerfen. So hätten immer wieder und gegen Leonberg/Eltingen im Speziellen wichtige Handballer gefehlt: „Aber es gab dann doch keine Weiterentwicklung der einzelnen Spieler. Er hat es nicht geschafft, die Verunsicherung herauszubekommen, neu zu begeistern und das Feuer aufrecht zu halten.“ Das soll nun Rost schaffen, am besten gleich bis zum Spiel an diesem Samstag (20 Uhr) beim Tabellenfünften SG Weinstadt. Und zwar „mit Fleiß, anständigem Training und viel Reden“, wie der Neue erklärt.

„Dass es mit Georgios nicht geklappt hat, müssen auch wir uns als Fehler eingestehen“, erklärt Staiger noch. Chatzigietim reagiert mit einer Mischung aus Enttäuschung und Verständnis auf seine Beurlaubung. „Es ist sehr schade, es hätte ein gutes Match sein können“, sagt er, „ich will meine Arbeit auch nicht schlecht reden lassen.“ Am Sonntagabend nach dem Spiel habe man ihm noch in Aussicht gestellt, weitermachen zu können: „Wenige Tage später sah das ganz anders aus. Das hat mich schon getroffen und ich muss es erst einmal sacken lassen, denn ich habe das mit sehr viel Leidenschaft gemacht.“ Andererseits bestehe bei ihm „kein völliges Unverständnis, ich kann die Perspektive des Vereins nachvollziehen – die sportliche Tendenz war keine gute“, sagt Chatzigietim, der generell die Kommunikation zwischen ihm und den Funktionären lobt: „Wir haben immer miteinander gesprochen und nach Lösungen gesucht.“ Die Lösung des Trainerwechsels fällten die Verantwortlichen dann ohne ihn.

Videoanalyse für den Nachfolger

Wie sehr er weiterhin daran interessiert ist, dass die Deizisauer Mannschaft aus dem Loch herauskommt, erkennt man auch daran, dass Chatzigietim seinem Nachfolger Rost die schon erstellte Videoanalyse vor dem Weinstadt-Spiel zur Verfügung stellte. „Die sind ziemlich gut“, sagt Staiger über die SG-Handballer, „als wir sie im September zuhause geschlagen haben, haben wir noch einen anderen Handball gespielt als zuletzt.“ Die Hoffnung auf Besserung schwingt in der Aussage mit. Rost verspricht: „Es ist auch für mich eine neue Situation. Wir werden unser Bestes geben.“

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