Paul Schreiner (re.) war mit sechs Treffern erfolgreichster Torschütze der Gastgeber bei der Niederlage gegen den TSV Schmiden. Foto: Andreas Gorr
In der Oberliga unterliegt der SV Leonberg/Eltingen dem Ligaprimus TSV Schmiden klar mit 28:38 – ein unnötiges Foul der Gäste an Yannik Oral sorgt kurz vor dem Ende für Unmut.
Henning Maak
22.02.2026 - 16:00 Uhr
Die erneute Überraschung ist ausgeblieben. Anders als im Hinspiel, als der SV Leonberg/Eltingen dem Klassenprimus mit 36:35 eine von nur zwei Saisonniederlagen beibrachte, rückte der TSV Schmiden im Rückspiel die Verhältnisse wieder zurecht und setzte sich im Leonberger Sportzentrum souverän mit 38:28 (17:15) durch.
Nur eine Halbzeit lang gelang es den Hausherren, auf Augenhöhe mit dem TSV zu agieren. Durch einen 7:3-Lauf acht Minuten nach der Pause setzte sich das Team aus dem Remstal vorentscheidend auf 24:18 ab und baute den Vorsprung bis zur Schlusssirene sukzessive aus. „Wir haben den Start in die zweite Halbzeit leider verschlafen“, bedauerte SV-Trainer Markus Stotz.
SV kann nominelle Überlegenheit nicht nutzen
Schon den letzten beiden Minuten vor der Pause deutete sich an, dass die Partie in Richtung der Gäste kippen könnte. Schmiden war nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Paul Feirabend in Unterzahl. Doch die SV-Akteure schafften es nicht, in Überzahl in aussichtsreiche Wurfpositionen zu kommen, sondern kassierten sogar zwei Treffer zum 15:17-Pausenstand.
Seltenes Bild: Der Leonberger Niklas Bolkart (Mi.) kommt frei am Kreis zum Wurf. Foto: Andreas Gorr
Bis dahin hatten die Gastgeber die Begegnung offen halten können. Der TSV Schmiden lag zwar meist mit ein oder zwei Toren vorne, doch nach einem 5:8-Rückstand (14.) stand Leonberg/Eltingen in der Abwehr noch kompakter. Rechtsaußen Felix Wiederhöft markierte aus dem Rückraum den 7:8-Anschlusstreffer, Kreisläufer David Klatte nutzte eine der wenigen Möglichkeiten zum Konter für die 9:8-Führung – es sollte die einzige im Spiel bleiben. Schmiden spielte mit hohem Tempo und hatte eine hohe Passgeschwindigkeit, sodass sich für Leonberg/Eltingen kaum einmal die Möglichkeit für einfache Tore bot.
Nach dem 18:24 und einer Auszeit gelang es den SV-Akteuren immerhin, den Rückstand nicht höher anwachsen zu lassen. Mit verantwortlich dafür waren die Torhüter Joshua Denk und Max Schneider, die zusammen zehn Würfe der Gäste parierten und der junge Paul Schreiner auf Rechtsaußen, der unerschrocken seine Möglichkeiten gegen die stabilen TSV-Abwehrspieler nutzte und mit sechs Treffern zum besten Torschützen beim SV Leonberg/Eltingen avancierte.
In der Schlussphase gingen den Gastgebern die Kräfte aus. Nach dem 25:30 (51.) durch Niklas Bolkart gelang sieben Minuten lang kein Treffer mehr – auch, weil Wiederhöft nach drei souverän verwandelten Siebenmetern den vierten Strafwurf an die Latte setzte. Beim 25:35 (56.) führte Schmiden sehr zur Freude des zahlreichen und lautstarken Anhangs erstmals zweistellig.
SV-Torhüter Max Schneider (Mi.) und sein Kollege Joshua Denk zeigten einige Paraden. Foto: Andreas Gorr
Wie ernst die Gäste die Begegnung nahmen, zeigte eine Szene aus der Schlusssekunde: Weil der TSV den Gastgebern nicht einmal das kleine Erfolgserlebnis des letzten Treffers der Partie gönnen wollte, versetzte Janis Weber beim Stand von 27:38 Yannik Oral im Wurf einen Stoß, sodass der SV-Rückraumakteur übel auf den Boden prallte. Die von den Schiedsrichtern gezückte Rote Karte gehörte zur Kategorie „völlig überflüssig“ und passte überhaupt nicht zu der ansonsten hart geführten, aber fairen Partie.
Kein Vorwurf von Trainer Markus Stotz
„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben Schmiden eine Halbzeit lang vor eine Aufgabe gestellt, mit der sie so wohl nicht gerechnet haben. Die Schwächephase nach der Pause und die fehlende Kraft am Ende haben den Ausschlag gegeben“, meinte Coach Stotz. Zähler gegen den Tabellenführer seien ohnehin Bonuspunkte gewesen. Wichtig sei es im Kampf um den Klassenverbleib, demnächst beim Tabellennachbarn Tus Schutterwald zu punkten. SV Leonberg/Eltingen: Denk, Schneider; Schreiner (6), Salathe (5), Oral (4), Klatte (4), Wiederhöft (4/3), Hönig (2), Bolkart (2), Laib (1), Binder, Wanner, Nilli, Kost, Fatnassi.