Handball Oberliga SV Leonberg/Eltingen feiert rauschendes Finale – mit Wehmut
Handball-Oberligist SV Leonberg/Eltingen beendet die Runde mit einem spannenden 27:22-Erfolg über H2Ku Herrenberg – samt etwas Wehmut bei der Abschiedsparty.
Handball-Oberligist SV Leonberg/Eltingen beendet die Runde mit einem spannenden 27:22-Erfolg über H2Ku Herrenberg – samt etwas Wehmut bei der Abschiedsparty.
Dominik Fischer war hin und hergerissen. „Es fühlt sich eigentlich an wie immer“, sagte der Kapitän des SV Leonberg/Eltingen, als er nach dem Schlusspfiff vor der Kabine der Handballer stand und die Partie mit den Teamkollegen Revue passieren ließ, „und doch ist es anders.“
Für Fischer war es ein Schlusspunkt, das 27:22 (15:12) des SV über H2Ku Herrenberg war das letzte Spiel seiner Karriere. Mit 35 Jahren ist Schluss. „Ich muss das erst sacken lassen“, sagte der Linksaußen, „aber es ist schön, mit einem Sieg vor stimmungsvoller Kulisse die Laufbahn zu beenden, besser als mit einer Niederlage oder einem Abstieg.“
Es war ein würdiger Karriereschluss, das lange hart umkämpfte 27:22 der Leonberger über H2Ku nicht nur für den Handballer Fischer, auch für Dennis Kellner, Philip Schückle und David Zimmermann, ein gelungener Abschied für die Abgänger Tobias Rühle und Nico Eusterholz sowie den scheidenden Co-Trainer Jakob Ulrich und Chefcoach Christian Auer – und ein knalliges Saisonfinale für den SV. „Was soll ich sagen? Einfach geil“, meinte Handball-Chef Matthias Groß.
Die Männer haben eine verkorkst begonnene Saison auf Platz sechs beendet und den Ligaverbleib unter Trainer Auer (ab Dezember) in beeindruckender Manier gesichert – in der Rückrundentabelle, so rechnete Statistik-Freund Auer vor, habe der SV mit 20:6 Punkten gar Rang eins belegt. „In der Rückrunde haben wir alle Heimspiele gewonnen“, betonte der 33-Jährige, „mit einem Sieg aus der Saison zu gehen, ist für alle top.“ Nicht nur das: Die SV-Frauen steigen als Vizemeister in die Oberliga auf, die Wildcats II machten am letzten Spieltag darüber hinaus den Aufstieg in die Landesliga klar.
Die Party im Leonberger Handball-Wohnzimmer war bunt, ungetrübt und dauerte am Sonntagabend mindestens so lange wie ein Spiel. „So wünscht man sich ein Saisonende“, sagte Matthias Groß, „ein bisschen Trennungsschmerz ist auch dabei – es sind tolle Typen, die jetzt gehen.“ Und die in den 60 Minuten zuvor noch einmal gezeigt haben, warum sie beim SV Leonberg/Eltingen alle in positiver Erinnerung bleiben.
Allen voran Dennis Kellner, der mit 31 Jahren nun Familie und Beruf über den Sport stellt. Der Torhüter war der Rückhalt, als die Herrenberger in Hälfte eins, vor allem aber um Minute 50 beim Stand von 23:21 drauf und dran waren, die Partie noch umzubiegen. „Wir hätten es nicht so spannend machen müssen“, sagte der Torhüter, der neben zahlreichen Paraden auch zwei Siebenmeter hielt. „Dennis war ein wichtiger Faktor für unseren Erfolg“, lobte Christian Auer.
Philip Schückle feierte einen ganz besonders standesgemäßen Ausstand. Der Co-Trainer, der wegen Personalnot wider der ursprünglichen Planung zu etlichen Einsätzen gekommen war, verabschiedete sich mit seinem letzten Wurf im Leonberger Trikot mit dem Tor zum 27:22-Endstand. Schückle wird Co-Trainer bei Vizemeister und Regionalliga-Aufsteiger SG Weinstadt.
Tobias Rühle belegte nicht nur beim wuchtigen Treffer zum 13:10, wie durchsetzungsstark er sein kann, David Zimmermann spielte auf der rechten Seite nicht nur einmal einen feinen Pas-de-deux mit Rechtsaußen Felix Wiederhöft und ging mehrfach dorthin, wo es ziemlich weh tut, Nico Eusterholz verewigte sich als Abschiedsgruß mit dem Tor zum 8:6 in der Torschützenliste des SV. Und Dominik Fischer holte sich zum Ausstand nach fünf Minuten eine letzte Gelbe Karte ab und veredelte sein Karrierefinale im gelben Dress ebenfalls mit einem Treffer. „Ich bin zufrieden mit der Leistung zum Abschluss“, sagte der Kapitän. Was will man mehr? SV Leonberg/Eltingen: Kellner; Wiederhöft (7/1), Hönig (6), Salathe (4), Oral (3/1), Schückle (3), Eusterholz (1), Fischer (1), Hönninger (1), Rühle (1), Cinnirella, Kutzner, Wanner, Zimmermann.