Handball Oberliga SV Leonberg/Eltingen jubelt nach aufreibendem Krimi

Der Leonberger Luis Hönninger (Mi.) auf dem Weg zum Tor: SG-Torhüter Jonas Weller stellt sich entgegen Daniel Grimm (li.) kann nur noch zuschauen. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der SV Leonberg/Eltingen feiert in der Oberliga einen wichtigen 29:28-Sieg über die SG BBM Bietigheim 2. Nach überlegener erster Hälfte steht der Erfolg bis zur Schlusssirene auf des Messers Schneide.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Der Jubel war laut, so laut wie wahrscheinlich selten zuvor in dieser Saison im Sportzentrum Leonberg: Die Oberliga-Handballer hatten mit etwas Glück und viel Geschick den Ein-Tore-Vorsprung ins Ziel gebracht und die zweite Garnitur des Bundesligisten SG BBM Bietigheim mit 29:28 (18:13) geschlagen.

 

Sieben Siege in den letzten acht Spielen, nun der Erfolg über den bisherigen Dritten – der SV belegt unter der Leitung von Trainer Christian Auer, dass er gut gewappnet ist im Kampf gegen den Abstieg. Denn die Liga hat es in sich in dieser Saison: Den TV Weilstetten, der auf dem ersten Abstiegsplatz steht, trennen nur sechs Punkte vom Dritten, der SG Weinstadt. Der SV Leonberg/Eltingen liegt dazwischen im Sandwich auf Platz neun mit drei Zählern nach oben wie nach unten. Das war ein wichtiger Sieg“, freute sich Handball-Abteilungsleiter Matthias Groß.

Es war ein Erfolg der auf des Messers Schneide stand. Acht Sekunden vor Schluss führten die Gastgeber vor 250 Fans 29:28, die Gäste waren in Ballbesitz – und der Bietigheimer Daniel Grimm stieg hoch zum Wurf aus dem Rückraum. Doch die Leonberger Verteidiger störten ihn entscheidend, der Wurf wurde zur Beute von Torhüter Dennis Kellner. Dann war nur noch kräftiger Jubel unter dem Anhang des Sportvereins.

Mut zum Risiko wird belohnt

Die Partie war zum Krimi geworden, weil die klare Überlegenheit der Hausherren im zweiten Durchgang nach und nach verloren gegangen war, was auch damit zu tun hatte, dass die Bietigheimer runderneuert aus der Kabine gekommen waren. „Das war nicht meine Mannschaft, die in der ersten Hälfte auf dem Feld stand“, sagte SG-Trainer Christian Heuberger. In der zweiten Hälfte schlossen die Bietigheimer die Fünf-Treffer-Lücke und gingen in der 49. Minuten mit 24:23 in Führung. Die Bastion Leonberg wankte, aber sie fiel nicht – der SV ging ins Risiko und bracht bei Ballbesitz sieben Feldspieler. „Unser Mut wurde belohnt“, meinte Auer. Bis zur Schlusssirene blieb es dramatisch.

Plötzlich spielt der Kopf nicht mehr mit

Warum das Team um Kapitän Dominik Fischer, das in Hälfte eins sowohl in der Offensive wie in der Defensive einen ungeheuer engagierten Auftritt hingelegt hatte, in den zweiten 30 Minuten die Dominanz einbüßte, darauf wusste Christian Auer nicht die eine und einzige Antwort. Es sah eine Ursache im mentalen Bereich. „Plötzlich haben die Jungs erkannt“, sagte der Coach, „dass sie etwas zu verlieren hatten. Und das hat sie wohl etwas gehemmt.“ Zum anderen steigerte sich die SG nach der Pause deutlich. „Wir hätten uns nicht beklagen können, wenn das Spiel unentschieden ausgegangen wäre“, sagte Christian Auer.

Der SV Leonberg/Eltingen reist nächsten Samstag zum TV Neuhausen/Erms, der Tabellenführer unterlag am Samstag beim abgeschlagenen Schlusslicht TV Oeffingen 28:29. Es sieht so aus, als müsste das Team von Auer durchs nächste Stahlbad gehen. SV Leonberg/Eltingen: Kellner, Schneider; Hönig (7/1), Wiederhöft (6/2), Oral (4), Salathe (4), Kutzner (3), Eusterholz (1), Fischer (1), Hönninger (1), Klatte (1), Wanner (1), Rühle, Zimmermann.

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