Handball Oberliga SV Leonberg/Eltingen riskiert alles – und verliert

Hartes Ringen am Kreis: Der Leonberger Christoph Hönig (Mi.) setzt sich kraftvoll durch – doch am Ende jubelt der TV Flein. Foto: Andreas Gorr

Zu viele Fehlwürfe kosten Handball-Oberligist SV Leonberg/Eltingen bei der 27:34-Niederlage beim TV Flein einen durchaus möglichen Erfolg. Noch ist der Klassenerhalt nicht in trockenen Tüchern.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Christian Auer war ernüchtert und enttäuscht. „Mit einem richtig guten Tag holen wir hier zwei Punkte“, sagte der Trainer des SV Leonberg/Eltingen nach der am Ende doch deutlichen 27:34(14:14)-Niederlage beim TV Flein vor 250 Zuschauern am Sonntagabend. „Aber wenn man in dieser Liga nicht 100 Prozent bringt, kannst du kein Spiel gewinnen“, bemerkte der SV-Coach.

 

Die Mannschaft um Kapitän Dominik Fischer war an diesem Abend nicht in der Lage, diese Volllast aufs Parkett zu bringen – vor allem nicht in der Offensive. Summa summarum 20 Fehlwürfe hatte sich der Leonberger Trainer notiert, und zu allem Überfluss waren die Schützen an der Siebenmeter-Linie auch nicht treffsicher genug.

Der sonst beim Strafwurf überzeugende Felix Wiederhöft scheiterte in der Anfangsphase gleich zweimal, auch Christoph Hönig und Yannik Oral warfen je eine Niete. „Vier Siebenmeter ausgelassen, das sind viel zu viele“, klagte Auer, der den Rechtsaußen aber in Schutz nahm: „Es gibt eben solche Tage, da trifft man nicht so sicher wie gewohnt.“

Dabei waren die Leonberger trotz einer suboptimalen Anfangsphase bis zur Pause noch kräftig bei der Musik, mit dem Gleichstand von 14:14 marschierten die Mannschaften in die Kabinen. Allerdings blieben die SV-Akteure gedanklich länger in der Pause als die üblichen 15 Minuten, der TV Flein zog in sieben Minuten auf 20:15 (38.) davon. Doch die Gäste waren noch nicht geschlagen, in der 43. Minute lag der SV nur noch 20:22 hinten – und der TV Flein verlor Felix Reichert per Roter Karte. Der stets gefährliche Kreisläufer stieß Yannik Oral in der Luft in den Rücken (43.). „Eine zwingende Disqualifikation“, bemerkte Christian Auer.

SV nutzt das Momentum nicht

Das hätte der Knackpunkt der Partie werden können. Da hätten die Leonberger das Momentum nutzen können – doch es verstrich. Näher als 24:25 (48.) kamen die Gäste nicht, dann verloren sie Abwehrchef Luis Hönninger nach drei Zwei-Minuten-Strafen. „Das hat uns auch sehr weh getan“, sagte Auer, der danach voll auf Risiko setzte und bei den Angriffen sieben Feldspieler aufs Parkett schickte. Der TV Flein verteidigte gut, und die mäßige Trefferquote tat ein Übrigen. Die Gastgeber setzten sich in den letzten zehn Minuten immer weiter ab. Das Sprichwort „wer wagt, gewinnt“ wurde in diesem Handball-Spiel deutlich widerlegt.

Damit ist der Klassenverbleib weiter in der Schwebe. „Mit einem Sieg wären wir sozusagen durch gewesen“, betonte der Chefcoach. So besteht weiter eine kleine Rest-Unsicherheit. Drei Spiele bleiben für die zwei Punkte, es geht noch gegen den TSV Schmiden am nächsten Samstag sowie gegen die HSG Langenau/Elchingen (25. April) und die SG H2Ku Herrenberg (4. Mai). SV Leonberg/Eltingen: Kellner, Schneider; Hönig (8/3), Oral (6), Wiederhöft (4), Eusterholz (2), Fischer (2), Hönninger (2), Salathe (2), Kutzner (1), Klatte, Laib, Rühle, Zimmermann.

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