Handball Oberliga SV Leonberg/Eltingen: Trainer Zoran Stavreski tritt zurück

Nachdenklich während der Partie gegen die SG Pforzheim/Eutingen 2: Zoran Stavreski hat nach dem Spiel seinen Trainerjob beim SV Leonberg/Eltingen niedergelegt. Foto: Andreas Gorr

Der erst im Sommer gekommene Trainer des Handball-Oberligisten SV Leonberg/Eltingen bringt Job und Posten nicht unter einen Hut. Hilft Ex-Coach Christian Auer aus?

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Paukenschlag am Sonntagvormittag bei den Handballern des SV Leonberg/Eltingen: Cheftrainer Zoran Stavreski informierte den Sportlichen Leiter Werner Neuffer und die Mannschaft des Oberligisten über seinen Rücktritt.

 

Einen Tag nach der 29:31-Niederlage des SV gegen die SG Pforzheim/Eutingen 2 zog der 47-Jährige, der zu Beginn der Saison als Chefcoach unter den Engelberg gekommen war, einen Schlussstrich für sein Engagement. „Es hat nichts mit dem Spiel vom Samstag zu tun“, betonte Stavreski, „der Zeitaufwand für mich ist einfach zu hoch.“

Bernhard Kutzner kämpfte am Kreis – ihm gelangen vier Tore. Foto: Andreas Gorr

Aufgrund seines Jobs in Frankfurt/Main war der neue Trainer montags regelmäßig abwesend, Kapitän Christoph Hönig leitete das Training. Wenn sich aber ein Meeting länger hinzog als erwartet oder andere Aufgaben Stavreski in Frankfurt banden, konnte es passieren, dass einzelne Trainingseinheiten sogar komplett ausfielen. „Das kann ich dem Verein und der Mannschaft gegenüber nicht vertreten“, sagte der Mann, der die europäische Mastercoach-Lizenz besitzt.

Stavreski bräuchte mehr Zeit für die Mannschaft

Die neu formierte Mannschaft benötigt aus Sicht von Stavreski eine intensivere Betreuung, als er sie leisten könne, „da das Team noch nicht richtig eingespielt und viel Integrationsarbeit nötig ist“. Zwar sei die „erste Sechs“ eingespielt, doch das sei eben nur ein Teil der Aufgabe. Eines unterstreicht Stavreski deutlich: „Das Engagement beim SV war kein Missverständnis!“

Kapitän Christoph Hönig wird zunächst das Training der Handballer leiten. Foto: Andreas Gorr

Für Werner Neuffer kam die Nachricht aus heiterem Himmel, während der letzten Wochen habe sich nichts angebahnt, bekennt er. Der Sportliche Leiter betont, dass es von Vereinsseite keinerlei Druck gegeben habe – die Komplikationen bei Stavreskis beruflicher Situation seien zwar klar gewesen, aber wohl unterschätzt worden.

Club sucht einen Nachfolger

Während Kapitän Hönig am Montag die nächste Einheit leiten wird, muss Neuffer eine Lösung für den Trainerposten suchen. Diese könnte ein alter Bekannter sein: Christian Auer. Der langjährige Spieler und Trainer des SV hatte das Team erst in der Vorsaison kurzfristig übernommen und zum Klassenerhalt geführt, danach sein Amt zugunsten seiner zweiten Vaterschaft niedergelegt.

Christian Auer (Mi.) bei seiner Verabschiedung im Mai im Leonberger Sportzentrum. Foto: Andreas Gorr

Nach dem Rücktritt seines Nachfolgers Stavreski steht sein Name ganz oben auf dem Wunschzettel, um die angespannte Situation zu beruhigen. „Alles andere würde mir auch niemand glauben“, meint Neuffer, der Auer möglichst schnell kontaktieren will. Er kann jedoch nicht abschätzen, ob er ihn wieder ins Amt zurücklocken kann.

Das Spiel am Samstag gegen Pforzheim/Eutingen 2 war eng und ausgeglichen, wenngleich die Gastgeber nach verschlafenem Start lange dem Rückstand nachliefen. In der vorletzten Minute hatte Yannik Oral mit einem Distanzwurf aufs leere Tor die Großchance zum Ausgleich, der vom heraneilenden Gästetorwart jedoch verhindert wurde. SV Leonberg/Eltingen: Denk, Stavreski - Wiederhöft (8/6), Laib (6), Kutzner (4), Oral (4), Hönig (2), Salathe (1), Schreiner (1), Strkalj (1), Wanner (1), Fatnassis (1), Bolkart, Hönninger, Klatte, Kost

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