Handball Oberliga Trendwende beim SV Leonberg/Eltingen
Handball-Oberligist SV Leonberg/Eltingen hat sich unter der Regie von Trainer Christian Auer gefangen – beim TSV Deizisau gibt es einen souveränen 34:31-Sieg.
Handball-Oberligist SV Leonberg/Eltingen hat sich unter der Regie von Trainer Christian Auer gefangen – beim TSV Deizisau gibt es einen souveränen 34:31-Sieg.
Wir kennen es von der deutschen Nationalmannschaft bei der Handball-Weltmeisterschaft – gegen Polen, die Schweiz und Tschechien gab es immer wieder erschreckende Tiefen im Laufe der 60 Minuten. Wichtig ist dabei nur: Bei der Schlusssirene muss die Mannschaft in Führung liegen, was dem Team von Bundestrainer Alfred Gislason bislang gelungen ist.
Ein paar Etagen tiefer hat es der SV Leonberg/Eltingen im Auswärtsspiel am Sonntagabend noch besser gemacht. Die Truppe von Chefcoach Christian Auer lag exakt ein einziges Mal zurück, und zwar nach 2:33 Minuten, als Gastgeber TSV Deizisau zum 1:0 getroffen hatte. Doch mit der 2:1-Führung durch Tormaschine Felix Wiederhöft (13 Treffer) nach etwas mehr als vier Minuten lag die Mannschaft von Kapitän Dominik Fischer stets in Front und holte sich Saisonerfolg Nummer sechs so überzeugend wie ein Golf-Profi einen Putt aus zehn Zentimetern im Loch versenkt.
„Wir haben super abgezockt gespielt“, freute sich Trainer Auer, „das einzige kleine Manko war: Hinten raus hätten wir den Sack schneller zumachen müssen.“ Es war das berühmte Haar in der Feinschmecker-Suppe, das der 33-Jährige damit gefunden hatte. Nun ist der Mann kein Testesser des Guide Michelin, doch es gehört zu den Aufgaben eines Trainers, in einem sportlichen Menü zu erkennen, wo noch nachgewürzt und wo der Geschmack abgerundet werden muss.
Was Christian Auer seit seinem Amtsantritt im November seinen Spieler inständig ans Herz gelegt hat: Sie müssen sich strikt an den Matchplan halten. „Das wurde gegen Deizisau vorbildlich umgesetzt, so wie ich es verlange“, sagte der Coach. Dazu zählen vor allem die schnellen Angriffe mit der ersten und zweiten Welle. In der ersten Viertelstunde hatten die Leonberger sechs Tempogegenstöße, die sie alle nutzten – und so den Grundstein zum Sieg zementierten. Nach 20 Minuten hatte der SV ein Fünf-Tore-Polster zwischen sich und die Gastgeber gebettet.
Auch die Abwehrleistung genügte den Ansprüchen, um den TSV auf Distanz zu halten. Wobei sich die Aufgabe etwas einfacher gestaltete, weil bei Deizisau die wichtigen Spieler Lars-Hendrik Crone und Peter Scheffold fehlten und Alexander Seibold wegen gerade überstandener Krankheit nur Kurzeinsätze absolvierte. Auch das Matchglück lag aufseiten der Leonberger, vom Torhüter abgewehrte Bälle landeten oft in den Händen eines SV-Akteurs. „Wir haben in den überwiegenden Aktionen die richtigen Entscheidungen getroffen“, wollte Auer die Präsentation seiner Equipe nicht schmälern – zum Lohn gab’s am Montag trainingsfrei.
Dem SV Leonberg/Eltingen ist nach dem Abschied von Trainer Oliver Cicione Mitte November unter der Regie von Christian Auer die Trendwende geglückt. Von den sechs Siegen fallen drei in die Zeit des Trainer-Rückkehrers, der insgesamt bei fünf Partien auf der Bank saß. Diese Erfolgsquote kann sich sehen lassen. Nach und nach greifen die neuen Automatismen und mit der Sichtbarkeit des Erfolges steigt bei jedem einzelnen Akteur das Selbstvertrauen sowie das Zutrauen in den jeweiligen Matchplan. „Das Konzept greift. Wichtig ist auch“, betonte Auer, „dass wir wieder den Spaß am Spiel zurückgewinnen.“
Der Erfolg in Deizisau hat sich zwar nicht in der Tabelle niedergeschlagen, da rangiert der SV weiterhin auf dem vorletzten Rang. Doch die zwei Punkte haben den Anschluss ans Mittelfeld hergestellt. Auf Rang sieben fehlt zur SG BBM Bietigheim 2 lediglich ein Pluspunkt, auf Rang fünf zur SG Weinstadt sind es auch nur vier Zähler. „Es wird auch wieder ein Rückschlag kommen“, sagte Christian Auer. Aber er muss ja nicht am nächsten Samstag (20 Uhr) im Heimspiel gegen den TV Weilstetten kommen. SV Leonberg/Eltingen: Kellner, Schneider; Wiederhöft (13/4), Oral (5), Salathe (4), Hönninger (3), Eusterholz (2), Fischer (2), Hönig (2), Klatte (2), Laib (1), Rühle, Zimmermann.