Als Cicione Mitte November nach nur drei Siegen aus den ersten neun Ligaspielen das Handtuch warf, sprang Schückle ein. Bei der Heimpartie gegen den TV Flein fungierte er als Interimscoach. Mit nur einem Tor Unterschied (28:29) ging die Partie unter seiner Leitung knapp verloren.
Nach der Verpflichtung von Trainer Christian Auer stand für Schückle eigentlich die Rückkehr auf den angestammten Co-Trainerposten an. Doch stattdessen lief er unerwartet beim Auswärtsspiel in Schmiden mit der Nummer 37 für den SV wieder auf.
„Ich hatte schon vor der Saison gesagt, dass ich – wenn Not am Mann oder Bedarf sein sollte – auch mal aushelfen kann“, erklärt Schückle die überraschende Rückkehr auf die Platte. Tatsächlich herrscht bei den Leonberger Handballern akuter Kreisläufer-Mange“, weil Bernhard Kutzner (Schulterverletzung) und Nico Eusterholz (verhindert) fehlten. Und der langjährige Leonberger Kreisläufer lieferte bei der Partie in Schmiden mit fünf Toren direkt ab, als hätte er nie die Handballschuhe an den berühmten Nagel gehängt. „Handballspielen ist in der Beziehung ein bisschen wie Fahrradfahren“, schildert Schückle schmunzelnd. „Man verlernt das nicht so schnell.“
Auch in den folgenden Partien gegen Langenau/Elchingen und Herrenberg stand Schückle wieder auf dem Platz. Wird da etwa jemand zum spielenden Co-Trainer? „Nein, das ist wirklich nur aus der Not heraus so gekommen“, verneint der Rückkehrer schnell. „Es hat gute Gründe gehabt, warum ich meine aktive Karriere beendet habe.“
Ein Knorpelriss und Meniskusschaden im Knie haben dem aus dem Pforzheimer Raum stammenden Handballer in seiner langen Laufbahn zu stark zugesetzt, um weiter als Spieler auflaufen zu können „Nach dem Spiel gegen Schmiden, wo ich gut 50 Minuten gespielt habe, hatte ich schon zwei, drei Tage danach Schmerzen im Knie – auch im Alltag“, verrät Schückle. „Die kürzeren Einsätze danach waren ok. Doch ich spüre das schon noch.“
Weitere Einsätze geplant
Wenn das Knie den Belastungen standhält, soll Schückle weiter zu Einsätzen kommen. Denn die Personallage entspannt sich beim SV nicht so schnell. „Wir brauchen Philip Schückle als Spieler“, betont Trainer Christian Auer. „Da Nico Eusterholz oft in die Heimat in Richtung Köln pendelt, wird er ein paar Spiele verpassen. Bernhard Kutzner war verletzt und muss erst wieder reinkommen. Es ist ein bisschen russisches Roulette mit Philips Knie. Aber wenn das Knie hält, ist er ein super Plan B.“ Denn Auer weiß, dass er sich auf Schückle, mit dem er privat auch befreundet ist, zu einhundert Prozent verlassen kann. Beide haben noch zusammen ein Jahr beim SV gespielt, ehe Auer als Co-Trainer unter dem damaligen Cheftrainer Tobias Müller die Trainerlaufbahn einschlug.
Saisonziel nicht revidiert
Nach dem wichtigen Auswärtssieg in Herrenberg vor der Weihnachtspause hofft man beim SV Leonberg/Eltingen darauf, mit Rückenwind ins neue Jahr starten zu können. Trotz nur vier Siegen aus 13 Spielen und Platz 13 in der Oberliga hat man intern das Saisonziel nicht revidiert. „Wir hatten vor der Runde einen höheren Anspruch und müssen jetzt schleunigst Punkte sammeln, um den Anschluss ans Mittelfeld zu bekommen“, betont Schückle. „Platz sieben halte ich noch immer für ein realistisches Ziel, weil diese Liga einfach sehr ausgeglichen ist.“
Rückrundenauftakt am Samstag
Besonders wichtig wird der Rückrundenauftakt an diesem Samstag (20 Uhr), wenn der SV im Sportzentrum mit der SG Schozach-Bottwartal einen Tabellennachbarn empfängt. „Mein Ansatz ist, sich nicht zu sehr mit der Tabelle und dem Gegner zu beschäftigen, sondern dass wir uns auf unsere Stärken besinnen“, erläutert Trainer Auer. „Bottwartal ist in einer ähnlichen Situation und hat auch einen Trainerwechsel vollzogen. Sie verfügen über Spieler im Kader, die höherklassig gespielt haben und den Unterschied ausmachen können. Das wird nicht leicht.“ Ein Sieg wäre vor allem mental wichtig, um nach der Winterpause positiv in die Rückrunde zu starten und endlich mal zwei Spiele in Folge gewonnen zu haben. Als Kreisläufer wird Philip Schückle alles dafür geben, dass die Punkte in Leonberg bleiben.