Handball Oberliga Württemberg Schmerzhafter Tiefschlag für den SV Leonberg/Eltingen

Das Bietigheimer Bollwerk hielt Stand – es gab kaum ein Durchkommen am Kreis für die Leonberger Handballer um Yannik Oral. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Bei der SG BBM Bietigheim setzt es ein 27:32 (16:17) für den Oberligisten aus Leonberg – die Niederlage schmerzt ganz besonders, weil sie vermeidbar gewesen wäre.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Ein Blick in die Mienen der Handballer des SV Leonberg/Eltingen ließ erkennen, was in den 60 Spielminuten zuvor geschehen war – das Ergebnis der Partie bei der SG BBM Bietigheim 2 stand ihnen ins Gesicht geschrieben. 32:27 (17:16) für die Gastgeber stand auf der Anzeigetafel, ein Ergebnis, das um bestimmt drei Tore Differenz zu hoch ausgefallen war – nachdem die SV-Akteure in hektischen fünf Schlussminuten der Oberliga-Begegnung vieles versucht und alles verloren hatte. Tristesse pur.

 

Oliver Cicione rang um die richtigen Worte nach der Niederlage, die keine hätte werden müssen. „Schwierig, dieses Spiel zusammenzufassen“, sagte der Leonberger Chefcoach, „wir waren stets dran, aber wir haben uns dann doch einige unnötige Fehler erlaubt.“ Nach der fünften Niederlage bei lediglich zwei Siegen steckt der SV, der in den vergangenen Jahren in der Württembergliga stets oben mitgespielt hatte, bedrohlich tief im Tabellensumpf. Die Qualifikation für die künftige Regionalliga Baden-Württemberg rückt mehr und mehr in die Ferne, dazu wäre mindestens Platz sieben in der Abschlusstabelle nötig.

Der Tiefschlag in Bietigheim tat doppelt weh, weil er vermeidbar gewesen wäre. Denn beide Mannschaften spielten 55 Minuten lang auf Augenhöhe, zwar lag meist die SG BBM vorn, doch die Männer in Gelb-Blau blieben stets in Schlagdistanz, sodass sich die zwei Punkte in greifbarer Distanz befanden. „Wir haben viel versucht und uns leider nicht belohnt“, ärgerte sich Oliver Cicione, „manchmal fehlte einfach auch das Glück. Am Ende waren die Bietigheimer eben diesen einen Tick cleverer als wir.“

Zu wenig Spielwitz am Kreis

Die Blitzanalyse zehn Minuten nach dem Schlusspfiff des Cheftrainers kann man zweifellos so stehen lassen, dennoch mangelte es dem Team aus Leonberg in der schmucklosen Jahn-Sporthalle an mehr als nur am Fortüne oder der handballerischen Routine. Viel zu häufig prallten die Männer um Kapitän Dominik Fischer am Bollwerk der 6-0-Verteidigung der Bietigheimer ab. Aus dem Rückraum kam kaum Torgefahr, die meister Würfe wurden geblockt, und am Kreis besaßen die SV’ler zu wenig Spielwitz, um ideenreich die nötigen Lücken zu reißen. Die Außen wurden nur unzureichend gesucht, erwies sich doch gerade Felix Wiederhöft auf rechts als exzellent treffsicher.

Es war nicht mangelnde Cleverness, dass die Gäste zu oft das Momentum verstreichen ließen, um den Ausgleich zu erzielen oder mal um zwei Treffer wegzuziehen – meist bremsten sich die Leonberger mit technischen Fehler selbst im Vorwärtsdrang oder sie ließen frei am Kreis größte Torchancen sträflich ungenutzt. „Wir haben unsere Schnelligkeit nicht genutzt“, befand Cicione, „und zu viele freie Würfe weggegeben.“

Torhüter Max Schneider überragt

Dabei hatte Max Schneider alles getan, um sein Team im Spiel zu halten. Vor allem nach der Pause trumpfte der Torhüter mit überragender Form auf und setzte eine Parade nach der anderen – da auch die Abwehrarbeit seiner Vorderleute nicht mehr so konsequent geleistet wurde. In den letzten fünf Minuten kippte das Match, da der SV nach dem 27:27 durch Tobias Rühle (54:20) harmlos blieb, kein Tor mehr erzielte und sich in der Niederlage ergab. „Auch wenn es schwer fällt“, sagte Oliver Cicione, „müssen wir jetzt den Kopf oben behalten und uns selbst aus dem Schlamassel rausziehen.“ SV Leonberg/Eltingen: Schneider, Seeger; Wiederhöft (9/2), Rühle (4), Klatte (2), Oral (2), Hönig (2), Fischer (2), Strkalj (2), Wanner (2), Eusterholz (1), Kutzner (1), Hönninger, Salathe.

Weitere Themen