Handball-Pokal der Frauen SG BBM Bietigheim jubelt nach hartem Kampf

Premiere für die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim: Erstmals holte sich das Team von der Enz den Handball-Pokal. Foto: Baumann
Premiere für die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim: Erstmals holte sich das Team von der Enz den Handball-Pokal. Foto: Baumann

Die Handballerinnen der SG BBM gewinnen das Finale im Final Four gegen HL Buchholz 08-Rosengarten mit 27:22, tun sich aber lange Zeit schwer. Am Ende gibt es einen tränenreichen Abschied für Anna Loerper.

Sport: Joachim Klumpp (ump)
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Stuttgart - Das Final Four der Handballerinnen in Stuttgart – für die SG BBM Bietigheim war es bisher kein gutes Pflaster: 2018 bei der Premiere mit einem Tor gegen Oldenburg verloren, 2019 ein Déjà-vu-Erlebnis bei der Niederlage gegen den Thüringer HC – und nach der Coronapause im Vorjahr nun der nächste Anlauf. Aller guten Dinge sind drei: Die SG BBM gewann ein hart umkämpftes Finale gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten mit 27:22 (11:13), nachdem der Favorit nach einem furiosen 6:1-Start kurz nach der Pause schon mit drei Toren im ­Hintertreffen gelegen hatte. Das war so nicht geplant, schließlich hatte Trainer Markus Gaugisch gesagt: „Ja, wir sind Favorit.“

Doch es ist nicht immer einfach, damit zurechtzukommen, zumal der Gegner schon im Halbfinale das höher eingestufte Team von Blomberg-Lippe ausgeschaltet hatte und mit großem Selbstvertrauen ins Finale gegangen war. „Da wollten wir Bietigheim so lange wie möglich ärgern“, sagte die Kapitänin Evelyn Schulze. Das gelang bis zehn Minuten vor Schluss, als die SG nach langer Zeit endlich mal wieder mit 21:20 in Führung ging. „Bietigheim war schon oft hier und hat es nicht gepackt, solche Gedanken kommen da hoch“, gab Gaugisch hinterher zu. „Als Spielerin ist jeder Titel Wahnsinn“, sagte Luisa Schulze. „Wir wollten das endlich im Pokal schaffen.“

Lesen Sie hier: So lief es für die SG BBM 2018

In der Pause hatte Gaugisch die Mannschaft nochmals auf ihre Stärken eingeschworen. „Die Qualität der Mannschaft und auch unsere Flexibilität haben sich letztendlich durchgesetzt.“ So wie bereits im Halbfinale mit der vermeintlich schwereren Aufgabe gegen den württembergischen Rivalen Tus Metzingen, als es fünf Minuten vor Schluss nach einer deutlichen Führung beim 25:23 nochmals eng geworden war. „Aber wir haben nicht die Nerven verloren“, so Gaugisch, und 27:23 gewonnen.

Tränen beim Abschied von Loerper

Dazu trug auch die erfahrene Anna Loerper ihren Teil bei – genauso wie am Sonntag, als die 36-Jährige nach ihrer Einwechslung nochmals Impulse setzen und zwei ganz wichtige Tore beisteuern konnte. Bundestrainer Henk Groener lobte: „Das ist die Energie einer Anna Loerper.“ Nach 246 Länderspielen verabschiedet sie sich von der Bühne Bundesliga und SG BBM. Mit einer ganz besonderen Erinnerung: Sie durfte am Ende als Erste den Pokal entgegennehmen – eine schöne Geste der offiziellen Kapitänin Kim Naidzinavicius. „Das hat mich wirklich zu Tränen gerührt“, gab sie zu.

Loerper zieht es im Sommer mit ihrem Lebensgefährten Johannes Bitter nach Hamburg – Standort des Männer-Final-Four. Und damit so etwas wie das Vorbild von Stuttgart. Andreas Kroll, Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft, jedenfalls betonte am Rande des Turniers: „Wir sind weiter bestrebt, für die Frauen hier einen festen Standort zu platzieren.“ Mit der SG BBM als Titelverteidiger.

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