Vor der laufenden Saison in der Handball-Regionalliga standen die Handballer des TV Plochingen vor einer ungewissen Zukunft und bangten um die sportliche Perspektive. Der Klassenverbleib wurde zuvor zwar geschafft, aber eine ganze Reihe von Leistungsträgern verließ den Club. Auch Trainer Michael Stettner sowie sein Assistent Volker Haiser gingen.
Reiner Hauff: „Das Team funktioniert“
Auf Stettner und Haiser folgten Coach Engelbert Eisenbeil sowie Co-Trainer Tim Hamann, die frischen Wind reinbringen und aus den jungen TVP-Eigengewächsen rund um Leitwolf und Kapitän Axel Steffens ein Team formen sollten. Nach 13 Spielen stehen die Plochinger nun mit 5:21 Punkten auf dem vorletzten Platz – und verlängerten dennoch vorzeitig die Verträge mit dem Trainerteam Eisenbeil und Hamann um eine weitere Saison. „Wir haben den Umbruch hinter uns und möchten weiter auf die Jugend setzen, denn das Team funktioniert“, sagt Plochingens sportlicher Leiter Reiner Hauff und ergänzt: „Natürlich hätten wir gerne den einen oder anderen Punkt mehr, aber das haben wir in Kauf genommen und wissen, wie die Situation ist. Aber das Ganze war sowieso langfristig angelegt.“
„Nicht die allereinfachste Aufgabe“
Lange Bedenkzeit brauchten Eisenbeil und Hamann nicht, um der Vertragsverlängerung zuzustimmen. „Es war von Anfang an klar, dass es nicht die allereinfachste Aufgabe und die Integration der Jugendspieler nicht nach einem Jahr abgeschlossen sein wird“, erklärt Trainer Eisenbeil und fügt hinzu: „Für uns war es wichtig, dass die Trainingsbeteiligung und die Leistungen stimmen, sich die Spieler stetig verbessern sowie cleverer werden. Und das ist gegeben.“ Eisenbeil fühlt sich in Plochingen „sehr wohl“ und betont auch: „Wenn es mir keinen Spaß machen würde, dann hätte ich sicherlich die Reißleine gezogen, aber das steht völlig außer Frage.“ Dabei spiele es auch keine Rolle, sollten die Plochinger nach der Saison den Gang in die Oberliga antreten müssen. „Das war uns bei der Vertragsverlängerung völlig egal. Wir freuen uns, den Weg mit dem Team weiterzugehen.“
Zwei Siege und ein Unentschieden sind die bisherige Ausbeute nach 13 Partien in der laufenden Saison. Dennoch betont Hauff, „dass die Arbeit mit dem Trainerteam Spaß macht, denn beide kommen an die Spieler ran. Wir sehen eine Entwicklung und das ist das Wichtigste bei so einem jungen Team“. Es entwickelt sich etwas bei den Plochingern, das ist trotz der überwiegend negativen Ergebnisse auf der Platte zu erkennen. „Wir sind schon einen Schritt nach vorne gegangen, wie groß die Schritte dann sind und ob sie reichen werden, werden wir dann am Ende der Runde sehen“, sagt Hauff und fügt hinzu: „Wir freuen uns aber sehr, dass Eisenbeil und Hamann den Weg mit uns weitergehen. Ich hoffe, dass wir noch ein paar Punkte holen und den Klassenverbleib dann schaffen.“
„Dieser Weg ist der richtige“
Zuletzt spielte der TVP zuhause gegen den Tabellennachbarn TV Neuhausen/Erms 27:27 unentschieden und hätte nach einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung auch den Sieg mitnehmen können. „Die Zuschauer honorieren es, dass das Team bis zum Schluss kämpft. Wir müssen die kleinen Nuancen, die individuellen Fehler, die auch der Jugend geschuldet sind, abstellen“, sagt der sportliche Leiter Hauff, ist aber optimistisch: „Dieser Weg ist der richtige, aber wir wissen, dass wir Zeit brauchen werden – und die geben wir allen Beteiligten.“
Plochingen zu Gast beim HC Neuenbürg
Die TVP-Handballer haben in diesem Jahr nun noch zwei Partien vor der Brust. Am Samstag (19.30 Uhr) gastieren sie beim Zwölften HC Neuenbürg und den Samstag darauf treffen sie im Heimspiel auf den Sechsten SG Heddesheim. „Um den Klassenverbleib zu schaffen, fehlt auch von den Punkten her nicht viel, deswegen gehen wir optimistisch in die kommenden zwei Spiele“, betont Eisenbeil und ergänzt: „Darüber, dass wir gerne mehr Zähler hätten, kann man immer diskutieren. Aber ich gehe davon aus, dass wir in der Rückrunde noch mal eine Schippe von den Leistungen her drauflegen können. Das ist dann der Weg, den wir uns auch vorgenommen haben.“