Handball-Regionalliga Frauen Peinliche Posse um Klassenerhalt oder Abstieg der SG H2Ku Herrenberg

Auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet: Kapitänin Laureen Kappus (am Ball) und die SG H2Ku Herrenberg ärgern sich über das, was derzeit mit ihnen veranstaltet wird. Foto: Eibner/Bernd Leitner

Erst galten die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg als Absteiger aus der Regionalliga, dann wieder nicht, jetzt aber doch – eine peinliche Posse. Was ist da los?

Es grenzt schon an eine Posse, mit der sich die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg momentan herumschlagen müssen. Am Freitag wähnte sich der eigentliche Absteiger noch im siebten Himmel der Regionalliga, nur einen Tag später folgte der zumindest vorläufige Sturz auf den harten Boden der Tatsachen in der Oberliga. Doch was war passiert?

 

Anfang April kamen die Kuties auf Rang neun der Regionalliga-Abschlusstabelle ins Ziel. Das hieß im Klartext: Nur wenn TuS Schutterwald und HC Schmiden/Oeffingen in der Aufstiegsrunde beiden der Sprung in die 3. Liga gelingt, wäre der Gäu-Klub gerettet. Fast zeitgleich mit der Gewissheit, dass Schmiden/Oeffingen es nicht nach oben schafft, kam die Staffeleinteilung für die kommende Runde vom fusionierten Baden-Württembergischen Handballverband heraus. Hier wurde Herrenberg in die Regionalliga – und nicht wie erwartet in die Oberliga – eingruppiert. Ein Irrtum oder doch eine bewusste Entscheidung?

Eine Anfrage vom neuen SG-Coach Heiko Fleisch an den Staffelleiter und Vizepräsident Spieltechnik des BWHV, Michael Roll, sollte Klarheit schaffen und tat es auch unmissverständlich. Denn in der entsprechenden Antwort-Mail vom Freitag heißt es wörtlich: „Da die endgültige Anzahl an Aufsteigern ja erst nach dem letzten Spieltag der Aufstiegsrunde klar war, stand schon in den Durchführungsbestimmungen, dass für den Fall des Nicht-Aufstiegs eines der baden-württembergischen Regionalligisten die Regionalliga entsprechend aufgestockt wird. In keinen unserer veröffentlichten Was-wäre-wenn-Szenarien war deshalb H2Ku als Absteiger aufgeführt. Ihr verbleibt sicher in der Regionalliga.“ Auf eine Presseanfrage hin äußerte sich Michael Roll ähnlich deutlich. Fehlinterpretationen waren eigentlich nicht möglich.

Nach dieser Meldung herrschte dann bei allen Verantwortlichen, Spielerinnen und den Trainern natürlich eitel Sonnenschein. Kapitänin Laureen Kappus stand dabei wohl stellvertretend für die ganze Mannschaft, als sie es so umschrieb: „Ich war erst einmal sprachlos und habe dem Braten nicht so recht getraut, aber mich dann riesig gefreut.“ Auch Trainer Heiko Fleisch und die Sprecherin des Kompetenzteams, Monika Lide, war es wichtig herauszuheben, dass dieser Klassenerhalt wirklich verdient war.

Bei einem abschließenden Pressegespräch am nächsten Tag jedoch folgte dann der vorerst (?) jähe Sturz in eine Schockstarre. Denn plötzlich war von einer von vornherein beschlossenen Aufstockung der Regionalliga keine Rede mehr. Michael Roll musste nach nochmaliger Durchsicht der Sachlage eingestehen, dass ihm wohl ein Irrtum unterlaufen ist. Für Heiko Fleisch ein nicht zu akzeptierendes Szenario. „Der ganze Verein freut sich und wird dann so vor den Kopf gestoßen. Das kann einfach nicht sein“, ärgert er sich. Bewenden lassen will er es dabei aber sicher nicht.

Am Montag will sich Michael Roll nun mit seinen Kollegen vom BWHV zusammensetzen, um sich zur Lage zu beraten. Man darf gespannt sein, wie sich diese Posse weiterentwickelt.

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