Handball-Regionalliga: HC Schmiden/Oeffingen Nach Kabinenpredigt hellwach

Linda Leukert (mit Ball) erzielt fünf Treffer für die gastgebenden HC-Frauen. Foto: Maximilian Hamm

Die Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen um Linda Leukert tun sich zunächst schwer gegen die Gäste der TG Pforzheim, setzen sich am Ende aber in der Regionalliga souverän mit 32:24 (13:13) durch.

In seiner Halbzeitansprache ist der Trainer Sven Bühler deutlich geworden. Was er in der ersten Spielhälfte von den Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen gesehen hatte, war nicht nach seinem Geschmack. Doch das sollte sich nach der Pause ändern – auch dank seiner Halbzeitansprache. Die Gastgeberinnen setzten nach dem 13:13-Unentschieden umgehend um, was sieh sich in der Kabine vorgenommen hatten. Sie überließen den Gästen der TG Pforzheim keinen Zentimeter Raum mehr, blieben zwölf Minuten lang ohne Gegentreffer und führten in der Folge mit 19:13. Sie waren nun hellwach. Das alles war auch ein Verdienst der Torfrau Michelle Hoffrichter, die zahlreiche Tormöglichkeiten der Gegnerinnen vereitelte; sogar von der Siebenmeter-Linie war sie jetzt nicht zu bezwingen. Das HC-Team spielte nun wie ein Tabellenführer, der in dieser Saison in 17 Begegnungen noch keinen Punkt abgegeben hatte. Und am Ende gewann er erneut, diesmal mit 32:24. „Wir hatten zunächst keinen Zugriff in der Abwehr und haben zu viele leichte Fehler gemacht. Doch dann konnten wir den Schalter umlegen“, sagte der Trainer Sven Bühler. Er war zufrieden.

 

Es ist in dieser Saison nun einmal so, dass die Konkurrentinnen in dieser Regionalliga dem ungeschlagenen Tabellenführer unbedingt ein Bein stellen wollen. Entsprechend treten sie zunächst auf, sind bis in die Haarspitzen motiviert. Doch gegen die geballte Qualität der Spielerinnen, die dieser Tabellenführer aufbieten kann, reicht die Motivation nicht über 60 Spielminuten. Das zeigte sich auch am Samstagabend. In der ersten Spielhälfte war es eine Begegnung auf Augenhöhe. Wahr ist aber auch, dass die Gastgeberinnen sich dies ein wenig selbst zuzuschreiben hatten. „Wir haben da einfach viel zu viel verworfen. Es hätte zur Pause bereits 19:13 stehen können“, sagte Sven Bühler, der nach der einen oder anderen vergebenen Chance auch schon mal die Hände über dem Kopf zusammenschlug.

Nach der Pause wirkte er gelassener. Verständlich, denn aufgrund der bemerkenswerten Vorstellung in den Minuten, die seiner Ansprache folgten, war das Spiel frühzeitig entschieden. Bei den Handballerinnen aus Pforzheim ließen die Kräfte nach, jetzt hatten die Gastgeberinnen leichtes Spiel. Larissa Bürkle war mit acht Treffern wieder einmal die beste Werferin ihres Teams, und auch ihre Mitspielerinnen zeigten ihre Klasse. Da war zum Beispiel Linda Leukert, die fünf Mal erfolgreich war, oder Chiara Baur, die auch als Vorbereiterin glänzte. Es schlichen sich dann auch ein paar Konzentrationsschwächen ein beim Verbund des HC Schmiden/Oeffingen. Doch diese blieben ohne Auswirkung. Und so durften Linda Leukert und ihre Teamgefährtinnen nach dem 18. Saisonspiel den 18. Saisonsieg bejubeln. Sehr zur Freude des Trainers Sven Bühler, der am Samstag seinen 46. Geburtstag feierte.

Für den Ligaprimus stehen in dieser Runde noch acht Spiele auf dem Programm. Anschließend geht es in einer Aufstiegsrunde um den Sprung in die dritte Liga. Zunächst gastieren die HC-Frauen am Samstag, 20 Uhr, beim Tabellenletzten SV Hohenacker-Neustadt (2:34 Punkte). Auch dieser wird sicherlich motiviert sein, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen. Das Resultat allerdings dürfte auch in diesem Spiel dasselbe sein. HC Schmiden/Oeffingen: Hoffrichter, Lena Bürkle – Larissa Bürkle (8/2), Leukert (5), Hojczyk (4), Kienzlen (4), Baur (4/1), Gaiser (3), Ugele (1), David, Jennifer Jerger, Kuhrt, Lutz, Matziol.

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