Dabei waren die Gäste in der Möhringer Rembrandthalle gut ins Spiel gestartet. Durch Lea Allemendinger gingen die Leinfelden-Echterdinger in Führung, ehe die HSG Stuttgart/Metzingen 2 das erste Mal auf 5:2 davonzog (6. Minute). „Wir haben mit viel mehr Leidenschaft gespielt als sonst“, stellte Binder fest. Die Trainerin und die rund 150 Zuschauer sahen, wie sich die kompakt stehende HSG Leinfelden-Echterdingen zurück ins Spiel kämpfte, die Partie zum 7:6 drehte und bis zur 15. Minute offenhielt. Aus dem Rückraum kamen die Gäste insbesondere durch Marlene Kriessler (acht Treffer) wie geplant zu Treffern.
Dann aber ließen die Kräfte bei den Gästen nach und die HSG Stuttgart/Metzingen 2 kontrollierte das Spiel. „Was sie super gemacht haben, ist das schnelle Spiel nach vorne, zudem ist ihr Rückzug in die Defensive sehr geordnet. Da sind wir einfach noch nicht so weit“, sagt Binder. Immer wieder vereitelte die starke Stuttgarter Keeperin Johanna Schmitz-Veltin gute Chancen und leitete mit einem schnellen und weiten Abwurf ein Tor ein.
Zudem dirigierte Rückraumspielerin Katharina Goldammer das Spiel ihres Teams. Die 18-jährige Tochter von Trainerin Veronika Goldammer gehört fest zum Bundesliga-Kader des TuS Metzingen und lief in dieser Saison bereits neun Mal in der Bundesliga auf. „Sie macht das schon sehr gut. Sie setzt ihre Mitspielerin gut ein oder geht selbst stark durch. Sie ist schon eine sehr gute Spielerin“, lobt Binder. Gegen eine solche Spielerin, wie die Junioren-Nationalspielerin Goldammer, müsse man cleverer verteidigen, das sei ihrem Team nur zeitweise gelungen, berichtet die Trainerin.
Zur Halbzeit führten die Gastgeberinnen schon deutlich mit 18:13. Zwar gaben sie sich auch in der zweiten Hälfte nicht auf und zeigten weiter Kampfgeist und Moral, doch das Spitzenteam der Liga zeigte die Baustellen des gegen den Abstieg kämpfenden Teams auf: Eins-gegen-eins-Verhalten, Rückzug und Torquote. „Wir machen einfach noch zu viele Fehler und das bestrafen sie dann auch“, sagt Binder. Die HSG Stuttgart/Metzingen 2 baute ihren Vorsprung so sukzessive aus und entschied die Partie damit schon früh. Auch die persönliche Deckung für Katharina Goldammer bremste die Torerfolge der Stuttgarterinnen nicht aus. Denn auch ohne die Ausnahmespielerin fand das Team Lösungen in der Offensive.
Mona Binder und ihr Co-Trainer Benjamin Schwarz wechselten aufgrund des deutlichen Rückstandes und der anstehenden Aufgaben kräftig durch und gaben den Spielerinnen, die sonst weniger Einsatzzeiten erhielten, die Chance, sich zu beweisen. „Es ist natürlich schwierig, bei so einem hohen Rückstand reinzukommen, die Partie aber mit so einem Kampfgeist zu Ende zu spielen und alles reinzuwerfen, ist ehrenwert“, lobt Binder die Ersatzspielerinnen. Auch die HSG Stuttgart/Metzingen 2 nutzte den hohen Vorsprung, um die Kräfte der teilweise doppeltbelasteten jungen Spielerinnen zu schonen, und rotierte.
Trainerin Veronika Goldammer war zufrieden mit dem Auftritt ihres Teams. „Wir sind gut reingekommen und am Ende mit plus zwölf Toren kann man wirklich zufrieden sein“, sagt die Trainerin. Die beiden gesetzten Ziele, in jedem Spiel mindestens 30 Tore zu erzielen und nur 23 zuzulassen, wurden bravourös erreicht.
Für die HSG Stuttgart/Metzingen entscheidet sich in den kommenden Wochen, wie die Saison ausgehen wird. In drei Wochen steht das Regionalliga-Duell mit dem Aufstiegskonkurrenten HC Schmiden/Oeffingen an. „Es gilt natürlich in jedem Spiel, zu gewinnen, in den Partien gegen direkte Konkurrenten aber noch mehr“, sagt Goldammer. Der Großteil der Spielerinnen kämpft zudem in der A-Jugend um den Einzug in das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft.
HSG Stuttgart/Metzingen 2: Schmitz-Veltin, Noe, Stranska – Kuhn 4, Gaugisch 6, Durst 5, Schmid 2, Lutolli 1, Goldammer 8, Baric, Heim 1, Schlipf 6, Widmann 2, Jacobi von Wangelin.
HSG Leinfelden-Echterdingen: Lieb, Thellmann – Lomuscio, Strack, Seiter 2, Allmendinger 1, Weiß 1, Schuck, Fischer, Elsäßer 2, Kriessler 8, Rienhardt 2, Amor 1, Gerstweiler 1, Biehl 4, Knapp 1.