Handball – Regionalliga HSG Ostfildern gibt Führung aus der Hand

Der 34:35-Anschlusstreffer des zehnfachen Torschützen Tim Bauer (am Ball) bringt der HSG am Ende nichts Zählbares mehr ein. Foto: Jörn Kehle

Zwischen Licht und Schatten: Die Regionalliga-Handballer der HSG Ostfildern verlieren trotz einer starken Anfangsphase gegen den TVS Baden-Baden mit 34:38.

Noch einmal wurde es laut in der Körschtalhalle. Die 150 Zuschauer standen, klatschten und trieben ihre Mannschaft nach vorne. Ostfilderns Tim Bauer verkürzte in der 58. Minute auf 34:35 und brachte die Fans zum Jubeln. Doch statt der Wende folgten drei schnelle Gegentore, die die 34:38 (19:18)-Heimniederlage der Handballer der HSG Ostfildern im Regionalliga-Spiel gegen den TVS Baden-Baden besiegelten.

 

Matthias Dunz: „Es war unser eigenes Unvermögen“

Zur Pause hatte es da noch ganz anders ausgesehen: Die HSG ging mit einer Führung in die Kabine, gab diese nach dem Seitenwechsel jedoch zunehmend aus der Hand. „Es ist total ärgerlich. In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte schmeißen wir den Sieg weg“, haderte HSG-Teammanager Matthias Dunz und ergänzte: „Es war dann eigenes Unvermögen und wir waren zu konzeptlos. Hätten wir uns nach der Pause weiterhin an den Matchplan gehalten, dann wäre mindestens ein Unentschieden drin gewesen.“

Nachdem Baden-Baden durch Tim Krauth mit der ersten Aktion des Spiels in Führung ging, drehte die HSG nach vier Minuten die Partie durch Bauer auf 2:1 – und war darauf das bessere Team. Ein 3:0-Lauf sieben Minuten später durch die zwei Treffer des starken Bauers und Jon Gehrung erbrachte den Ostfildernern bis zur 15. Minute auf einmal eine Sechs-Tore-Führung (12:6). „Hätten wir diese gute Viertelstunde konsequent über 40 Minute durchgezogen, dann hätten wir den Vorsprung halten können, denn da hat einiges perfekt funktioniert. Luis Foege und Bauer haben super harmoniert“, resümierte Dunz, der ab der 18. Minute dann aber sah, wie die Ostfilderner etwas unkonzentrierter agierten.

HSG verspielt Sechs-Tore-Vorsprung

Die Ostfilderner ließen die Gäste darauf nämlich zu viele einfache Treffer erzielen – meistens ins leere Tor. „Klar, das war alles etwas zu einfach für den Gegner. Allerdings war es von Coach Marco Gaßmann auch richtig, im Angriff etwas zu probieren, statt stupide die Sechs-gegen-Sechs zu stellen“, erklärte Dunz und fügte hinzu: „Ben van der Mei hat es dann als vierter Rückraumspieler wieder gut gemacht.“ In der 22. Minute stellten die Gäste so durch einen Vier-Tore-Lauf den 14:15-Anschluss her. Bis zur Pause fingen sich die Ostfilderner aber wieder und gingen zumindest mit einer bis dato verdienten Ein-Tore-Führung (19:18) in die Kabine.

HSG agiert „verkopft und verkrampft“

Den Start in den zweiten Durchgang verschlief die HSG dann aber komplett. Nachdem van der Mei 23 Sekunden nach dem Wiederanpfiff das Tor zum 20:18 erzielte, wurden die Baden-Badener immer stärker und lagen nach einem erneuten Vier-Treffer-Lauf in der 34. Minute auf einmal mit 22:20 in Front. „Ich weiß nicht, warum wir in der zweiten Hälfte so verkopft und verkrampft gestartet sind. Aber ein Minuspunkt war natürlich, dass Florian Distel beim Warmmachen signalisiert hatte, dass er nicht spielen kann“, erklärte Dunz. Baden-Baden baute die Führung darauf kontinuierlich aus und die HSG lief nach 47 gespielten Minuten einem Fünf-Tore-Rückstand hinterher (25:30).

Die Ostfilderner hängen sich in der Schlussphase noch mal rein. Foto: Robin Kern

In der letzten Viertelstunde kämpften sich die Ostfilderner zwar noch mal zurück in die Partie und schafften es, eben durch Bauer noch auf 34:35 heranzukommen. Das Aufbäumen am Schluss reichte aber nicht mehr aus, um etwas Zählbares mitzunehmen. „Es war dann leider etwas zu kopflos“, sagte Dunz, der abschließend zwei Spieler hervorhob: „Bauer hat ein starkes Spiel gemacht, da freuen wir uns auf mehr. Und auch Keeper Fabio Breuning hat einige starke Paraden gezeigt und Sebastian Arnold gut ersetzt.“

„Anschluss an das obere Mittelfeld nicht verlieren“

Während Baden-Baden durch den Auswärtssieg auf Platz sechs kletterte, blieben die Ostfilderner erst einmal mit 17:17 Punkten auf Rang zehn stehen. „Nun geht es für uns am kommenden Samstag zum HC Neuenbürg (Rang 13) und da geht es darum, wieder doppelt zu punkten. Nach oben und nach unten wird es immer enger“, betonte Dunz und ergänzte: „Wir dürfen den Anschluss an das obere Mittelfeld nicht verlieren.“ Voraussetzung dafür wird aber sein, dass die HSG an die starke erste Viertelstunde anknüpft.

HSG Ostfildern: Breuning, Schwartz; Gehrung (5/2), van der Mei (5), Janne Böhm (2), Keim (2), Foege (2), Max Böhm (2), Steinfath (2), Lehmkühler (2), Piskureck, Bauer (10), Aichele (2).

TVS Baden-Baden: Merz (1), Uttke; Materna (2/2), Seebacher (3), Wichmann, Ströhm, Dörflinger (4), Krauth (5), Schlager (7), Meier, Schlageter, Ockert, Demler (1), Strüwing (7/1), Vollmer (8).

Zuschauer: 150.

Schiedsrichter: Stephan Long / Sebastian Schott (Schriesheim/Laudenbach).

Zeitstrafen: 4:2 – zwei Minuten für Schlageter (Baden-Baden), zwei Mal zwei Minuten für Foege (Ostfildern).

Disqualifikation: Schlager (Baden-Baden/Foulspiel).

Beste Spieler: Breuning, Bauer / Dörflinger, Strüwing, Krauth.

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