Handball – Regionalliga HSG Ostfildern – nichts geht mehr
Die Ostfilderner Regionalliga-Handballer unterliegen dem TSV Heiningen aufgrund einer miserablen zweiten Hälfte mit 29:38.
Die Ostfilderner Regionalliga-Handballer unterliegen dem TSV Heiningen aufgrund einer miserablen zweiten Hälfte mit 29:38.
Es hätte die Szene des Spiel sein können. Aber sie war es nicht. So blieb es nur eine spektakuläre Situation: Noch fünf Sekunden waren in der ersten Hälfte des Handball-Regionalligaspiels zwischen der HSG Ostfildern und dem TSV Heiningen zu spielen. Der am Ende zwölffache Torschütze Felix Neudeck hatte für die Heininger zum 16:15 getroffen, da versuchte es Ostfilderns Florian Distel einfach noch mal fast von der Mittellinie – der Ball rutschte TSV-Torhüter Manuel Weinbuch unter den Beinen durch in die Maschen. 16:16 und die HSG hatte beim Weg in die Kabine in einem aus ihrer Sicht schwierigen Spiel das Momentum plötzlich auf ihrer Seite. Genutzt haben es die Ostfilderner nicht, im zweiten Durchgang lief bei ihnen nichts mehr und sie unterlagen verdient mit 29:38.
Entsprechend konsterniert stand HSG-Trainer Marco Gaßmann nach der Schlusssirene auf dem Spielfeld. „Der Zug ist in der zweiten Hälfte ohne uns abgefahren“, sagte er – und hatte keine Erklärung dafür. Die Ostfilderner können sich tabellarisch betrachtet nach oben keine Hoffnungen mehr machen und müssen sich beim Blick nach unten nicht sorgen. Sie hatten einige angeschlagene Spieler zu beklagen. Aber das galt für die Heininger genauso und was die personelle Situation betrifft noch mehr. Genau darin aber sah ihr routinierterer Coach Mike Wolz den Grund für den Erfolg seiner Mannschaft: „Es war am Ende eine reine Energie- und Willensleistung. Wir sind mit einem kleinen Kader angereist und die Jungs haben sich füreinander zusammengerissen.“
Alles eine Sache des Kopfes? Gut möglich. Jedenfalls funktionierten die Heininger nach dem wechselhaften ersten Durchgang vor allem im zweiten hervorragend als Kollektiv. Ganz im Gegensatz zu den Ostfildernern. Torgarant Felix Neudeck, Torhüter Weinbuch – trotz der unglücklichen Situation direkt vor der Pause – und vor allem Spielgestalter Felix Kohnle stachen noch hervor. „Die Mannschaft hat sogar selbstständig die Abwehrformation umgestellt, als es nötig war“, erklärte Wolz fröhlich. „Mit der 6:0 sind wir gar nicht zurecht gekommen“, monierte sein Gegenüber Gaßmann. In der ersten Hälfte galt das für die offensivere Variante, was vor allem in der Anfangsphase zu einer grottigen Abschlussquote der HSG führte.
Man hatte nicht den Eindruck, dass hier der Sechste gegen den Neunten spielte. Die Heininger agierten immer selbstbewusster, die Ostfilderner – die eigentlich ja eine sehr ordentliche Runde spielen – immer hektischer und unsicherer. Keiner nahm das Heft des Handelns in die Hand, um den Bock umzustoßen. So konnten sogar die Heininger Fans auf den insgesamt dürftig besetzten Rängen so langsam davon absehen, sich auf die – etwas unsicheren, aber alles andere als spielentscheidend leitenden – Schiedsrichterinnen einzuschießen und statt dessen ihre Spieler feiern.
Nach dem Heininger 11:5-Tore-Lauf vom 19:21 zum 30:24 war die Partie gut zehn Minuten vor dem Ende schon entschieden. „Es ging bei uns nichts mehr“, sagte Gaßmann und wird schnell in die Analyse gegangen sein. Distels kurioses Tor zum 16:16 blieb aus HSG-Sicht eines der wenigen Highlights.
HSG Ostfildern: Schlemmer, Breuning; Distel (3), Gehrung (5/2), Janne Böhm (9), Keim, Soteras Merz (2), Späth, Max Böhm, Steinfath (1), Lehmkühler, Piskureck (2), Fleisch (4), Aichele, Maier (2), Pollich (1).
TSV Heiningen: Weinbuch, Kabak; Fink (9/3), Zöller (1), Weißer (2), Mattes, Felix Neudeck (12), Nick Kohnle (6), Tassilo Neudeck (1), Krempl (1), Demsky, Felix Kohnle (6).
Schiedsrichterinnen: Stephanie Ganter / Claudia Lipps (Waldkirch/Denzlingen).
Zuschauer: 250.
Zeitstrafen: 8:8 – zwei Mal zwei Minuten für Pollich (Ostfildern), Flix Kohnle (Heiningen), zwei Minuten für Späth, Lehmkühler (Ostfildern), Tassilo Neudeck, Demsky (Heiningen).
Beste Spieler: – / Felix Kohnle, Felix Neudeck, Weinbuch.