Handball – Regionalliga Ostfildern lässt nichts anbrennen
Die HSG Ostfildern fährt in der Handball-Regionalliga einen nie gefährdeten 35:17-Erfolg über völlig überforderte Blausteiner ein.
Die HSG Ostfildern fährt in der Handball-Regionalliga einen nie gefährdeten 35:17-Erfolg über völlig überforderte Blausteiner ein.
Ein lockerer Aufgalopp war völlig ausreichend: Die Regionalliga-Handballer der HSG Ostfildern wurden ihrer Favoritenrolle gegen das Tabellenschlusslicht TSV Blaustein gerecht und schickten die Youngster aus dem Alb-Donau-Kreis mit einer deutlichen 17:35 (8:22)-Klatsche nach Hause.
Für die Blausteiner war es bereits die zweite Packung, nachdem das Trainerduo Gabriel Senciuc / Arno Uttenweiler zum Jahreswechsel überraschend das Handtuch geworfen hatte: Bereits in Weinsberg hatte das Team eine 15:42-Niederlage kassiert – auch, da über die Saison gleich mehrere Leistungsträger abhanden gekommen sind, unter anderem das ungarische Toptalent Marton Szabados, das den Ostfildernern im Hinspiel immerhin 15 Tore eingeschenkt hatte, nach seinem Heimaturlaub über Weihnachten aber nicht mehr auftauchte.
„Da war einfach nicht mehr drin“, konstatierte Blausteins Torwart Dominik Wolf mit Blick auf das Durchschnittsalter von 23 Jahren seiner Mannschaft, darunter gleich fünf A-Jugendspieler, nüchtern. Immerhin: „In der zweiten Hälfte haben wir Charakter gezeigt und den Kopf nicht in den Sand gesteckt“, lobte der ehemalige Keeper der SG Hegensberg/Liebersbronn. Und das mit einer Hypothek eines 14-Tore-Rückstands zur Pause, der, hätten die Ostfilderner voll durchgezogen, auch um einiges höher hätte ausfallen können.
„Es ist einfach schwierig, unter solchen Voraussetzungen die Spannung hochzuhalten“, zeigte Ostfilderns Trainer Marco Gaßmann Verständnis. Der scheidende Coach, der nach der Saison das Zepter an Jörg Ebermann übergeben wird, war aber dennoch mit der ersten Hälfte im Großen und Ganzen zufrieden: „Wir haben unser Tempospiel gut aufgezogen und die vielen technischen Fehler der Blausteiner gut genutzt.“
Seine Premiere um HSG-Trikot feierte ab der 15. Minute Neuzugang Luis Foege – und setzte gleich einige Akzente. Neben einem guten Auge für seine Mitspieler sorgte der ehemalige Bundesligaspieler auch mit einem gelungenen Kempa-Anspiel auf Dominik Keim zum 21:7 (29.) für ein kleines Raunen in der wieder mal nur mäßig gefüllten Körschtalhalle. Der 24-jährige Linkshänder, der das Handballspielern in Ostfildern gelernt hatte, aber bereits in der B-Jugend zum TVB Stuttgart wechselte, trainiert nach langen Verletzungsquerelen seit Anfang Dezember bei der HSG mit und war zufrieden mit seiner Rückkehr zu seinem Heimatverein: „Das war ganz in Ordnung.“ Wobei zwei weitere Kempa-Versuche in Abschnitt zwei auf seinen „Buddy“ Keim, mit dem er schon zusammen beim TVB spielte, eher kläglich scheiterten: „Das ist also noch ausbaufähig“, kommentierte Foege mit einem Grinsen. „Luis bringt eine neue Qualität und Kreativität in unser Spiel“, lobte Gaßmann, der nun auch endlich wieder über einen Linkshänder im Rückraum verfügt: „Das bringt uns taktisch ganz neue Möglichkeiten.“
Mit dem Verlauf der zweiten Hälfte war der HSG-Coach indes nicht hundertprozentig glücklich: „Da haben wir zu viele technische Fehler fabriziert und zu viele Bälle verworfen.“ Das nutzten die Blausteiner teils clever und verdienten sich damit ein Lob von ihrem Interimscoach Felix Hirsemüller: „Wir haben es in einer sehr schwierigen Situation geschafft, den Kopf wieder hochzuheben und spielerisch unser Können zu zeigen.“
Den Schlusspunkt der Partie setzte Ostfilderns Spielmacher Felipe Soteras Merz per Siebenmeter zum 35:17-Endstand – er geht beruflich ins Ausland und wurde zusammen mit Matts Fischer, der jetzt für das Team Esslingen aufläuft, nach der Schlusssirene emotional verabschiedet.
Auf die HSG wartet am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen den aktuell siebtplatzierten TVS Baden-Baden derweil ein ungleich schwereres Kaliber: „Das war jetzt ein ordentlicher Start nach der Winterpause“, resümierte Gaßmann, „aber mit Baden-Baden kommt dann eine ganz andere Hausnummer.“
HSG Ostfildern: Breuning, Arnold; Distel (4), Gehrung (9/4), Van der Mei (2), Janne Böhm (2), Keim (3), Soteras Merz (1/1), Foege (3), Max Böhm, Steinfath (2), Piskureck (1), Bauer (6/1), Aichele (2).
TSV Blaustein: Dominik Wolf, Nikolei Wolf; Braune, Höchst, Hönig, Schmid (3), Denschlag (3), Rosta, Riedel, Hipp (1), Widmaier, Fleischer (7/1), Heinz, Bee (2).
Schiedsrichterinnen: Claudia Lipps / Sabrina Müller (Waldkirch-Denzlingen / Metzingen).
Zuschauer: 150.
Zeitstrafen: 8:6 – zwei Minuten für Van der Mei, Janne Böhm, Keim, Aichele (Ostfildern), Riedel, Hipp, Fleischer (Blaustein).
Beste Spieler: Gehrung, Bauer/Denschlag, Fleischer.