Handball – Regionalliga Plochinger Kettenreaktion

Die Ära Michael Stettner wird als eine kurze in die Geschichte des TV Plochingen eingehen. Foto: /Herbert Rudel

Handball-Regionalligist TV Plochingen steht für die kommende Saison ohne Trainer und mit wenigen Spielern da – und damit vor einer ungewissen Zukunft.

Reporter: Sigor Paesler

So war das nicht geplant: Eine ganze Reihe von Leistungsträgern wird den Handball-Regionalligisten TV Plochingen am Ende der Saison verlassen. Da sie deshalb um die sportliche Perspektive bangen, haben auch Trainer Michael Stettner und sein Assistent Volker Haiser dem Verein mitgeteilt, ihre Verträge nicht über das Rundenende hinaus zu verlängern. Der TVP steht nun vor einer ungewissen Zukunft.

 

Stettner und Haiser waren erst im Sommer vom kommenden Gegner (Samstag, 20 Uhr) TSB Schwäbisch Gmünd nach Plochingen gekommen. Es sollte nach Jahren immer wieder mit Umbrüchen endlich Kontinuität rein – im Kader und auf der Bank. Doch in den vergangenen Tagen setzte rund um die Schafhausäckerhalle eine Kettenreaktion ein: Spieler nach Spieler sagte für die kommende Runde ab, aus unterschiedlichen Gründen. Fest stehen die Abgänge von Kapitän Felix Stahl (will kürzertreten), Max Schütze (Auslandsaufenthalt), Manuel Bauer (vermutlich zurück zum TV Neuhausen/Erms), Nick Bischoff, Yannik Leichs (beide unbekannt) und Felix Maar (VfL Pfullingen). Ziemlich sicher werden weitere Stützen folgen. „Der Kader ist nicht so, wie ich mir das vorstelle“, sagt Stettner nun und sieht auch einen Widerspruch zwischen Aufwand und möglichem Ertrag – er fährt jeden Tag einfach 60 Kilometer von seinem Wohnort Beilstein nach Plochingen zum Training. Haiser, der bereits in Schwäbisch Gmünd mit ihm zusammengearbeitet hatte, folgt dem Beispiel seines Chefcoaches.

„Werden die Mannschaft verjüngen“

Stettner betont, sein Schritt habe „null mit dem Verhältnis zur Mannschaft und zu den Vereinsverantwortlichen zu tun. Ich fühle mich in Plochingen wirklich wohl“. Er habe seine Entscheidung aber rechtzeitig fällen wollen, damit sich die TVP-Verantwortlichen auf die Suche machen können und damit die Nachricht in der Welt ist. „Ich will in der kommenden Saison ’was machen“, sagt Stettner.

Die Plochinger Vereinsführung steht nun vor einer großen Herausforderung. Aber sie will sie voller Elan annehmen, wie der sportliche Leiter Reiner Hauff erklärt. „Wir arbeiten mit Hochdruck, wir wollen weiter Regionalliga spielen“, erklärt er, „wir werden nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir sehen es auch als Chance, wir werden die Mannschaft verjüngen.“ Hauff weiß natürlich, dass es in der momentanen Situation nicht leicht wird, mögliche Zugänge und einen neuen Trainer für den TVP zu begeistern. Aber er sagt auch: „Wir sind Regionalliga. Wir sind immer noch die Nummer drei in der Handballregion. Damit sind wir ja nicht irgendwas.“ Zwar wird in Maar auch ein Eigengewächs gehen, ansonsten aber wollen die Plochinger auf den eigenen Nachwuchs – die A-Jugend spielt ebenfalls in der Regionalliga – setzen und diesem den einen oder anderen erfahrenen Spieler „als Gerüst“ hinzufügen. Hauff hofft, dass das manchen Routinier reizt.

Auch Hauff sagt kein schlechtes Wort über den Noch-Trainer. „Ich kann seine Beweggründe verstehen“, erklärt er – und zur Gesamtsituation: „Ich dachte, wir könnten die Spieler halten, aber dann hat es uns ein bisschen eingeholt. Das tut weh.“ Immerhin kennen sich die Plochinger mit Umbrüchen aus, wenn auch nicht mit so umfangreichen.

Ein Team geformt

Sportlich ist der TVP als Neunter mit 17:15 Punkten auf einem guten Weg, auch in der kommenden Runde in der Regionalliga antreten zu können. Das ist auch ein Verdienst von Stettner und Haiser, die es nach dem Neuanfang im Sommer geschafft haben, eine Mannschaft zu formen und diese zu stabilisieren. In der kommenden Saison wird das Team erneut ein neues Gesicht haben. Funktionär Hauff hofft, dass es auch Regionalliga-Niveau haben wird. „Der Plan war ein ganz anderer, es ist schade“, sagt Stettner, wartet nun auf ein passendes Angebot für sich und wünscht den Plochingern nur Gutes.

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