Handball – Regionalliga TV Plochingen wird „teilweise überrannt“
Der Handball-Regionalligist TV Plochingen verliert gegen den TSB Schwäbisch-Gmünd den Faden, kassiert am Ende eine 28:35-Niederlage ein und hinterlässt weiterhin viele Fragezeichen.
Der Handball-Regionalligist TV Plochingen verliert gegen den TSB Schwäbisch-Gmünd den Faden, kassiert am Ende eine 28:35-Niederlage ein und hinterlässt weiterhin viele Fragezeichen.
Es hat nicht gereicht – mit 28:35 (12:15) unterlagen die Regionalliga-Handballer des TV Plochingen dem TSB Schwäbisch-Gmünd deutlich. Bereits im Hinspiel hatte das Team von Trainer Michael Stettner eine deftige 29:37-Klatsche beim derzeitigen Tabellendritten kassiert. Eins kann man den Plochingern zumindest nicht vorwerfen – trotz des bevorstehenden großen personellen Aderlasses – ließen die TVP-Akteure die Köpfe nicht hängen und kämpften. „Wir wollen die Saison sauber zu Ende spielen“, kündigte Plochingens treffsicherster Spieler Axel Steffens an.
Unter der Woche war bekannt geworden, dass nach dem Ende der Saison gleich sechs Spieler den Verein fix verlassen werden. Unter anderem zieht es Kapitän Felix Stahl zurück an seine alte Wirkungsstätte, zum Oberligisten TV Neuhausen/Erms. Als Konsequenz davon hatte auch das Trainerteam Stettner und Volker Haiser seinen Abschied angekündigt. Und es gibt noch weitere Fragezeichen – so ist es etwa auch bei Spielmacher Steffens nicht sicher, ob er in der kommenden Runde noch für den TVP auflaufen wird. „Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale“, bedauerte Plochingens sportlicher Leiter Reiner Hauff. Viele Spieler machen ihre Zusagen vom neuen Trainer abhängig. Doch wer das Zepter von Stettner übernimmt, ist noch nicht klar. „Wir führen viele gute Gespräche. Aber ich kann die Jungs verstehen, dass sie erst mal abwarten“, erklärte Hauff. Immerhin: Für den eigenen Nachwuchs ist die Entwicklung gleichzeitig eine große Chance. Die aktuelle A-Jugend spielt in der Regionalliga und belegt dort derzeit den 3. Platz. „Wir müssen einfach aus der Not eine Tugend machen. Aber es darf dann auch keiner böse sein, wenn die Jungen dann erst mal Lehrgeld zahlen müssen“, betonte Plochingens sportlicher Leiter.
Natürlich ist die Entwicklung Thema Nummer eins in den letzten beiden Wochen in der Plochinger Kabine gewesen, erzählte Trainer Stettner: „Aber es lässt sich deswegen keiner hängen und alle ziehen super mit.“ So auch gegen Schwäbisch Gmünd – in der ersten Viertelstunde lag sogar eine kleine Überraschung in der Luft. Stettner verpasste TSB-Spielmacher Tom Abt von Anfang an eine Sonderbewachung, und dessen Mitspieler taten sich zunächst schwer. „Tom Abt ist der Dreh- und Angelpunkt des Gmünder Spiels - wir wollten damit erzwingen, dass auch die anderen TSB-Akteure Entscheidungen treffen müssen“, erklärte Stettner. Zudem nahmen die Plochinger den Gästen mit einem guten Rückzugsverhalten den Wind aus den Segeln und auch Torwart Felix Maar steuerte einige Paraden dazu bei, dass die Hausherren immer wieder vorlegten. Erst ab der 17. Minute in Unterzahl – TVP-Abwehrchef Max Schütze hatte zu dem Zeitpunkt schon seine zweite Zwei-Minuten-Strafe kassiert, nach der dritten war für ihn das Spiel kurz nach der Pause dann frühzeitig beendet – drehten die Gmünder die Partie und setzten sich bis zum Seitenwechsel auf drei Treffer ab (15:12).
Die Gäste mussten dabei allerdings auch eine rote Karte gegen ihren Mittelblockspieler Christian Waibel nach einem üblen Foul an Plochingens Kapitän Stahl wegstecken. „Das hat uns schon ein paar Probleme bereitet“, gab Gästetrainer Aaron Fröhlich zu. Ansonsten attestierte der TSB-Coach seinem Team aber eine solide Leistung – auch die enge Deckung gegen Spielmacher Abt sei gut kompensiert worden: „Damit haben uns die Plochinger ins Eins-gegen-Eins gezwungen und da haben wir gute Lösungen gefunden.“
Vor allem in der zweiten Hälfte: Die Gäste zogen über 24:21 (45.) dank eines Vier-Tore-Laufs auf 28:21 (50.) davon, die Plochinger kämpften, dennoch schwammen ihnen die Felle davon. „In der zweiten Hälfte sind wir teilweise überrannt worden und haben zu viele Fehler gemacht“, übte TVP-Spieler Steffens Selbstkritik. Stettner versuchte, mit dem siebten Feldspieler gegenzusteuern – ohne Erfolg: Gleich zwei Treffer landeten im leeren Plochinger Tor, da der Wechsel nicht schnell genug klappte. „Ich musste das Sieben-gegen-Sechs probieren, aber wir waren im Kopf nicht frisch genug und haben obendrein im Angriff nachgelassen“, resümierte TVP-Trainer Stettner. Insofern sei die Niederlage verdient gewesen.
Als dann noch Plochingens Top-Torjäger Felix Stahl TSB-Torhüter Daniel Mühleisen beim Siebenmeter am Kopf traf und folgerichtig ebenfalls rot sah (56.), war die Partie endgültig gelaufen.
TV Plochingen: Gübele, Maar, Krammer; Hägele (2), Bischoff (2), Stahl (4), Schütze (1), Hauff, Schmid (1), Euchenhofer, Steffens (8), Klingler (3/2), Mäußnest (5), Peter, Serrano, Bauer (2).
TSB Schwäbisch Gmünd: Sacher, Mühleisen; Bächle (1), Abt (4/1), Schäffner (7), Waibel, Maier (3), Waldraff (1), Scholz (4), Pleißner, Watzl (2), Klemm, Waltenmaier, Burtsche (11/2).
Schiedsrichter: Yannik Krauss/Matthias Schwing (HSG Hanauerland).
Zuschauer: 300.
Zeitstrafen: 12:4 Minuten – drei Mal zwei Minuten für Schütze (Plochingen), zwei Minuten für Hägele, Bischoff, Stahl (Plochingen), Waibel, Maier (Schwäbisch Gmünd).
Rote Karten: Stahl (56./Foulspiel), Schütze (36./ dritte Zeitstrafe), Waibel (26./Foulspiel).
Beste Spieler: Steffens, Mäußnest / Abt, Burtsche.