Erinnert sich jemand an die Namen Tim Walter oder Alexander Zorniger? Beide waren Trainer der Profi-Fußballer des VfB Stuttgart, und beide wurden vom Verein auch deshalb vor die Tür gesetzt, weil sie mit ihren kantigen Charaktere immer wieder irgendwo aneckten. Im Mannschaftssport muss die viel beschworene Chemie stimmen, das ist eine hinlänglich bekannte Bedingung für dauerhaften Erfolg – schließlich wissen wir aus dem Schulunterricht, was passiert, wenn in der Chemie etwas schiefläuft: Es knallt.
So ist’s beim Leonberger Handballstolz gekommen. Trainer Michael Zimmermann und das Team verloren die gemeinsame Basis, sodass belegt wurde, dass auch in der Fünftklassigkeit der Württembergliga Profigesetze gelten: Der Coach ist das schwächste Glied der Kette – so gab es keine Alternative als Zimmermann die Kündigung auszusprechen. Lieber ein schnelles schmerzvolles Ende als ein schlimmes schmerzvolles Siechtum. Indirekt war’s ein kleiner Nasenstüber für den Club, der in Zimmermann seit Jahren einen Coach von außen geholt hatte, anstatt auf einen aus dem eigenen Stall zu setzen, den man in- und auswendig kennt. Doch dieses Risiko ist bei der Verpflichtung eines fremden Trainers nie auszuräumen – egal, wie gut die Menschenkenntnis sein mag und man im Chemie-Unterricht aufgepasst hat.