Die Wildcats mussten die Krallen ausfahren: Jennifer Thieme (vo.) wurde in der Oberliga-Kader berufen und bot auf Rechtsaußen gegen den TSV Rot-Malsch eine starke Partie. Foto: Andreas Gorr
Der ersatzgeschwächte Oberligist SV Leonberg/Eltingen schlägt den TSV Rot-Malsch knapp mit 29:28. „Wir hätten es uns einfacher machen können“, sagt Trainer Frank Gehrmann.
Pflichtsiege fallen manchmal schwerer als Überraschungssiege: Die Wildcats des SV Leonberg/Eltingen mussten am Sonntagabend kämpfen wie ein Löwe gegen attackierende Hyänen, um das Oberliga-Schlusslicht TSV Rot-Malsch in dessen Halle mit 29:28 (14:11) zu schlagen.
„Es war ein Kampfspiel, wir haben uns sehr schwer getan“, sagte SV-Coach Frank Gehrmann ziemlich erleichtert nach dem Schlusspfiff, „es war ein glücklicher Sieg – wir hätten es uns einfacher machen können.“ Die Wildcats haben ihren Lebensraum in der oberen Tabellenhälfte gefunden, der Aufsteiger steht behaglich auf Platz fünf und hat mit dem Abstieg so viel zu tun wie ein Eisbär mit dem Regenwald.
SV mit einem Rumpfteam beim TSV Rot-Malsch
Eine Hypothek lastete auf dem Team aus Leonberg: Lediglich elf Spielerinnen standen auf dem Spielberichtsbogen. Sara Karwounopoulos, Paula Klotz, Sina Ludwig, Ines Berkemer, Anna Ulrich, Gina Stimmler und die Langzeitverletzte Patricia Ahlborn fehlten – von der A-Jugend konnte nicht aufgefüllt werden, weil die Juniorinnen ebenfalls am Sonntag spielten. Jennifer Thieme und Melanie Glaser von den Frauen 2 halfen aus.
Marschierte bei den Wildcats erneut voran: die siebenmalige Torschützin Simona Schmaderer (re.) Foto: Andreas Gorr
In der engen Halle in St. Leon-Rot wehrten sich die stark abstiegsbedrohten Gastgeberinnen mit allem, was sie zur Verfügung hatten und setzten auf den Heimvorteil mit ihren knapp 100 Zuschauern. In der ersten Hälfte wogte die Partie hin und her wie ein Schiff bei schwerem Seegang, erst gegen Ende konnten sich die Wildcats in den letzten fünf Minuten vor der Pause auf drei Tore absetzen. „Dann haben wir nach dem Seitenwechsel selbst wieder für mehr Spannung gesorgt“, befand Frank Gehrmann ironisch.
In der Abwehr erlahmte der Zugriff, der TSV Rot-Malsch kam zu einfachen Treffern, und im Angriff ließen die Wildcats viele Chancen liegen – neun Minuten vor dem Ende führten die Frauen aus Rot mit 24:23. Doch die Gäste um die siebenmalige Torschützin Simona Schmaderer wollten die Niederlage nicht einfach hinnehmen.
Nach einer Auszeit von Gehrmann blieb der TSV vier Minuten ohne Tor, die Wildcats zogen (auch bedingt durch eine Zeitstrafe für Rot-Malsch) auf 28:25 davon (57.) – und brachten den Vorsprung über die Zeit. „Ein etwas glücklicher, aber nicht unverdienter Erfolg. Ein Pflichtsieg eben“, ordnete der SV-Coach das Ergebnis ein und lobte Jennifer Thieme: „Sie hat ihre Sache auf Rechtsaußen sehr gut gemacht.“ SV Leonberg/Eltingen: Gronwald; Schmaderer (7), Lia Thines (7/2), Wolf (6), Thieme (2), Conzelmann (2), Ridder (2), Baric (1), Lily-Rose Thines (1), Glaser (1), Ina Bergthold.