Handball: Till Wente, SV Fellbach, HBW Balingen-Weilstetten Ein Profi aus der Zeppe
Der 23-jährige Handballer Till Wente mit Fellbacher Wurzelnunterschreibt für die nächste Saison einen Profivertrag bei HBW Balingen-Weilstetten.
Der 23-jährige Handballer Till Wente mit Fellbacher Wurzelnunterschreibt für die nächste Saison einen Profivertrag bei HBW Balingen-Weilstetten.
Wenn Till Wente heute als 23-Jähriger in die Fellbacher Zeppelinhalle kommt, hat er zahlreiche Erinnerungen mit dabei. Ganz besonders gern denkt er dann an seinen ersten Heimauftritt mit den Handballern des SV Fellbach in der Württemberg-Liga. Zu Gast war Ende März 2019 der Stadtnachbar TSV Schmiden. Till Wente, damals gerade einmal 17 Jahre jung, erzielte vor den rund 500 Zuschauern zwei Treffer; die Mannschaft um den Spielertrainer Andreas Blodig gewann mit 26:25 und stieg später in die Baden-Württemberg-Oberliga auf. Die nächste Saison in der vierthöchsten deutschen Spielklasse machte Till Wente noch mit, dann zog es ihn weiter: zum Drittligisten HBW Balingen-Weilstetten II und zu den A-Jugendlichen der JSG Balingen/Weilstetten, bei denen er erstmals Bundesligaluft schnuppern durfte. In wenigen Monaten wird er regelmäßig bei den Männern von HBW Balingen-Weilstetten gegen hochklassige Konkurrenten antreten. Jüngst hat er einen Profivertrag unterschrieben, gültig vom 1. Juli an. „Ich habe jetzt die Möglichkeit, mich auf meiner Position zu beweisen. Ich freue mich darauf“, sagt Till Wente. Seine Stärken liegen in der Abwehr, im Angriffsspiel kann er nach einiger Aussage noch dazulernen.
Als klar war, dass er den Profivertrag unterschreiben kann, hat er gleich zu Hause angerufen. „Mein Vater war stolz“, sagt der Jüngste der Familie Wente. Sein Vater ist Udo Wente, seit 1999 Geschäftsführer beim SV Fellbach und früher ebenfalls ein versierter Handballer, der es allerdings nie bis ganz nach oben geschafft hatte. „Das Talent war bei mir auch da, aber meinen Ehrgeiz kann man nicht vergleichen mit dem von Till“, sagt Udo Wente, der es im Trikot der TSG Oßweil bis in die dritthöchste Spielklasse geschafft hatte und Anfang der 1990er Jahre mit dem SV Fellbach von der Landesliga bis in die Oberliga aufgestiegen war. Bruder Felix Wente, 25, spielt heute noch beim SV Fellbach in der Verbandsliga, und auch die Mutter Birgit Wente hatte in Fellbach Handball gespielt. „Wir freuen uns riesig, dass Till sein Ziel erreicht hat. Und als Eltern freuen wir uns umso mehr, weil er in der Nähe bleiben kann“, sagt Udo Wente. Till Wente wohnt in Balingen und studiert in Tübingen Sportwissenschaften mit Profil Gesundheitsförderung. Bald beginn das sechste Semester.
Till Wente möchte das Studium fortsetzen, auch wenn es jetzt vielleicht ein bisschen länger dauern wird. Das Profitraining bei HBW Balingen-Weilstetten wird den Ablauf bestimmen. Wahrscheinlich in der Zweiten Bundesliga, doch noch hat die Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz die Chance auf den Sprung nach ganz oben. Eigentlich hätte Till Wente schon früher diesen Schritt machen können, doch dann kam im Dezember 2023 eine schwere Knieverletzung dazwischen. Erst im November des vergangenen Jahres kehrte er bei der zweiten HBW-Vertretung aufs Spielfeld zurück.
Seit Till Wente laufen kann, ist er mit seinem Bruder Felix zum Training in die Zeppe gekommen. Erst als interessierter Bub, später hat er in allen Jugendteams des SVF gespielt. In der Saison 2018/2019 kam er zum ersten Team, in dem er gemeinsam mit Andreas Blodig, den Brüdern Constantin und Moritz Schäfer oder auch mit Patrick Brunner auf dem Feld stand. Doch der 2,02 Meter große Rückraumspieler wollte auch sportlich wachsen und entschied sich für einen Wechsel nach Balingen. Bei Trainer Jens Bürkle, der beim TV Oeffingen mit Handball begonnen hatte, durfte er erstmals in der Bundesliga mitmischen. Dabei gelang ihm gegen den Verbund der MT Melsungen sein erster Treffer – gegen den damaligen Nationaltormann Silvio Heinevetter. Nach dem Abstieg übernahm Matthias Flohr das Traineramt in der Zweiten Bundesliga, er wird also Till Wente in seinem ersten Profijahr anleiten.
Immer wieder kehrt der 23-Jährige in seine Heimat zurück, schaut sich auch mal ein Spiel seines Bruders an. Wie erst Ende März, als er das 25:25-Unentschieden gegen die Gäste der SG Hofen/Hüttlingen mitverfolgte. Als er in die Zeppe gekommen ist, hat er sicherlich auch wieder an seine Zeit beim SV Fellbach gedacht. Speziell an die tolle Atmosphäre bei seinem ersten Heimspiel in der Württemberg-Liga, vor rund sechs Jahren gegen den Stadtnachbarn TSV Schmiden.