Handball: TSV Schmiden Der Schmidener Zug rollt unaufhaltsam weiter

Schmidens Kreisläufer Tobias Pichler setzt sich immer wieder durch, kann meist aber nur siebenmeterreif von den Ettlinger Spielern am Wurf gehindert werden. Foto: Günter Schmid

Die Oberliga-Handballer des TSV gewinnen mit 34:25 gegen die HSG Ettlingen und sind weiterhin mit zwei Punkten Vorsprung Spitzenreiter.

Alexander Bossert, der Trainer der Oberliga-Handballer der HSG Ettlingen, hat es am Samstag nach dem Schlusspfiff und dem 34:25-Erfolg des TSV Schmiden auf den Punkt gebracht. Der Schmidener Zug, sagte er, rollt in Richtung Aufstieg. Und wer sich nicht dagegenstemme, der werde gnadenlos überrollt. So wie seine Spieler in der ersten Hälfte. Fast sechs Minuten dauerte es, ehe der einmal mehr überragende TSV-Keeper Magnus Riegel zum ersten Mal hinter sich greifen musste – bezeichnenderweise nach einem Siebenmeter. Das erste Feldtor gelang den Gästen gar erst nach zehn Minuten. Der Spitzenreiter hatte bis dahin schon sieben Mal eingenetzt, führte also mit 7:2, und zündeten danach erst recht den Turbo.

 

Riegel und Feirabend führen den TSV erfolgreich an

Angeführt von Riegel, der allein in den ersten 30 Minuten elf Würfe parierte – darunter auch zwei Siebenmeter – und Linksaußen Paul Feirabend, der neun seiner am Ende zwölf Tore vor der Pause markierte und sich dabei keinen einzigen Fehlwurf leistete, waren die Schmidener nicht aufzuhalten. Zur Pause führten sie mit 18:7, und manch einer unter den rund 150 Zuschauern dürfte sich zurecht gefragt haben, wie der TSV das Hinspiel Ende November mit 30:34 hatte verlieren können. TSV-Trainer Richard Babjak wusste die Antwort: „Wir waren im Hinspiel einfach so schlecht. Da hat gar nichts funktioniert.“

Ganz im Gegenteil zum Aufritt am Samstag. Da hat alles gestimmt – im Angriff wie in der Defensive. „Das war von allen Spielern eine überragende Vorstellung“, sagte Babjak. Allerdings galt das Lob nur für die erste Hälfte, in der sogar Bossert einen klaren Klassenunterschied festgestellt hatte.

Trainer Babjak wechselt nach der Pause munter durch

Nach Wiederanpfiff spielten die neuntplatzierten Gäste deutlich besser und konnten die zweiten 30 Minuten denn auch mit 18:16 für sich entscheiden. Das lag zum einen daran, dass Bossert in der Kabine an das Ehrgefühl seiner Spieler appelliert hatte, und zum anderen daran, dass Babjak munter durchwechselte. „Mir war das Ergebnis in der zweiten Hälfte nicht mehr ganz so wichtig. Ich wollte, dass alle Spieler zum Einsatz kommen“, sagte er. So standen mitunter in Janis Weber, Lino Klein, Lasse Türk und Marvin Züfle gleich vier Spieler gemeinsam auf dem Feld, die die komplette erste Hälfte auf der Bank verbracht hatten. Denn in den ersten 30 Minuten hatte Babjak seine Stammformation nahezu durchspielen lassen, lediglich Lasse Siebel und Nick Traub durften noch im Rückraum mitmischen.

Warum Paul Feirabend eine Kiste Bier zahlen muss

Gut in die Partie kam auch Joshua Scheiner, für den Riegel nach 42 Minuten Platz gemacht hatte. Er kam noch auf sieben Paraden und damit auf vier mehr als Ettlingens Florian Steinbach in der gesamten zweiten Hälfte. Eine seiner Paraden war ein gehaltener Siebenmeter von Feirabend – wieder einmal war Kreisläufer Tobias Pichler entscheidend am Wurf gehindert worden – eineinhalb Minuten vor Schluss. Es war der einzige Fehlwurf des zweitbesten Liga-Torschützen. Was Babjak freilich nicht daran hinderte, ihm bei der kurzen Kabinenansprache nach dem Spiel die Medaille für den besten Spieler des Spiels umzuhängen. Ein Ritual, das der Coach zu Saisonbeginn eingeführt hatte, und das für den Auserkorenen zur Folge hat, dass er seinen Teamkollegen eine Kiste Bier ausgeben muss. Feirabend hat das am Samstag gern gemacht.

Das nächste und letzte Heimspiel bestreitet der TSV Schmiden am Samstag, 11. April, 20 Uhr gegen den TuS Schutterwald. Danach muss der Tabellenführer noch dreimal auswärts ran.

    TSV Schmiden: Riegel, Scheiner – Feirabend (12/3), Bauer (6), Bühler (4), Robin Paul (3), Nick Traub (3), Klein (2), Siebel (2), König (1), Pichler (1), Weber, Züfle, Türk, Geßwein.

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