Handball / TVB Stuttgart Warum Johannes Bitter nicht zufrieden ist

Dämpfer zum Jahresende für Johannes „Jogi“ Bitter und den TVB Stuttgart. Foto: Baumann
Dämpfer zum Jahresende für Johannes „Jogi“ Bitter und den TVB Stuttgart. Foto: Baumann

Das 26:30 gegen den Bergischen HC trübt die sehr ordentliche Bilanz des Bundesligisten TVB Stuttgart im Handball-Jahr 2020. Nationaltorwart Johannes Bitter legt den Finger in die Wunde.

Sport: Jürgen Frey (jüf)
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Stuttgart - Johannes Bitter ist ehrgeizig. Sehr ehrgeizig. Auch noch mit 38 Jahren. Deshalb war der Torwart des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart nach dem 26:30 (12:18) gegen den Bergischen HC auch ziemlich angefressen. „Wir haben in der Abwehr nicht richtig dagegengehalten, wir waren nicht aggressiv genug“, schimpfte der Nationalkeeper. So wuchs der Rückstand auf 16:23 an (41.), der zwar dank Bitters Paraden auf 22:24 (48.) verkürzt, aber eben nicht mehr aufgeholt werden konnte.

Zu wenig Emotionen

Was ihn besonders ärgerte: Es war das dritte Spiel hintereinander, nach dem 25:31 in Berlin und dem 27:33 gegen den THW Kiel, in dem der TVB zumindest in den entscheidenden Phasen zu passiv, zu zögerlich, zu zweikampfschwach auftrat. Auch emotional könne das Team zulegen, fand Bitter: „Klar, waren das zuletzt auch starke Gegner, aber wir haben in diesen Spielen Chancen liegen lassen, das ist nicht mein Anspruch.“

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Fehlt bei den Feldspielern ein Häuptling, eine Führungskraft auf Platz, die mit der richtigen Körpersprache das Team in kritischen Situationen mitreißt? Fest steht: Bitter will mehr. Mehr als die aktuell 15:15 Punkte nach dem 11:5-Punkte-Traumstart. „Natürlich war das jetzt ein Dämpfer zum Jahresende, aber insgesamt können wir eine sehr ordentliche Bilanz 2020 aufweisen“, betont der Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Das Team habe nach dem Umbruch einen Schritt nach vorne gemacht: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Positive Sponsoren-Gespräche

Auch wirtschaftlich? „Die Unterstützung von Bund und Stadt hilft uns, das erste Halbjahr abzuwickeln, aber irgendwann reichen diese Hilfen nicht mehr aus“, sagt Schweikardt. Der 40-Jährige berichtet von überwiegend positiven Gesprächen mit Sponsoren: „Ich bin guter Hoffnung, dass wir diese schwierige Zeit finanziell überstehen, aber dafür sollten wir im Laufe der Saison auch wieder Zuschauer in die Halle lassen dürfen.“ Weiter gehen soll es nach der WM-Pause am 6./7. Februar mit der Partie in Coburg.

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