Wechselspiel auf der Bank: Der künftige TSF-Trainer Sven Kaiser (li.) und sein Vorgänger Dennis Zwicker. Foto: imago/Pressefoto Baumann
Der Handball-Verbandsligist TSF Ditzingen schließt die Runde als Tabellenachter ab und bleibt unter den eigenen Erwartungen. Es folgt ein Umbruch unter dem neuen Coach Sven Kaiser.
Henning Maak
19.05.2026 - 07:30 Uhr
Die Erwartungen waren hoch vor der Saison bei den TSF Ditzingen – schließlich war in Dennis Zwicker der Wunschtrainer verpflichtet worden, der das Team zwei Jahre zuvor in der Rückrunde vom letzten Tabellenplatz bis auf Rang vier geführt hatte. Das erste Tabellendrittel hatten sich die TSF-Verantwortlichen auch in dieser Saison zugetraut – am Ende war es Rang acht im Feld der 14 Teams, das sich letztlich in drei Blöcke aufteilte.
Ganz vorne die Spitzenteam TSV Allowa und TV Oeffingen, die sich lange Zeit ein Duell um Rang eins lieferten. Dahinter rangieren auf den Plätzen drei bis sieben fünf Mannschaften, die nur durch vier Zähler getrennt sind. Die übrigen sieben Teams spielten lange gegen den Abstieg – von denen war die TSF Ditzingen die beste und diejenige, die den Klassenerhalt als erste unter Dach und Fach gebracht hatte.
„Uns ist leider nie eine richtige Siegesserie gelungen, die uns in einen Flow versetzt hätte“, bedauert Dennis Zwicker. Am ehesten war dies zu Saisonbeginn der Fall, als die Grün-Weißen aus den ersten vier Partien 7:1 Punkte holten, dann aber nach sechs Spielen ohne Sieg früh in der unteren Tabellenhälfte standen. „Eine hohe Widerstandsfähigkeit“ attestiert Coach Zwicker seiner Mannschaft dann aber, als früh in der Saison den Atem des Abstiegs zu spüren gewesen sei, das Team aber tatsächlich niemals ernsthaft in Abstiegsgefahr geriet. Das hatte auch damit zu tun, dass in der SG H2Ku Herrenberg II und dem SV Remshalden zwei Teams in der Liga waren, deren Niveau deutlich unter dem der restlichen lag.
Florian Ruoff (Mi.) war mit 119 Toren erfolgreichster Werfer der TSF in dieser Saison – in der Liga landete er auf Platz 17 der Torschützen. Foto: Andreas Gorr
Zu was die Grün-Weißen in der Lage sind, zeigte das Team in den vier Partien gegen den Tabellendritten Rottweil und den Sechsten Mössingen, die allesamt gewonnen wurden. An einer echten Überraschung schnupperte die TSF beim Rückspiel beim Tabellenzweiten TV Oeffingen, das bis in die Schlussphase offen war, ehe am Ende ein knappes 25:27 stand. Auch der Heimsieg gegen den Tabellenfünften SV Fellbach (28:26) gehört zu den Ausschlägen nach oben in der abgelaufenen Saison.
Dem gegenüber standen fast unerklärlich schwache Auftritte wie bei den Kellerkindern SG Freudenstadt/Baiersbronn (24:32) und TG Schömberg (29:39). „In Freudenstadt hat uns die harzfreie Halle zu schaffen gemacht, für Schömberg ging es im vorletzten Saisonspiel noch gegen den Abstieg, während wir schon gerettet waren“, lauten die Erklärungen von Dennis Zwicker zu den wenig erbaulichen Auftritten seines Teams.
Hinzu kamen unglückliche Spielverläufe wie bei den Partien in Fellbach (29:31) und bei der HSG Böblingen/Sindelfingen (28:30), in denen die Grün-Weißen nach Führungen bis zur 45. Minute am Ende noch als Verlierer vom Feld gingen. „Die knappen Spiele, die vor zwei Jahren zu unseren Gunsten ausgegangen waren, gingen diesmal an den Gegner“, bedauert Zwicker, „das ist Sport“.
Tim Steckroth (hi.) stand als einziger Feldspieler der TSF Ditzingen in jedem Punktspiel auf der Platte. Foto: Andreas Gorr
Am meisten gehadert hat der scheidende Ditzinger Coach mit den Auftritten seiner Mannschaft, aus der sechs Routiniers zum Saisonende ausgeschieden sind, gegen die HB Ludwigsburg. „Nachdem wir das Heimspiel schon mit 31:38 verloren hatten, dann im Rückspiel in einem Derby noch mal ohne große Gegenwehr mit 29:39 unterzugehen, hat mich lange beschäftigt“, verrät Zwicker, der die Saison als „anstrengende, aber auch schöne Zeit“ bezeichnet. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, lautet sein Schlussfazit.