Das Kellerkind war eine harte Nuss: Tim Steckroth (re.) von den TSF Ditzingen war zweimal gegen den SV Remshalden erfolgreich. Foto: Pressefoto Baumann
Handball-Verbandsligist gewinnt beim Kellerkind SV Remshalden knapp mit 31:30 und sichert sich rechnerisch den Klassenverbleib. Trotzdem ist Trainer Zwicker nicht zufrieden.
Henning Maak
13.04.2026 - 15:00 Uhr
Als Malte Bartels gut fünf Minuten vor der Schlusssirene zur 31:27-Führung der TSF Ditzingen in der Remshaldener Stegwiesenhalle getroffen hatte, schienen die Grün-Weißen endgültig eine lange offene Partie auf die Siegerstraße gebracht zu haben. Doch in der Schlussphase wurde die Begegnung aus Ditzinger Sicht noch einmal unnötig spannend, weil den Gästen in der Folge kein einziges Tor mehr gelang.
Auf der Gegenseite erzielte dafür Konstantin Schad für den Tabellenvorletzten 16 Sekunden vor dem Ende per Siebenmeter den 30:31-Anschlusstreffer. Und tatsächlich verloren die Ditzinger in den verbleibenden Sekunden sogar nochmals den Ball, allerdings kamen die Gastgeber nicht mehr in eine aussichtsreiche Abschlussposition.
Klare Kritik von Trainer Dennis Zwicker
„Die Partie ist völlig unnötig knapp geworden, weil wir in der Schlussphase aufgehört haben, Handball zu spielen“, monierte TSF-Trainer Dennis Zwicker. Seine Mannschaft sei nicht einmal mehr zu Erfolg versprechenden Abschlüssen gekommen, da im Angriff schon vorher Fehlpässe und Ballverluste unterlaufen seien. Am Ende des Spieltags gab es dann aber doch noch eine gute Nachricht für die TSF-Verantwortlichen: Da der TV Spaichingen seine Partie gegen die HSG Rottweil in eigener Halle verlor, steht der Klassenverbleib der Grün-Weißen drei Spieltage vor dem Saisonende rechnerisch fest – bei sechs Punkten Vorsprung und dank des gewonnen direkten Vergleichs gegen den Konkurrenten.
Das Angriffsspiel der TSF verbesserte sich, als Lukas Heer (li.) die Spielmacher-Position eingenommen hatte. Foto: Andreas Gorr
Anders als im Hinspiel, als die Ditzinger den Tabellenvorletzten mit 37:20 aus der Sporthalle Glemsaue geschossen hatten, taten sich die Grün-Weißen diesmal von Beginn an schwer, sich eine Führung herauszuwerfen. „Wir hatten in der ersten Halbzeit keinen Spielfluss im Angriff und zudem zehn Fehlwürfe – aus zum Teil völlig freien Situationen“, zeigte Zwicker das Dilemma seiner Mannschaft auf. Das Hinspiel dürfe man darüber hinaus nicht als Maßstab nehmen: „Das war ein Spiel, in dem bei uns alles geklappt hat und bei Remshalden nichts“, meinte er. In eigener Halle habe das Team aus dem Rems-Murr-Kreis zudem häufig nur knappe Niederlagen hinnehmen müssen.
Besser wurde das Ditzinger Angriffsspiel nach dem 13:13-Pausenstand in der zweiten Hälfte, als Lukas Heer als Spielmacher agierte. „Er hat Remshaldens Abwehr gut in Bewegung gebracht und Lücken für uns aufgetan“, lobte Coach Zwicker den Youngster. Als die TSF aus einem knappen 20:19 (41.) in acht Minuten ein 27:22 gemacht hatten, schien die Partie endlich in Richtung der Gäste zu kippen. Im Spiel hielt die Gastgeber allerdings Felix Kästle: Den linken Rückraumakteur bekam die TSF-Abwehr nicht unter Kontrolle, er erzielte neun Treffer. Probleme hatten die Gäste auch mit den beiden groß gewachsenen Kreisläufern des SV Remshalden, die häufig Siebenmeter herausholten.
Allerdings war Coach Zwicker mit den Schiedsrichterinnen, die Remshalden sieben Strafwürfe, Ditzingen hingegen nur einen zusprachen, nicht zufrieden. „Da war keine klare Linie zu erkennen, das hat unsere Abwehrspieler verunsichert“, kritisierte er. Doch von den sieben Siebenmetern führten nur vier zu Toren, weil TSF-Schlussmann Michael Biehl dreimal glänzend reagierte. „Er war ein guter Rückhalt in einigen entscheidenden Situationen und hat seinen Teil zum Sieg beigetragen“, lobte Zwicker. TSF Ditzingen: Biehl, Duck – Ruffner (6), Ruoff (6), Graykowski (5). L. Heer (3), Bartels (3), Tran (3), Hölzel (2), Steckroth (2), Bohnen (1), Kienle, Hüther, J. Heer.