Handball-Verbandsliga Männer HSG Böblingen/Sindelfingen kann sich am Ende bei ihrem Torhüter bedanken

Held des Tages: Torhüter Nikaas Thiruvarudsri entschärfte den letzten Wurf des Gegners und hielt den Sieg fest. Foto: Marco Iker

Zehn Minuten vor Schluss sehen die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen wie der sichere Sieger aus. Doch die Entscheidung fällt am Ende erst mit dem letzten Wurf.

In den ersten beiden Spielen des Jahres wurden die Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen von den beiden Schwergewichten der Verbandsliga in die Schranken gewiesen. Trainer Vito Cece hatte anschließend auch vor dem Spiel bei der SG Freudenstadt/Baiersbronn deutlich gewarnt.

 

Deshalb sprach er nach dem 35:34-Auswärtserfolg von echten Big Points. „Vor allem unter den aktuellen Umständen und nach den beiden Niederlagen zuvor tut dieser Sieg richtig gut.“

BöSis erleben hitzige Atmosphäre bei der SG Freudenstadt/Baiersbronn

Schon beim Aufwärmen wurde den Gästen klar, dass sie sich neben dem Harz-Verbot auch auf eine hitzige Atmosphäre einstellen müssen. „Die Jungs haben das richtig gut angenommen“, lobte der Coach. „Anstatt zu mosern, haben wir es in positive Energie umgewandelt.“ Auch der Spezialball sorgte für zusätzliche Erleichterung. „Das war sogar besser als wir dachten.“

So konnten die Bösis von Anfang an ihr Tempospiel aufziehen. Dominic Rose brachte im Nachwurf einen vergebenen Siebenmeter doch noch im Kasten unter, Tim Negler legte das 5:3 obendrauf. Die Hausherren arbeiteten sich dazu schon früh an den Schiedsrichtern ab, bekamen einige Zeitstrafen aufgebrummt.

Das nutzte die HSG immer wieder gut aus. „Die erste Halbzeit war schon echt gut“, sagte Cece zum 19:16 zur Pause. Nur die eine oder andere Parade mehr hätte er bei seinen Keepern gerne gesehen. Das holte Nikaas Thiruvarudsri nach Wiederanpfiff nach, als er gleich die ersten beiden Würfe des Kontrahenten entschärfte. Negler und zweimal Arne Neuberger sorgten mit dem 22:16 erstmals für sehr klare Verhältnisse. Rose und Mikko Frommer lenkten das Offensivspiel. „Das sah phasenweise top aus.“

Für die Einheimischen schien hier nichts mehr drin zu sein. Die Stimmung kochte beim Stand von 30:23 für Böblingen/Sindelfingen über, was darin gipfelte, dass SG-Coach Drazen Dropuljic die Rote Karte sah und einer seiner Co-Trainer eine zusätzliche Zwei-Minuten-Zeitstrafe erhielt.

Erst mit dem letzten (gehaltenen) Wurf der Partie fiel die Entscheidung. Foto: Imago/Eibner

Zehn Minuten vor Schluss sahen die Gäste beim 33:26 durch Lowis Englert schon wie der sichere Sieger aus. „Doch vielleicht waren wir uns der Sache zu sicher“, überlegte Cece. Denn plötzlich wurde es noch einmal ganz eng. „Bei uns lief irgendwie gar nichts mehr zusammen.“

Die Gastgeber kamen angeführt vom starken Patrick Sandelmann, dem besten Torjäger der Liga, noch einmal heran. Bis zum Treffer von Michael Fangerow, der in dieser Phase alleine dreimal Pech mit Pfostentreffern hatte, vergingen fünf torlose Zeigerumdrehungen. Auch das 35:32 von Rose 80 Sekunden vor dem Ende brachte noch nicht die Entscheidung.

Denn auch zehn Sekunden vor Schluss verdaddelten die BöSis noch einmal den Ball. Mika Philipp lief im Gegenstoß alleine auf das Tor zu – doch Thiruvarudsri hielt den 35:34-Erfolg fest. „Wir müssen uns bei ihm bedanken, dass wir das nicht noch aus den Händen gegeben haben“, lobte Vito Cece.

HSG Böblingen/Sindelfingen: Thiruvarudsri, Laurer; Grosser (3), Fangerow (4), Englert (7), Frommer (1), Spitzl (1), Negler (4), Todt (3), Bock (1), Rose (7/davon 2 Siebenmeter), Neuberger (4), Dörner.

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