Handball-Verbandsliga Männer HSG Böblingen/Sindelfingen lässt sich von Schiri-Entscheidungen nicht beirren

Sein Mitwirken tat den BöSis gut: Dominic Rose (li.) zog wie gewohnt die Strippen bei der HSG Böblingen/Sindelfingen. Foto: Marco Iker

Das war ein echter Handball-Krimi in der Verbandsliga der Männer: Die HSG Böblingen/Sindelfingen erzielte den Ausgleich gegen die SpVgg Mössingen erst zwei Sekunden vor dem Ende.

Die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen sind mit einem Teilerfolg in die Rückrunde gestartet. Beim 36:36 gegen die SpVgg Mössingen holen sie einen Punkt, mit dem unter den schlechten Vorzeichen nicht unbedingt zu rechnen war. „Das war ein echter Krimi“, pustete Marco Cece tief durch.

 

Der Trainer war hin- und hergerissen. Einerseits konnte er mit dem einen Zähler zufrieden sein, zumal Marvin Seeger den Ausgleich erst zwei Sekunden vor dem Abpfiff erzielte. Andererseits hätten die Hausherren wohl gar nicht bis zum Schluss zittern müssen, wenn sie in der entscheidenden Phase nicht vom Schiri-Duo benachteiligt worden wären. „Wir hätten sogar zwei Punkte holen können“, betonte Cece.

HSG Böblingen/Sindelfingen startete unter schwierigen Bedingungen

Dass es gegen diesen Gegner angesichts der aktuellen Bedingungen schwierig werden würde, war bereits vor der Partie klar. Von der ersten Sekunde an entwickelte sich aber ein Duell auf Augenhöhe. Beide Teams drückten das Gaspedal durch. Die Gastgeber offenbarten einige Lücken in der Abwehr. „Da haben wir nicht genug Zug reinbekommen“, so Cece. Nutznießer war bei den Gästen ein ums andere Mal Hendrik Müller. „Ihn haben wir gar nicht in den Griff bekommen.“

Dafür waren die BöSis auf der anderen Seite voll da und ließen sich nicht abschütteln. „Das hat schon wieder ganz anders ausgesehen als vor zwei Wochen“, verwies Cece auf das ganz miese Nachholspiel in Schwaikheim. Dass es im Vorwärtsgang besser lief, lag auch daran, dass Dominic Rose wieder mit von der Partie war und wie gewohnt die Strippen zog. „Offensiv war es eine sehr starke und ausgeglichene Leistung“, lobte der Coach. Der 18:19-Pausenrückstand sei „zu diesem Zeitpunkt völlig in Ordnung“ gewesen.

Jubel über den Endstand bei Trainer Marco Cece (in Schwarz): Einen Punkt haben die BöSis doch noch gerettet. Foto: Marco Iker

Nach der Pause stellte die HSG in der Abwehr um, brachte unter anderem Mikko Frommer in den Mittelblock. Damit bekamen die Einheimischen Müller besser in den Griff. Gleichzeitig kam allerdings der Angriff ins Stottern. So zog die SpVgg beim 21:24 erstmals um drei Tore weg, ehe sie sogar zum 22:26 traf.

Bei Böblingen/Sindelfingen kam nun Martin Root in den Kasten. Er sorgte mit drei Paraden dafür, dass der Gegner nicht vorzeitig den Sack zumachte. Rose und Seeger brachten die Hausherren beim 26:27 wieder ran, in Überzahl sorgte Frederik Todt für die erste HSG-Führung seit langer Zeit.

Die folgende Zeitstrafe für Rose verstanden dann nur die wenigsten der 400 Zuschauer in der Murkenbachhalle. Doch auch davon ließen sich die BöSis nicht unterkriegen, ebenso wenig vom 2-Tore-Rückstand 90 Sekunden vor Schluss. Michael Fangerow und erneut Todt stellten die Uhren wieder auf Null. Als Müller dann einen unberechtigten Siebenmeter zugesprochen bekam, den Jona Göhner für die Mössinger verwandelte, kochte die Stimmung über.

Böblingen/Sindelfingen schickte für die letzten Attacke den siebten Feldspieler auf die Platte, und Seeger vollendete auf der linken Außenbahn zum 36:36-Endstand. „Das war mehr als verdient“, fand Cece.

HSG Böblingen/Sindelfingen: Root, Thiruvarudsri; Grosser, Fangerow (5/davon 1 Siebenmeter), Seeger (4), Englert (4), Heinkele (6), Frommer (1), Spitzl, Negler (2), Todt (5), Bock (1), Rose (7/1), Neuberger (1), Dörner.

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