Handball – Verbandsliga Markus Stotz – ein erfahrener Trainer für die Verjüngung

Markus Stotz steht künftig beim TSV Deizisau an der Seitenlinie. Rechts Christoph Hönig, Kapitän von Stotz’ Noch-Club SV Leonberg/Eltingen und Coach der Frauen des TSV Denkendorf. Foto: Andreas Gorr

Markus Stotz wird Coach des Handball-Verbandsligisten TSV Deizisau und soll beim Umbruch und dem Wiederaufstieg in die Oberliga helfen.

Reporter: Sigor Paesler

Das persönliche Gespräch ist entscheidend. „Wir haben viel Gutes über ihn gehört“, sagt Arne Staiger vom Management des Handball-Verbandsligisten TSV Deizisau. Nach dem Kennenlernen war dann schnell klar: Markus Stotz wird zur kommenden Saison Coach des Traditionsvereins. Er soll den personellen Umbruch begleiten und, nachdem es in der noch laufenden Saison nicht geklappt hat, die Mannschaft zurück in die Oberliga führen. Dass der 60-Jährige überhaupt auf dem Trainermarkt war, haben die Deizisauer indes dem SV Leonberg/Eltingen zu verdanken.

 

„Eigentlich wollte ich als Trainer aufhören“, erzählt Stotz nämlich. Das war im Herbst 2024, als sein Engagement bei der TG Schömberg vorzeitig endete. Stotz wollte sich – neben dem fordernden Beruf als Polizist freilich – vornehmlich seinem „Lieblings-Hobby“ widmen, dem Triathlon. Ab Dezember 2025 kam dann aber alles anders: Nach dem Rücktritt von Zoran Stavreski suchte Leonberg/Eltingen einen Interimstrainer, der die Mannschaft nicht nur übernehmen, sondern sie zum Klassenverbleib führen sollte. Stotz übernahm – und führte das Team zum Klassenverbleib. Und er sagt: „Mich hat das Handballfieber wieder ergriffen.“ Gut für die Deizisauer. „Es hat sich in Leonberg/Eltingen zu einer Herzensangelegenheit entwickelt, es hat alles gestimmt“, erklärt Stotz weiter. Da in Ladislav Goga, der noch die HSG Ostfildern II betreut, der Coach für die Saison 2026/2027 schon feststand, machten die SV-Verantwortlichen Stotz das Angebot, eine andere Aufgabe zu übernehmen – doch der wollte auf die Bank.

„Wollen wieder hoch gehen“

Über Frauentrainer Alen Dimitrijevic kam der Kontakt nach Deizisau zustande und nachdem die Suche davor – parallel zu Gesprächen mit dem beruflich stark eingebundenen Noch-Trainer Sven Strübin – ziemlich lange gedauert hatte, kam es flott zur Einigung. Die Macher des Vereins konnten oder mussten sich am Ende sogar zwischen zwei Kandidaten entscheiden. „Er hat klare Vorstellungen, hat Erfahrung und arbeitet gerne mit jungen Spielern, er passt voll in unser Anforderungsprofil“, sagt Funktionär Staiger, der sich auch bei Kollegen von Stotz’ früheren Stationen, etwa dem TSV Wolfschlugen, schlau gemacht hat.

Dass der künftige Coach für den Handball und auch für die neue Aufgabe brennt, merkt man ihm an. „Der Name Deizisau hat eine Vergangenheit, die Konstellation im Verein ist hervorragend und die Mannschaft ist intakt“, sagt er. Außerdem hält er generell „viel von der Handballregion Esslingen“. Die hohen Erwartungen schrecken ihn nicht. „Wir wollen wieder hochgehen“, formuliert Staiger, dass die Oberliga das Ziel ist – er nennt aber bewusst keinen Zeitpunkt. Warum es in der laufenden Runde trotz guter Voraussetzungen nicht geklappt hat? Zum einen haben die Konkurrenten HV Rot-Weiß Laupheim und TSV Bartenbach konstanter agiert. „Und vielleicht waren wir zu gierig, sodass die nötige Lockerheit gefehlt hat“, sagt Staiger. Zwei Spieltage vor dem Saisonende sind die Deizisauer nur Vierter mit sieben Punkten Rückstand auf den Zweiten Bartenbach.

Wichtig ist Funktionär Staiger, dass der anstehende personelle Umbruch gelingt. Wobei der nicht radikal ausfallen wird. Zum einen, weil Leistungsträger wie Lukas Lohmann, Nils Kühl, Yannik Taxis, Alexander Seibold und Tim Paßmann bleiben. Und zum anderen, weil der starke Nachwuchs, auf den sie im Verein bauen, aus demografischen Günden erst in ein bis zwei Jahren in größerer Zahl nachrücken kann.

Andererseits ist allen im Verein klar: Im vergangenen Sommer war es ein Vorteil, dass die Mannschaft nach dem Durchmarsch nach unten in die Verbandsliga nicht auseinanderbrach und die Spieler Verantwortung übernahmen. Aber an einer Verjüngung führt kein Weg vorbei. Und was sagt Stotz dazu? „Für mich passt das sehr gut, weil ich gerne mit jungen Spielern arbeite. Der Weg, den sie in Deizisau einschlagen, ist absolut richtig.“ Und: „Ich bin schon mit einigen Mannschaften aufgestiegen – man kann einen Aufstieg nicht planen, er hängt von vielen Faktoren ab.“

„Ein offener Typ“

Die Routiniers will der neue Coach bei besagtem Umbruch einbauen: „Zu jedem leistungsorientierten Team gehören erfahrene Spieler. Es ist mein Anliegen, sie in die Richtung zu bringen, dass sie ihre Erfahrung an die jungen Spieler weitergeben.“ Es dürfte ihn freuen, dass das in Deizisau geübte Praxis ist. Als Abgänge stehen bislang Fabian Bauer (TSB Schwäbisch Gmünd), Finn Beichter (TSV Köngen), Fabian Kuntsche (zweite Mannschaft) und Lars Crone (Pause) fest, als Zugänge Tim Zeisler (HB Ludwigsburg), Tristan Gehring (TV Reichenbach) und Rückkehrer Matts Fischer (Team Esslingen), wobei Staiger auch Florian Touet dazu zählt, der nach seinem Wechsel aus Köngen vor der laufenden Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses kein einziges Spiel absolviert hat, nun wieder fit ist und in der Vorbereitung auf die kommende Runde einsteigen wird. Mindestens ein Rückraumspieler und möglicherweise ein weiterer Torhüter stehen noch auf der Wunschliste.

Staiger und seine Mitstreiter hätten sich übrigens auch bei Christoph Hönig nach Stotz erkundigen können. Denn der ist nicht nur Coach des benachbarten Frauen-Oberligisten TSV Denkendorf, sondern auch Kapitän von Leonberg/Eltingen. „Definitiv“ habe Stotz einen großen Anteil am Klassenverbleib des SV. „Er ist ein sehr engagierter, sehr detailverliebter, guter Trainer und kann auch lustig sein. Er hat es leicht, sich überall einzugliedern, weil er ein offener Typ ist“, sagt Hönig über Stotz und kann es eben aus der Sicht des Trainers und des Spielers beurteilen. Und er hat es vielen persönlichen Gesprächen erfahren.

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