Die Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen machen es spannend bis zur letzten Sekunde. Im finalen Spiel der Verbandsliga, Staffel I, gewannen sie bei den TSF Ditzingen mit 31:30. „Das war ein schöner Abschluss“, sagte Coach Marco Cece erleichtert. „Wir haben noch einmal alles reingehauen und uns dafür belohnt.“
Es war gleichzeitig die Bestätigung, dass es auch unter widrigen Umständen klappt, was in dieser Runde eben nicht immer der Fall war. „Deshalb stehen unter dem Strich auch vier bis sechs Punkte zu wenig“, rechnete Cece vor. Weil es nun zum zweiten Mal hintereinander gelang, die personellen Rückschläge wegzustecken, schließt das Team auf Rang acht ab.
Ohne Spielmacher Frederik Todt musste das Trainerduo umbauen. „Das hat in der Anfangsphase auch sehr gut funktioniert“, analysierten die beiden. Finn Spitzl bildete zusammen mit Urs Bonhage einen starken Mittelblock. Auch offensiv kam ersterer erneut stark zur Geltung – nicht nur wegen seiner sechs Treffer. „Er tut unserem Spiel einfach gut“, betonte Cece. „Er bringt mehr Variabilität rein.“ Bonhage brachte seine Farben mit 6:3 in Front, doch als die Übungsleiter durchrotierten, kam die Stabilität ein wenig abhanden. Die Hausherren fanden immer wieder die Lücken am Kreis, kamen so zu einfachen Toren oder Siebenmetern. So holten sie auf und lagen zur Pause sogar mit 17:15 vorn. „Aber wir haben gespürt, dass wir hier nicht schlechter sind.“
Nach drei Treffer in Folge von Spitzl stand es schnell nur noch 18:20, Tim Frommer legte den Anschlusstreffer nach. Nun ging es heiß her: Marvin Seeger zeigte sich von Linksaußen und der Strafwurflinie treffsicher. Plötzlich lagen die Gäste mit 26:23 vorne – und hätten sogar noch ein, zwei Erfolgserlebnisse obendrauf legen können. Doch diese Chance ließen sie liegen, und bald stand es 27:27.
Die packende Schlussphase brach an. Bonhage schien die Punkte mit seinem Doppelpack zur 31:29-Führung fast schon einzutüten. Die Gastgeber schwächten sich zudem selbst, Hannes Träger wurde disqualifiziert. Der sonst sehr sichere Seeger scheiterte jedoch beim Siebenmeter. So bekamen die TSF am Ende die Chance auf den Ausgleich. Die Gemüter kochten hoch: Lukas Heer und auch die Bank bekamen eine Zwei-Minuten-Strafe. Mit nur noch vier gegnerischen Akteuren auf der Platte, hatte die HSG keine Mühe, den Angriff zu stoppen. Nun steht bis Mitte Juni die Sommerpause an. „Die wollen wir nutzen, um ein bisschen abzuschalten.“
HSG Böblingen/Sindelfingen: Gsell, Maaß, Root; Staudenmaier, Bonhage (9), Heinkele (1), Spitzl (6/davon 1 Siebenmeter), T. Frommer (3), Seeger (9/2), Fangerow (2), Grosser, Stöffler (1), Negler, Neuberger.