Gut 53 Minuten lang schien es in der Fellbacher Zeppelinhalle nur einen Sieger im Verbandsliga-Duell zwischen den Gastgebern und den Grün-Weißen geben zu können: Mit neun Toren (37:28) lagen die Gäste vorne, die die Begegnung von Anfang an bestimmt hatten und nach fünf Minuten schon mit 5:1 geführt hatten.
Doch in den letzten sieben Minuten avancierte die Partie aus Ditzinger Sicht zum unfreiwilligen Krimi. Tor um Tor holte der Tabellenachte auf und verkürzte 57 Sekunden vor Schluss auf 36:38. „Ich muss mir den Vorwurf machen lassen, dass ich in der Schlussphase zu viel rotiert und damit den Flow aus der Mannschaft genommen habe“, räumte TSF-Trainer David Thomitzni unumwunden ein.
Die Fellbacher stellten in der Schlussphase auf eine offene Manndeckung um, die die Grün-Weißen immer wieder in Verlegenheit brachte. Mal wurden die sich bietenden Torchancen, die sich durch die großen Lücken im SV-Abwehrverbund ergaben, nicht genutzt, dann leisteten sich die Gäste unnötige Ballverluste im Angriff, die mit einfachen Gegentoren bestraft wurden. Auch die Variante mit einem siebten Feldspieler brachte die Fellbacher nicht in Nöte, sie holten weiterhin Tor um Tor auf.
Hinzu kam, dass die Ditzinger vier der letzten fünf Minuten in Unterzahl spielen mussten, da zunächst Lukas Hölzel (56.) und dann Abwehrchef Julian Schwab (58.) Zwei-Minuten-Strafen kassierten. Auch eine Auszeit fünf Minuten vor der Schlusssirene konnte den Negativlauf nicht stoppen.
TSF-Treffer wird aberkannt
Der einzige Treffer der TSF durch Lukas Hölzel zum 38:33 war der Grund dafür, dass es am Ende doch noch zum knappen Sieg für die Gäste reichte. Fellbachs Sohail Ramin traf in der letzten Sekunde zwar noch zum 37:38, doch zu mehr reichte es nicht – im Gegenteil: Tim Steckroth erzielte sogar noch das vermeintliche 37:39, doch der Ball überquerte erst nach der Schlusssirene die Torlinie des SV-Gehäuses und fand daher keine Anerkennung. „Über die letzten sieben Minuten werden wir intern noch sprechen, aber über 53 Minuten hatten wir die Partie klar im Griff“, meinte Thomitzni.
Die TSF waren von Beginn an hellwach und ließen sich auch nicht dadurch beirren, dass die Partie wegen zunächst fehlender Schiedsrichter mit 20 Minuten Verzögerung angepfiffen wurde. Schnell setzten sie sich ab und lagen die erste Halbzeit über mit vier bis fünf Toren vorne. „Fellbach ist nur über die zweite Welle und die schnelle Mitte zu Treffern gekommen. Das stehende Spiel haben wir fast komplett im Griff gehabt“, lobte Thomitzni. Die TSF ließ häufig Würfe von den Außenpositionen zu, die Fellbacher Außen fanden jedoch kaum einmal einen Weg an den beiden TSF-Keepern vorbei.
Probleme bereiteten der Ditzinger Abwehr nur die beiden Fellbacher Halbspieler Joe Traub (12/4) und Jan Spindler (9), die auch im Hinspiel zusammen schon 19 Treffer erzielt hatten. Thomitzni lenkte den Blick nach dem Auswärtserfolg nach oben: „Jetzt haben wir drei Heimspiele in Folge und Rang eins ist gerade einmal drei Zähler entfernt“, gab er als Parole aus. TSF Ditzingen: Glumac, Biehl; Hüther (9/2), Träger (7), Hölzel (5), Steckroth (4), Graykowski (3), Schwab (2), Breitner (2), Heer (2), Ruffner (2), Ruoff (1), Bauer (1), Schad.