Handball Verbandsliga Vier Minuten besiegeln Niederlage der TSF Ditzingen
Die Verbandsliga-Handballer aus Ditzingen müssen sich gegen die abgezockte Sportunion aus Neckarsulm in eigener Halle mit 30:37 (16:21) geschlagen geben.
Die Verbandsliga-Handballer aus Ditzingen müssen sich gegen die abgezockte Sportunion aus Neckarsulm in eigener Halle mit 30:37 (16:21) geschlagen geben.
Es war eine einzige Phase, die die Verbandsliga-Begegnung zwischen den TSF Ditzingen und der SU Neckarsulm entschied: In den letzten vier Minuten vor der Pause mussten kurz nacheinander erst Tim Steckroth und dann Hannes Träger mit Zeitstrafen auf die Bank. Diese Überzahlsituationen nutzten die abgezockten Neckarsulmer aus und setzten sich bis zur Pause vorentscheidend von 16:16 auf 16:21 ab.
Die Grün-Weißen verkürzten zwar auf 19:22 (34.), lagen aber nur 90 Sekunden später wieder mit 19:25 zurück und liefen dem Rückstand bis zur Schlusssirene hinterher. „Der Sieg für Neckarsulm ist verdient. Sie haben über 60 Minuten mit extrem hohem Tempo und sehr konstant gespielt und sich keine einzige Schwächephase erlaubt“, erkannte TSF-Trainer David Thomitzni an.
Nur ganz zu Beginn hatten die Gastgeber 1:0 und 2:1 vorne gelegen, in der Folge liefen sie zumeist einem Rückstand hinterher. Nach einem 6:8 (11.) glich Florian Ruoff zwar zum 8:8 (13.) aus und auch beim 11:11 (18.) war die TSF noch auf Augenhöhe. Das 16:16 (26.) von Kapitän Yannick Hüther, der mit acht Treffern bester Torschütze war und bei fünf Versuchen von der Siebenmeterlinie keine Nerven zeigte, war jedoch der letzte Zwischenstand, bei dem die Gastgeber nicht im Rückstand lagen.
In der Tatsache, dass Neckarsulm in der Vorwoche in die Rückrunde gestartet war, während die Ditzinger spielfrei waren, sah Thomitzni keinen Nachteil. Nur ab und zu hätten seinem Team im Angriff in der zweiten Hälfte die Ideen gefehlt. „Alles in allem lief es bei uns nicht schlecht. Wir haben nur einige einfache Tore über die schnelle Mitte oder die erste und zweite Welle nach Ballverlusten im Angriff kassiert“, meinte er. Insbesondere hätten die Gäste dies auszunutzen gewusst, wenn die TSF in Unterzahl den Torhüter aus dem Spiel genommen hatten, um im Angriff mit sechs Feldspielern zu agieren.
„Am Ende hat es Neckarsulm einfach clever runtergespielt“, erkannte der Coach an. Neben dem hohen Tempo war der oberligaerfahrene Jan König der zweite Trumpf des Tabellendritten, den die Abwehr der Grün-Weißen nicht in den Griff bekam. Der Rückraum-Shooter, Sohn des ehemaligen TVB-Trainers Thomas König, steuerte mit zehn Treffern mehr als ein Viertel der SU-Tore bei.
Da bei den TSF neben den Langzeitverletzten Malte Bartels und Nick Bohnen auch der erkrankte Lucas Breitner und der beruflich verhinderte Thomas Schad fehlten, hatte Interimscoach Thomitzni Kreisläufer Lucas Baumann und Paul Osburg aus der zweiten Mannschaft in den Kader berufen und gab beiden einige Minuten Spielzeit. „Paul spielt auch noch in der A-Jugend. Er hat sich die Nominierung verdient und sollte vor allem lernen, an was für eine Härte er sich bei den Aktiven gewöhnen muss“, erklärte Thomitzni, der hofft im Februar einen Trainer für die neue Saison präsentieren zu können.
Derzeit befinde man sich mit drei Kandidaten in aussichtsreichen Gesprächen. „Für einen neuen Coach ist es leichter, einen kompletten Neustart zur neuen Saison zu moderieren“, ist sich Thomitzni sicher, der das Team bis zum Saisonende zusammen mit seinem Vater und Julian Schwab betreuten wird. In dieser Saison gehe der Blick in der Tabelle weder nach oben noch nach unten. „Wir schauen von Spiel zu Spiel und werden am Ende sehen, wozu es reicht“, gibt er als Motto aus. Er ist sich sicher, dass das Team schon am kommenden Wochenende in Fellbach eine Antwort auf die Niederlage gegen Neckarsulm geben wird. TSF Ditzingen: Glumac, Biehl; Hüther (8/5), Steckroth (6), Heer (5), Ruoff, Träger (je 4), Hölzl (3), Baumann, Osburg, Graykowski, Schwab, Bauer, Ruffner.