Handball – Vorschau TVR-Coach Masching kündigt seinen Abschied an
In Deizisau steht das Derby gegen den TV Reichenbach an, bei dem Trainer Jochen Masching im Sommer aufhört.
In Deizisau steht das Derby gegen den TV Reichenbach an, bei dem Trainer Jochen Masching im Sommer aufhört.
Noch zwei Mal spielen, dann ist Weihnachten. Das gilt für die meisten Handball-Teams. Für Trainer Jochen Masching beginnt damit Abschiedstour mit seinem Handball-Verbandsligisten TV Reichenbach. Das Vereins-Urgestein gibt das Team am Ende der Saison ab – weil er beruflich stark eingebunden ist „und weil mir mein Gefühl sagt, dass ich nach vier Jahren mal was anderes machen will“, wie er sagt. „Aber ob ich überhaupt was im Handball mache, weiß ich nicht.“ Wer Nachfolger wird, ist noch nicht klar – aber, dass es Co-Spielertrainer Daniel Roos nicht sein wird. „Ich will selbst noch ein bisschen spielen“, erklärt der.
Beide 14:4 Punkte, damit jeweils zwei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Kurpfalz Bären, Zweiter gegen Dritter – das ist die Ausgangslage des Duells zwischen dem SV Allensbach und dem TSV Wolfschlugen. Somit ist auch klar, dass es eine interessante Konstellation und eine schwere Aufgabe für die Wolfschlugenerinnen ist – und die letzte des Jahres.
Teammanager Matthias Dunz von der HSG Ostfildern hat den Doppelpack im Blick und verwendet im Hinblick auf die HSG Albstadt und die HSG Willstätt/Hanauerland eines seiner Lieblingswörter: „Das sind zwei absolute Bretter.“ Bevor es zum Zweiten geht, kommt am Samstag (19.30 Uhr) der Vierte Albstadt. „In der vergangenen Saison haben wir auch dank Sebastian Arnold im Tor beide Spiele gewonnen“, erklärt Dunz, „wir müssen die Thomann-Brüder in den Griff bekommen und eine gute Abwehr spielen.“ Zuletzt hat das Team nicht nur nach Dunz’ Geschmack nämlich oft zu viele Gegentore kassiert.
Der Vorletzte TV Plochingen tritt am Samstag (19.30 Uhr) beim nur drei Ränge besseren HC Neuenbürg an. Nur, denn der HC steht nach der Beobachtung von TVP-Cotrainer Tim Hamann „angesichts des guten Kaders arg weit unten“. Die Plochinger aber gucken auf sich selbst. „Wir wollen an das Neuhausen-Spiel anknüpfen und wieder eine starke Willensleistung auf die Platte bringen“, sagt Hamann zum jüngsten 27:27 gegen den TV Neuhausen/Erms. „Dann wird es auch irgendwann den Schnackler tun.“
Die SG Hegensberg/Liebersbronn und der TSV Wolfschlugen haben es mit einem Gegner zu tun, der in der Tabelle hinter ihnen steht – aber was muss das schon bedeuten? Zumal Coach Veit Wager vom Dritten Heli vor dem Auftritt am Samstag (19.30 Uhr) beim Siebten SG Lauterstein sagt: „Auswärtsspiele sind immer unangenehm, aber in Lauterstein ist es besonders unangenehm.“ Die Lautersteiner, die Anfang Januar beim EZ-Pokal im Sportpark Weil mitspielen, sind ein gestandener Oberligist, aber Wager hat sich sein Rezept zurechtgelegt: „Je besser, je schneller, je entschlossener wir uns präsentieren, desto schwerer machen wir es Lautersein.“ Das könnte auch eines für den Fünften Wolfschlugen in der Partie am Samstag (20 Uhr) gegen den Elften Saase Leutershausen II sein. Ein Sieg ist jedenfalls Pflicht, zumal die Leutershausener in der laufenden Saison erst ein Auswärtsspiel gewonnen und die Wolfschlugener erst ein Heimspiel – zuletzt mit 29:35 gegen die SG BBM Bietigheim II – verloren haben.
Nach der 23:27-Niederlage gegen Tabellenführer SG H2Ku Herrenberg hat der TSV Denkendorf am Samstag (18 Uhr) erneut ein Heimspiel – und in der HSG Böblingen/Sindelfingen das laut Tableau zweitbeste Team der Liga zu Gast. Aber: Die Denkendorferinnen stehen nur einen weiteren Platz dahinter und würden mit einem Sieg am Gegner vorbeiziehen. Es folgt jedoch das nächste Aber: „Wir haben nur sechs einsatzfähige Feldspielerinnen“, erzählt Trainer Christoph Hönig. Er hat sogar versucht, das Spiel zu verlegen, hatte damit aber keinen Erfolg. „Es ist in so einem Top-Spiel besonders schade“, sagt Hönig und glaubt, „dass wir gegen Herrenberg mit besserem Kader gewonnen hätten.“ Auch gegen die SG werde es „eine Frage der Kraft“. Der TSV Köngen tritt am Samstag (18 Uhr) als Zehnter gegen die fünf Ränge und fünf Punkte bessere SG Dornstetten an.
Es ist die Zeit der Derbys. Nach dem 28:23-Erfolg beim TSV Denkendorf erwartet der TSV Deizisau am Samstag (19.30 Uhr) den TV Reichenbach. „Ich bin entspannter als vor dem Spiel in Denkendorf“, erklärt Deizisaus Management-Mitglied Arne Staiger – und auch, warum: „Wir spielen zu Hause und haben in Denkendorf gezeigt, dass wir es können.“ Die Deizisauer konnten da vor allem in der zweiten Hälfte ihre individuelle Überlegenheit ausspielen und haben auch die entsprechende Einstellung an den Tag gelegt. „Diese Leidenschaft müssen wir wieder auf die Platte bringen“, fordert Staiger. Alexander Seibold wird nach einigermaßen ausgestandener Entzündung in der Schulter zumindest in der Abwehr ein Comeback geben.
TVR-Spielertrainer Roos sieht die Favoritenrolle „klar bei den Deizisauern“, lobt deren Kader und die „eklige 3:2:1-Deckung, die man sonst in der Liga kaum findet“. Aber er sagt jahreszeitlich angepasst auch: „Wir wollen den Deizisauern nicht die Punkte im Nikolaussack übergeben. Sie müssen sie mit einer gehörigen Portion Arbeit aus dem Sack rausgruschteln, wenn sie sie haben wollen.“
Die Denkendorfer haben die Niederlage gegen die Deizisauer aufgearbeitet und spielen im letzten Heimspiel des Jahres am Samstag (20 Uhr) gegen die SG Ober-/Unterhausen „auf Sieg“, wie Torhüter Benedikt Schrade ankündigt. Die Voraussetzung dafür: So gut verteidigen wie zuletzt, vor allem in der ersten Hälfte, aber die Chancen besser nutzen. Schrade erwartet wie immer gegen die SGOU „ein enges Spiel gegen eine physisch starke Mannschaft, die über die Emotionen kommt“. Was ihn freut: Nick Riehs hat nach seinem Wadenbeinbruch zumindest wieder erste Gehversuche in der Trainingshalle gemacht. Bis zu einer Rückkehr im Trikot dauert es aber noch.
Beim jungen Team des VfL Pfullingen II haben sich schon einige Mannschaften schwergetan. Wenn das Team Esslingen am Samstag (18 Uhr) in der Kurt-App-Halle antritt, sind jedoch „zwei Punkte eingeplant“, wie Spieler Benedikt Frohna erklärt. Er hat Respekt vor den Pfullingern „und wir werden sie nicht unterschätzen, aber wir können auch an uns glauben und haben die Qualität, dort zu gewinnen“. Mit zwei Siegen in den verbliebenen beiden Spielen vor der Pause – danach geht es noch zur SG Herbrechtingen/Bolheim – wollen die Esslinger laut Frohna „punktemäßig den Anschluss halten“. Denn der momentane zehnte Platz von zwölf Mannschaften sieht nicht so gut aus und entspricht auch nicht dem Leistungsvermögen der Esslinger.
Ein Derby kann es bei den hiesigen Verbandsliga-Frauen ja nicht geben, weil die beiden Teams in unterschiedlichen Staffeln antreten. Bei der SG Hegensberg/Liebersbronn wird spannend zu beobachten sein, wie das Team die erste (28:28-) Niederlage der Saison bei der SG Degmarn/Oedheim weggesteckt hat. Am Sonntag (18 Uhr) geht es für den Tabellenführer zum Sechsten Rhein-Neckar Löwen nach Östringen. Aufsteiger TSV Neuhausen erwartet davor um 14.30 Uhr die SG Ober-/Unterhausen und damit den Tabellenzweiten. Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie wird es also nicht ganz einfach, den dritten Saisonsieg zu schaffen.
Drei Siege in Folge hat der TSV Köngen nach dem schwachen Saisonstart hingelegt – folgt am Samstag (20 Uhr) gegen die HSG Ermstal der nächste Erfolg, würde die Mannschaft den Dritten nach Pluspunkten überholen.
Den TV Reichenbach kann niemand überholen, das Team ist Spitzenreiter. Die Aufgabe gegen die HSG Böblingen/Sindelfingen II dürfte am Samstag (17 Uhr) eine lösbare sein. „Das ist kein Thema“, sagt Trainer Frank Rilling, „die HSG hat die zweitbeste Abwehr der Liga, aber wir den besten Angriff.“
Während die SG Hegensberg/Liebersbronn II am Freitagabend beim Tabellenführer TSV Grabenstetten antrat (bei Redaktionsschluss nicht beendet), erwartet den TSV Denkendorf II am Samstag (16 Uhr) gegen den Zweiten tus Stuttgart eine kaum leichtere Aufgabe. Auch der TSV Wolfschlugen II am Samstag (18 Uhr) gegen die TSG Reutlingen und die HSG Ostfildern am Samstag (17.30 Uhr) gegen die SG Ober-/Unterhausen II sind beim Blick auf die Tabelle in der Außenseiterrolle.
Der verlustpunktfreie Tabellenführer TSV Deizisau II will sich am Samstag (17.30 Uhr) auch nicht vom Vierten SV Vaihingen aufhalten lassen. Coach Steffen Braun aber warnt angesichts der 6:2 Zähler des Konkurrenten: „Nach Minuspunkten erwarten wir unseren ärgsten Verfolger. Gewinnen wir das Spiel, können wir schon vorzeitig die Herbstmeisterschaft feiern, was aber weiterhin erst mal nebensächlich ist.“ Und auch Braun weiß: Abgerechnet wird nicht am Ende der Hinrunde, sondern ganz am Schluss.