Handball – Vorschau In Wolfschlugen endet die Ära Simon Hablizel – ganz

Wolfschlugens Coach Simon Hablizel (zweiter von links) tritt berufsbedingt ganz zurück, Raphael Sautter (rechts) übernimmt in der kommenden Saison den Cheftrainerposten. Foto: Nico Bauhof

Der Trainer der Drittliga-Handballerinnen des TSV Wolfschlugen bestreitet am Sonntag sein letztes Heimspiel. Und in der Verbandsliga steht ein spannendes Derby an.

Nur noch eine Handvoll Spiele haben die Handballteams der Region zu bestreiten, ehe die Saison zu Ende geht – und ob die Ziele werden, wird immer klarer. Die Männer des TSV Wolfschlugen wollen ebenso wie die Frauen des TSV Denkendorf am Ende der Runde Platz zwei in der Oberliga belegen. „Die Thematik Aufstiegsrelegation ist für uns zwar noch surreal, denn sie war nie unser Ziel. Aber nun wären wir schon enttäuscht, wenn es nicht klappen würde“, sagt Denkendorfs Coach Christoph Hönig. Bei den Drittliga-Handballerinnen aus Wolfschlugen wird Abschied genommen.

 

Frauen – 3. Liga

Eine große Sache will er nicht daraus machen. Aber die Leute sollen es schon wissen: Dass Simon Hablizel an diesem Sonntag (16 Uhr) zum letzten Mal bei einem Heimspiel des TSV Wolfschlugen als Cheftrainer auf der Bank sitzen wird, ist schon eine Weile klar. Nun aber kündigt Hablizel an, dass es in der kommenden Saison nicht zum geplanten Rollentausch mit seinem Assistenten Raphael Sautter kommen wird. Sautter wird zwar aufrücken, Hablizel aber nicht die Aufgabe des Co-Trainers übernehmen. „Ich packe das einfach nicht mit den Umfängen“, sagt er und verweist auf seine berufliche Situation. Außerdem will er freilich auch noch Zeit für die Familie haben.

Nun will sich Hablizel aber erst einmal mit einem Sieg gegen die HSG St. Leon/Reilingen vom Heimpublikum verabschieden. „Nach den jüngsten zwei Niederlagen sind wir tabellarisch etwas abgerutscht. Wir wollen die beiden letzten Spiele gewinnen, dann werden wir punktemäßig besser als in der vergangenen Saison abschließen, selbst wenn wir Vierter bleiben“, rechnet er vor. Obwohl die Gegnerinnen Vorletzte sind, rechnet Hablizel mit einer schweren Aufgabe: „Das 31:30 im Hinspiel war der vielleicht glücklichste Sieg meiner Trainerkarriere.“ Ein Neuzugang für die kommende Runde steht indes bereits fest: Nina Dierolf wechselt vom Ligakonkurrenten SG Schozach/Bottwartal nach Wolfschlugen. Rona Weißer wird es Frisch Auf Göppingen II ziehen.

Männer – Regionalliga

„Wir haben nichts zu verlieren – der Klassenverbleib ist rechnerisch sicher. Der Gegner muss dagegen punkten, um aufzusteigen. Das könnte unsere Chance sein“, sagt Teammanager Matthias Dunz vor der Partie seiner HSG Ostfildern beim Zweiten HSG Albstadt am Samstag (20 Uhr). Zuversichtlich stimmt ihn außerdem, dass „wir ziemlich lange nicht mehr in Albstadt verloren haben und bis auf Dominik Keim, der vorsorglich noch einmal aussetzt, alle fit sind“. Zur selben Zeit empfängt der Vorletzte TV Plochingen den Elften HC Neuenbürg und möchte sich für die 27:40-Hinspielniederlage revanchieren.

Oberliga

Die letzten vier Spiele der Runde wollen auch die Männer des Tabellenzweiten TSV Wolfschlugen gewinnen. Die Wolfschlugener haben zwei Pluspunkte und ein Spiel mehr als der Dritte TV Flein und möchten am Samstag (19.30 Uhr) Rang zwei durch einen Erfolg beim Fünften Saase3 Leutershausen II festigen. Das Hinspiel gewannen die Wolfschlugener mit 32:27. Eine Hiobsbotschaft musste der Verein jedoch verkraften: Rückraumspieler Phillip Toth zog sich bei einem Arbeitsunfall eine Knieverletzung zu und wird vorerst ausfallen.

Derweil trifft der Neunte SG Hegensberg/Liebersbronn am Samstag (18 Uhr) zu Hause auf den Elften SG Lauterstein. Heli-Coach Veit Wager spricht von einem „Fünf-Punkte-Spiel, da wir mit einem Sieg einen Riesenschritt in Richtung vorzeitigen Klassenverbleibs machen können. Zuvor warten allerdings 60 heiße Minuten gegen einen äußerst unangenehmen Gegner“. Die Berghandballer können dabei wieder auf Robin Habermeier, Louis Fischer, Lucas Schieche und Lukas Wester-Ebbinghaus zurückgreifen.

Frauen – Oberliga

„Drei Endspiele“ haben die Frauen des TSV Denkendorf laut Coach Christoph Hönig noch vor sich. „Wir hoffen, dass die derzeit Zweitplatzierte SG Weinstadt gegen den Ersten SG H2Ku Herrenberg verliert, dann hätten wir gute Chancen auf Rang zwei“, sagt Hönig. Zunächst müssen die Denkendorferinnen (Platz zwei) jedoch ihre Partie am Samstag (17.30 Uhr) beim Fünften HSG Böblingen/Sindelfingen gewinnen. „Das ist das erste Brett, das zu bohren ist. Im Hinspiel haben wir uns nicht von der besten Seite gezeigt. Wir sind gut vorbereitet und wissen, was auf uns zukommt“, betont Hönig.

Zwei Stunden später gastiert der Elfte TSV Köngen beim Achten SG Dornstetten. „Es wird eine schöne Auswärtsfahrt in eine harzfreie Halle – da haben wir richtig Lust zu spielen“, sagt Köngens Co-Trainer Martin Schorr zunächst sarkastisch und ergänzt dann ernst: „Die Verletzungssituation hat sich nicht verbessert und die A-Juniorinnen müssen wohl bis zum Saisonende aushelfen. Dennoch wollen wir zwei Punkte holen.“

Männer – Verbandsliga

In der Verbandsliga steht derweil das nächste Derby an – und ein spannendes noch dazu. Der Vierte TSV Deizisau ist am Samstag (20 Uhr) beim Dritten TV Reichenbach zu Gast. „Wir freuen uns darauf. Ich glaube, dass die Deizisauer mit einer gehörigen Portion Frust nach der Derbyniederlage gegen den TSV Denkendorf sowie mit Wiedergutmachungswillen, weil sie das Hinspiel gegen uns verloren haben, bei uns antreten werden. Der Stachel saß da nämlich tief“, sagt Reichenbachs spielender Co-Trainer Daniel Roos und ergänzt: „Wir sind gut drauf und haben die vergangenen fünf Spiele gewonnen, aber gegen die Deizisauer 3:2:1-Abwehr wird es schwierig werden.“

Die Favoritenrolle schiebt Roos daher dem TSV zu. Arne Staiger vom Deizisauer Management sieht das allerdings nicht so: „Der Blick auf die Tabelle zeigt etwas anderes. Einen klaren Favoriten gibt es nicht und wir haben das Hinspiel verloren. Es wird ein spannendes Spiel werden, der Formverlauf spricht aber eher für Reichenbach.“ Vor allem, weil laut Staiger „es keine gute Trainingswoche war und Alexander Seybold, Jaric Baumann sowie Yannik Taxis in Reichenbach fehlen werden“.

Ein laut Keeper Benedikt Schrade „wichtiges Spiel“ steht für seine Denkendorfer zur selben Zeit bei der SG Ober-/Unterhausen an. „Wenn wir gewinnen, haben wir sechs Punkte Vorsprung auf den viertletzten Platz, der eventuell auch ein Abstiegsrang ist, und der Klassenverbleib ist uns sicher. Wir wollen den Schwung aus dem Derbysieg in Deizisau mitnehmen“, betont Schrade. Ebenfalls am Samstag um 20 Uhr spielt das Schlusslicht Team Esslingen zu Hause gegen den VfL Pfullingen II. „Wir wollen so antreten wie in den vergangenen Wochen, denn es ging in die richtige Richtung, und zwei Punkte holen. Aufgeben gilt bei uns nicht, auch wenn wir wissen, dass es für uns wohl nicht mehr reichen wird. Die drei restlichen Heimspiele wollen wir aber bestmöglich gestalten“, sagt Team-Spieler Benedikt Frohna.

Frauen – Verbandsliga

In der Staffel 1 lebt die Hoffnung der Frauen des Dritten SG Hegensberg/Liebersbronn auf Platz zwei weiter – und die ist mehr als berechtigt. Vier Spiele stehen noch aus, derzeit haben die Berghandballerinnen nur einen Pluspunkt weniger und sogar drei Spiele weniger als der Zweite. Zunächst muss die SG Heli jedoch ihr Heimspiel am Samstag (20.15 Uhr) gegen den Neunten Rhein-Neckar Löwen siegreich gestalten.

Die Handballerinnen des TSV Neuhausen stecken derweil in der Staffel 2 auf dem drittletzten Rang mit 7:25 Punkten weiterhin im Abstiegskampf. Die Neuhausenerinnen gastieren am Samstag (18 Uhr) beim Zweiten SG Ober-/Unterhausen, der selbst noch Chancen auf den Titel hat, und haben demnach eine schwierige Aufgabe vor sich.

Männer – Landesliga

Während Spitzenreiter TSV Neuhausen II spielfrei und so mehr Zeit hat, sich auf den Aufstiegskampf-Endspurt einzustellen, ist der Siebte TSV Köngen am Samstag (20 Uhr) beim Dritten HSG Ermstal zu Gast. Für die Köngener geht es in den verbleibenden drei Partien allerdings um nicht mehr allzu viel, da sie ins obere Tabellendrittel nicht mehr klettern, aber auch kaum noch weiter als bis auf Platz neun abrutschen können.

Frauen – Landesliga

Zwei Spiele haben die Handballerinnen des TV Reichenbach in dieser Runde noch vor sich. Nach der Partie am Sonntag (16 Uhr) ist den Reichenbacherinnen mit einem Unentschieden beim Sechsten HSG Böblingen/Sindelfingen II der Meistertitel sowie der Aufstieg in die Verbandsliga nicht mehr zu nehmen. Drei Pluspunkte beträgt derzeit der Vorsprung der TVR-Frauen auf den Zweiten TSV Zizishausen. „Es ist unser erster Matchball, den wir natürlich gerne erfolgreich nutzen wollen. Der eine Punkt soll her, aber unterschätzen werden wir die Gegnerinnen auf keinen Fall. Unser Ziel ist es, aus einer sicheren Abwehr heraus den Erfolg zu holen“, sagt Reichenbachs Coach Frank Rilling, der ebenso wie seine Spielerinnen die starke Saison am liebsten schon am Sonntag krönen möchte.

Männer – Bezirksoberliga

Für die Teams aus der Region, die in der Tabelle beinahe alle dicht beieinander liegen, geht es am Wochenende um wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Die SG Hegensberg/Liebersbronn II (Platz neun) macht den Anfang und trifft am Samstag (15.45 Uhr) zu Hause auf den Zweiten TSV Grabenstetten, ehe eine Viertelstunde später der Vorletzte HSG Ostfildern II beim Achten SG Ober-/Unterhausen II antritt. Um 17 Uhr ist dann der Zehnte TSV Wolfschlugen II beim Fünften TSG Reutlingen gefordert – und am Sonntag (17 Uhr) tritt der Elfte TSV Denkendorf II beim Vierten tus Stuttgart an.

Etwas entspannter kann der Sechste TV Plochingen II sein Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den Spitzenreiter TG Geislingen angehen.

Bezirksliga

Der TSV Deizisau II feierte bereits vor der Osterpause die vorzeitige Meisterschaft. Zurücklehnen wollen sich die Deizisauer laut Coach Steffen Braun dennoch nicht:„Unsere Zielsetzung haben wir bereits übertroffen, dennoch ist es unser Anspruch, die letzten beiden Spiele erfolgreich zu bestreiten. Wir hatten eine gute Trainingswoche, der Fokus und die Intensität sind weiterhin hoch. Wir sind am Samstag um 17.30 Uhr beim SV Vaihingen zu Gast, der uns alles abverlangen wird.“

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