Handball – Vorschau Positive Anspannung im Saisonendspurt

Das Regionalliga-Derby-Hinspiel entschieden die Handballer der HSG zu Hause gegen den TVP mit 34:27 für sich. Foto: Michael Treutner

Während es für viele Handball-Teams nur noch ums Prestige geht, stehen für einige in den verbleibenden Spielen noch wichtige Entscheidungen an.

Reporter: Robin Kern (rob)

Drei Derbys, zwei Entscheidungsspiele und eine letzte Partie um Platz zwei: Für die meisten Handball-Teams aus der Region geht es in den verbleibenden Ligaspielen sportlich zwar kaum noch um etwas anderes als Prestige, dennoch stehen bei einigen noch wichtige Entscheidungen an.

 

Bei den Landesliga-Handballern des Spitzenreiters TSV Neuhausen II soll das erste von zwei Endspielen beim Schlusslicht TSV Weilheim gewonnen werden, um dem Meistertitel einen großen Schritt näherzukommen. Oberligist TSV Wolfschlugen möchte derweil mit einem Sieg im Derby bei der SG Hegensberg/Liebersbronn Rang zwei so gut wie klarmachen. Und in der Regionalliga freuen sich die Zuschauer auf das Duell zwischen dem TV Plochingen und der HSG Ostfildern in der Schafhausäckerhalle.

Männer – 3. Liga

Die Handballer des TSV Neuhausen wollen indes ihren guten Mittelfeldplatz festigen und laut Coach Daniel Brack „die derzeitige gute Phase gerne fortsetzen“. Zwei Siege holten die Maddogs zuletzt, darunter der 37:34-Erfolg beim Zweiten HC Erlangen II. Am Samstag (19.30 Uhr) treffen die Neuhausener (Rang sieben) zu Hause auf den Zehnten TV Bittenfeld II. „Wir haben ein paar krankheitsbedingt angeschlagene Spieler, die hoffentlich rechtzeitig fit werden. Fehlen wird uns definitiv Linus Schmid, der beim TVB Stuttgart im Einsatz ist. Wir hoffen auf die Unterstützung der Fans und versuchen alles, um den Heimsieg einzutüten“, sagte Brack.

Regionalliga

Im Derby zwischen dem Vorletzten TV Plochingen und dem Achten HSG Ostfildern in der Körschtalhalle am Samstag (19.30 Uhr) geht es zwar rein tabellarisch um nichts mehr, beide Teams freuen sich dennoch darauf. „Es wird eine gute Stimmung da sein, und wir wollen den Fans, die uns wirklich die ganze Saison – egal wo, wie und wann – zur Seite standen, etwas zurückgeben und die zwei Punkte holen“, sagte TVP-Co-Trainer Tim Hamann und ergänzte: „Den guten Flow, den wir gerade haben, wollen wir beibehalten. Die Richtung bei uns stimmt.“ HSG-Teammanager Matthias Dunz hofft indes auf eine spannende Partie: „Die Plochinger sind immer für eine Überraschung gut, da müssen wir aufpassen und wollen natürlich den Derbysieg holen.“

Oberliga

Auch in der Oberliga steht ein Derby an – und eines, das für beide Teams wichtig ist. Der Zweite TSV Wolfschlugen ist am Samstag (20 Uhr) beim Achten SG Hegensberg/Liebersbronn zu Gast. Während sich die Berghandballer mit einem Heimsieg den endgültigen Klassenverbleib sichern möchten, wollen die Wolfschlugener Platz zwei verteidigen – und den Blick auf die Aufstiegsspiele richten. „Es ist ein Derby, es ist das letzte Heimspiel der Saison und mit einem Sieg können wir den Klassenverbleib endgültig fix machen. Wir haben angesichts der Ein-Tor-Niederlage im Hinspiel noch eine Rechnung offen – mehr muss man nicht dazu sagen“, betonte Heli-Interimscoach Manuel Späth und fügte hinzu: „Es gibt also viele Gründe, hoch motiviert in diese Partie zu gehen.“

Frauen – Oberliga

Eine schwierige Aufgabe wartet derweil auf die Handballerinnen des TSV Köngen in ihrem letzten Auswärtsspiel beim Tabellenfünften HSG Bargau/Bettringen am Samstag (16 Uhr). „Unsere Personalsituation hat sich nicht verbessert“, sagte Co-Trainer Martin Schorr. Im Gegenteil: Die Köngenerinnen reisen mit nur einer Torhüterin, Elisa Thoma (Sonja Pott fehlt berufsbedingt), und lediglich zwei – bestenfalls drei – Auswechselspielerinnen nach Schwäbisch Gmünd. „Es wird echt schwer werden und wir versuchen, uns bestmöglich zu präsentieren. Dann blicken wir auf das letzte Spiel voraus – da geht es zwar um die goldene Ananas, aber zu Hause wollen wir noch einmal gewinnen“, sagte Schorr.

Männer – Verbandsliga

Den Handballern des Siebten TSV Denkendorf steht laut Keeper Benedikt Schrade „nicht die beliebteste Auswärtsfahrt bevor, da dort ohne Harz gespielt wird“. Genauer gesagt sind die Denkendorfer am Samstag (19 Uhr) beim Neunten TSV Betzingen zu Gast. „Die Abwehr wird das Spiel entscheiden. Unser Plan ist es, im Angriff Chancen aus der Nahwurfzone zu erarbeiten oder über die erste und zweite Welle zu kommen – und uns so gut es eben geht mit den Bedingungen zu arrangieren“, erklärte Schrade und fügte hinzu: „Die Betzinger sind heimstark, daher werden wir sie nicht unterschätzen. Wir können aber ohne Druck aufspielen, der Gegner braucht dagegen noch Punkte im Kampf gegen den Abstieg.“

Eine halbe Stunde später steigt das Derby zwischen dem Schlusslicht Team Esslingen und dem Vierten TSV Deizisau. Für beide Teams geht es dabei tabellarisch um nicht mehr allzu viel. Das Team ist bereits abgestiegen, Deizisau kann nicht mehr in den Aufstiegskampf eingreifen. „Unser letztes Heimspiel und dann noch ein Derby, da wollen wir uns natürlich sauber verabschieden, unseren Fans noch einmal ein schönes Spiel bereiten sowie für die Spieler, die nach der Saison die Mannschaft verlassen werden, einen Sieg holen“, sagte Team-Spieler Benedikt Frohna. „Wir sind noch einmal richtig motiviert und haben nach der knappen 28:29-Hinspielniederlage auch noch etwas gutzumachen. Die Favoritenrolle liegt aber dennoch klar bei den Deizisauern.“

Um 20 Uhr ist dann noch der Fünfte TV Reichenbach beim Achten SG Ober-/Unterhausen zu Gast. „Es wird noch mal eine schwere Aufgabe für uns, denn die SG ist heimstark. Wir wollen aber in der Erfolgsspur bleiben und die Runde positiv beenden“, sagte Reichenbachs spielender Co-Trainer Daniel Roos.

Frauen – Verbandsliga

Den 2. Platz klarmachen wollen indes die Handballerinnen der SG Hegensberg/Liebersbronn in der Staffel 1 durch einen Auswärtserfolg beim Vorletzten HSG Heilbronn. Die Berghandballerinnen würden mit einem Sieg den Vorsprung von drei Pluspunkten auf den Dritten und Verfolger HSG Strohgäu halten – und könnten bereits einen Spieltag vor dem Rundenende den Fokus auf die Aufstiegsspiele in die Oberliga legen.

Für den TSV Neuhausen in der Staffel 2 steht dagegen noch Abstiegskampf pur an. Die Neuhausenerinnen rangieren mit 9:27 Punkten auf dem drittletzten Platz und brauchen noch Punkte, um den Vorletzten HSG Langenau/Elchingen (7:29 Zähler) auf Distanz zu halten. Den Madcats steht mit dem Heimspiel am Samstag (17 Uhr) gegen den Fünften TG Biberach allerdings keine einfache Aufgabe bevor.

Männer – Landesliga

„Endspiel zwei von drei steht vor der Tür. Wir haben unter der Woche gut trainiert und es war eine positive Anspannung zu spüren“, erzählte Trainer Marco Schwab und blickte auf die Partie am Samstag (20 Uhr) seines Spitzenreiters TSV Neuhausen II beim Schlusslicht TSV Weilheim. „Wir haben zuletzt zur alten Stärke zurückgefunden und wollen mit unserem schnellen Spiel sowie über eine gute Abwehr in unser Konterspiel kommen.“ Doch Schwab mahnte zugleich: „Die Weilheimer stehen auf dem letzten Platz und werden mit Sicherheit noch einmal alles reinhauen. Jeder von uns weiß also, um was es geht, denn nur zwei Siege in den verbleibenden Partien zählen, um den Aufstieg realisieren zu können.“

Frauen – Landesliga

Diese Anspannung und den Druck kennen die Frauen des Spitzenreiters TV Reichenbach dagegen nicht mehr, denn sie haben den Meistertitel sowie den Aufstieg bereits unter Dach und Fach gebracht. Die TVR-Handballerinnen freuen sich nun auf das letzte Saisonspiel am Samstag (18 Uhr) beim TSV Weilheim. „Wir haben noch eine Auswärtsfahrt vor uns. Vorrangig geht es darum, dass alle noch einmal Spaß haben und jede noch einmal spielen darf. Dann nehmen wir den Wimpel entgegen und feiern abends noch gemeinsam in einem Club in Kirchheim“, sagte Coach Frank Rilling, der zwar nicht ganz begeistert klang, da mitzumüssen, nach der starken Runde seines Teams dann aber doch gerne mitkommt.

Freude herrscht dagegen bei den Aufsteigerinnen des Siebten HC Wernau, dass sie nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben und so das letzte Saisonspiel gegen den Dritten VfL Pfullingen II entspannt angehen können.

Männer – Bezirksoberliga

Die meisten Entscheidungen für die Handball-Teams der Region sind in der Bezirksoberliga noch offen. Denn im Kampf gegen den Abstieg bleibt es in den verbleibenden zwei Spielen spannend, fünf Mannschaften sind noch involviert. Gute Chancen auf den Klassenverbleib hat der Achte TSV Wolfschlugen II (21:23 Punkte), der am Sonntag (15 Uhr) beim Tabellennachbarn TV Plochingen II (22:22 Zähler) gastiert – und diesen mit einem Erfolg sogar überholen kann. Das Hinspiel gewannen die Wolfschlugener zum Saisonauftakt mit 32:31 durch einen von Marlon Nessner nach Ablauf der Spielzeit verwandelten Siebenmeter.

Eng wird es dagegen für den Vorletzten TSV Denkendorf II (18:26 Punkte), der am Samstag (19.30 Uhr) beim TV Großengstingen zu Gast ist und dringend einen Erfolg braucht. Das gilt auch für den Viertletzten SG Hegensberg/Liebersbronn II (19:25 Zähler), der eine halbe Stunde zuvor bei der TSG Reutlingen gefordert ist. Mit dabei im Kampf um den Abstieg ist auch noch der Drittletzte HSG Ostfildern II – pluspunktgleich mit der SG Heli II –, der am Samstag (18 Uhr) beim TSV Bartenbach II antritt. Nervenkitzel ist bis zum Schluss vorprogrammiert.

Bezirksliga

Noch einmal ran dürfen derweil die Handballer des TSV Deizisau II am Samstag (17 Uhr) bei der TG Nürtingen. Die Deizisauer hatten bereits den Meistertitel und Aufstieg vor zwei Spieltagen in der Tasche. Die Feierlichkeiten sollen aber weitergehen. Eine Stunde später trifft der Vierte HC Wernau auf den TV Neuhausen/Erms III – und das Schlusslicht Team Esslingen II ist um 20 Uhr beim TB Neuffen zu Gast.

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