Handball-Vorschau „Stehen die zwei Punkte, hat sich der Schmerz gelohnt“
Während sich viele Handball-Teams im Tabellen-Mittelfeld befinden, geht es hier und da bereits um Auf- und Abstieg.
Während sich viele Handball-Teams im Tabellen-Mittelfeld befinden, geht es hier und da bereits um Auf- und Abstieg.
In der Handball-Verbandsliga der Männer reicht zum jetzigen Stand der Dinge auch Rang vier, um die Relegation um den Aufstieg spielen zu dürfen. Es bahnt sich also ein Vier- oder sogar Fünfkampf zwischen dem TSV Denkendorf, der SG Ober-/Unterhausen, dem TV Reichenbach, der TG Schömberg und der Spvgg Mössingen um die Plätze drei und vier an. Auch die zweitplatzierte SG Hegensberg/Liebersbronn will nicht mehr an Boden verlieren und sich weiter hinter dem enteilten Spitzenreiter SKV Unterensingen festsetzen. Das Aufstiegsrennen geht also schon jetzt in die entscheidend heiße Phase – nicht nur in der Verbandsliga. Andere Mannschaften wie Oberligist TSV Deizisau oder Verbandsligist Team Esslingen haben mit dem Aufstieg nichts am Hut und müssen stattdessen dringend Punkte sammeln, um in ihrer Liga zu bleiben.
Auch der TSV Heiningen stand in der Tabelle hinter der HSG Ostfildern: „Trotzdem haben wir in der vergangenen Woche ordentlich einen auf den Deckel bekommen“, erzählt Ostfilderns Team-Manager Matthias Dunz. Vor dem Spiel beim TSV Blaustein am Samstag (19 Uhr) ist die jüngste Niederlage für ihn daher eine klare Warnung. „Natürlich stehen die tabellarischen Vorzeichen auf Sieg, aber wenn wir so spielen wie gegen Heiningen, wird es schwer“, sagt Dunz und betont: „Wir brauchen die zwei Punkte und dafür eine andere Leistung.“ Hinter dem Einsatz des erkrankten Keepers Sebastian Arnold steht ein Fragezeichen, ansonsten stehen HSG-Coach Marco Gaßmann alle Spieler zur Verfügung.
Auf den TV Plochingen wartet eine Stunde später in der heimischen Schafhausäckerhalle eine kompliziertere Aufgabe. Der TV Willstätt ist zu Gast, der lediglich einen Punkt hinter dem TVP steht – allerdings auch schon zwei Spiele mehr absolviert hat. In der Hinrunde unterlag Plochingen mit 30:35. Die Plochinger dürsten also nach einer Revanche, allerdings gleicht der TVP momentan einer Wundertüte. Beim VfL Waiblingen siegte das Team um Trainer Michael Stettner etwas überraschend, dafür gab es in der Woche drauf am vergangenen Samstag lediglich ein Remis beim Keller-Team TSG Söflingen.
In der Vorwoche ist der TSV Deizisau durch die Niederlage gegen das Top-Team TV Flein auf den vorletzten Platz abgerutscht. Am Sonntag (17 Uhr) wartet nun die nächste „sehr schwere Aufgabe“, wie Christof Clauß vom Management sagt, auf die Deizisauer, wenn der Zweitplatzierte TSV Schmiden zu Gast ist. „Es war schon ein Rückschlag“, konstatiert Clauß. „Jetzt richten wir den Blick aber wieder nach vorne.“ Durch eine Grippewelle verlief das Training „nicht optimal“, doch Clauß betont: „Jammern bringt nichts.“ Nichtsdestotrotz sind sich alle Beteiligten in Deizisau der angespannten Lage bewusst. „Die Situation erleichtert die Trainersuche natürlich nicht“, sagt Ex-Spieler Dennis Prinz, der sich gemeinsam mit Clauß um einen Nachfolger von Trainer Steffen Rost kümmert. Dieser war für den geschassten Georgios Chatzigietim eingesprungen. Dass die Deizisauer auf den 13 Tabellen-Platz gefallen sind, lag indes auch an der Niederlage des TSV Wolfschlugen gegen das Keller-Team TV Weilstetten. Einen erneuten Ausrutscher will das Team um Trainer Steffen Klett am Samstag (20 Uhr) auf alle Fälle vermeiden. Zumal es für die Wolfschlugener gegen das abgeschlagene Schlusslicht TV Oeffingen geht – eine Pflichtaufgabe.
Eine vermeintlich leichte und eine vermeintlich schwere Aufgabe warten auf die Handballerinnen des TSV Köngen und des TSV Denkendorf. Während die Köngenerinnen am Sonntag (18 Uhr) beim Vorletzten TV Gerhausen gastieren, müssen die Denkendorferinnen 24 Stunden zuvor gegen den SV Salamander Kornwestheim ran – ebenfalls auswärts. Die Köngenerinnen wollen den Kontakt zum Spitzen-Trio halten und haben laut Co-Trainer Martin Schorr „etwas gutzumachen“, nachdem das Hinspiel im Januar unentschieden endete. Die Rollen sind aber klar verteilt, das weiß auch Schorr. „Wenn wir unser Spiel auf die Platte bekommen, bin ich guter Dinge.“ Denkendorf kann derweil mit einem Sieg auf einen Punkt an Kornwestheim rankommen.
Bei Veit Wager, dem Coach der SG Hegensberg/Liebersbronn, ist die Devise klar: „Wir wollen die weiße Heimweste behalten.“ Gegen den TSV Bad Saulgau hat Heli am Samstag (20 Uhr) zudem die Chance, den siebten Sieg in Folge zu holen. Allen Beteiligten ist wohl das spektakuläre Hinspiel in Erinnerung geblieben, als Heli einen Acht-Tore-Rückstand aufholte und sich vor 600 Zuschauern in Bad Saulgau noch einen Punkt erkämpfte. Dementsprechend hitzig dürfte die Atmosphäre gegen den Tabellenachten auch in der Sporthalle an der Römerstraße sein. Krankheits- und berufsbedingt gab es in der Vorbereitung für Wager „erschwerte Vorzeichen“, als Ausrede will er dies jedoch nicht gelten lassen: „Wir müssen uns auf einige wilde Dinge einstellen und werden alles in die Waagschale werfen.“
„Das wird eine Hausnummer“, sagt indes Co-Trainer Daniel Roos vom TV Reichenbach über die Partie am Samstag (20 Uhr) bei der TG Schömberg. „In der Hinrunde haben wir irgendwann den Faden verloren und das Spiel aus der Hand gegeben. Daher ist Wiedergutmachung angesagt“, kündigt Roos an. Gegen die körperlich starken Schömberger, die sich nur zwei Minus-Punkte hinter dem TVR befinden, müssen Roos und Trainer Jochen Masching auf Colin Farrell verzichten, der mit der A-Jugend im Einsatz ist. Masching laboriert an einer Verletzung am Zeh.
Zeitgleich ist der TSV Denkendorf klarer Favorit in der Partie gegen den Tabellen-Vorletzten, aber Co-Trainer Klaus Riehs weiß: „Das wird kein leichtes Spiel.“ Der VfL Pfullingen II hat am vergangenen Donnerstag das wichtige Keller-Duell gegen die HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf verloren und steht enorm unter Druck. „Wir sind auf einen harten Kampf eingestellt“, sagt Riehs, der betont: „Das ist nicht zu unterschätzen.“ Zumal den Denkendorfern beide Riehs-Brüder fehlen, die im Hinspiel gemeinsam für 18 Tore aus dem Rückraum verantwortlich waren. Apropos Rückraum: Die Denkendorfer haben unter der Woche verkündet, dass der großgewachsene Halblinke Niklas Ockers zur kommenden Saison von der zweiten in die erste Männermannschaft aufrücken wird.
Für das Team Esslingen kam der Sieg der HSG Wiwido, dem Gegner am Samstag (20 Uhr) zur Unzeit. Doch die Vorgabe von Spieler Benedikt Frohna ist klar: „Wir wollen Wiwido weiter hinter uns halten.“ Mit acht Toren gewann Esslingen das Hinspiel. „Genauso wollen wir es auch diesmal angehen“, erklärt Frohna, der sich auf ein kampfbetonten Abstiegskracher einstellt. Doch er sagt auch: „Wenn am Ende zwei Punkte stehen, dann hat sich der Schmerz gelohnt.“ Was das Personal im Rückraum anbelangt, sieht es besser aus als in der Vorwoche, in der sich das Team für einen beherzten Auftritt in Reichenbach nicht belohnte.
Zweiter gegen Dritter, das bedeutet Topspiel. Der TV Reichenbach tritt am Samstag (20 Uhr) bei der HSG Winterbach/Weiler an, die mit einem Sieg für Punktegleichheit sorgen könnte. Das Hinspiel gewann der TVR mit einem Tor, auch diesmal stehen alle Anzeichen auf eine enge Partie.
Das wird sicher kein Selbstläufer für den TSV Neuhausen II am Sonntag (17 Uhr) gegen den TSV Weilheim. Neuhausens Coach Marco Schwab freut sich besonders darüber, dass „wir endlich mal wieder ein Heimspiel haben“. Zuletzt war der TSV drei Mal in Folge auswärts gefragt. Schwab erwartet im Tabellen-Fünften einen „starken Gegner“. Aber die Neuhausener sind als Zweiter und Mitanwärter um den Aufstieg dann doch favorisiert. „Wir hoffen auf lautstarke Unterstützung unserer Fans, um dem ersehnten Aufstieg mit einem Sieg einen bedeutenden Schritt näher zu kommen“, sagt Schwab.
Der fünftplatzierte TSV Deizisau II ist am Samstag (20 Uhr) zu Gast beim TSV Grabenstetten II. „Wir fahren zum Schlusslicht und wenn wir das Spiel mit der gleichen Ernsthaftigkeit angehen wie das vergangene Spiel, werden wir als Sieger vom Platz gehen“, sagt Deizisaus Trainer Steffen Braun selbstsicher. Zuletzt gab es für den TSV einen deutlichen 42:20-Sieg gegen das Team Esslingen II. „Wir wollen weiterhin oben dran bleiben und alle restlichen Spiele gewinnen, um das Maximum herauszuholen“, kündigt Braun an. Auf Spitzenreiter SKV Unterensingen II sind es vier Punkte Abstand.