Markus Baur hat noch nicht genau geplant, wie er die am kommenden Dienstag beginnende Handball-WM in Kroatien, Norwegen und Dänemark verfolgen wird. Fest steht: Der Weltmeister von 2007 wird nicht mehr als TV-Experte für das ZDF arbeiten. Der Sender spart eine Spezialisten-Stelle ein.
Ex-Nationalspieler Sven-Sören Christophersen, im Hauptberuf Sportlicher Leiter beim aktuellen Bundesliga-Vierten TSV Hannover-Burgdorf, arbeitet in seinem Nebenjob nun gleich doppelt: Der 39-Jährige analysiert wie bisher die Spiele im Gespräch mit dem neuen Moderator Florian Zschiedrich (für Yorck Polus) und übernimmt zusätzlich Baurs bisherigen Job als Co-Kommentator an der Seite von Martin Schneider (für Christoph Hamm) während den Live-Spielen des deuschen Teams.
Baur trägt die konzeptionelle Änderung mit Fassung, stellt aber auch klar: „Ich habe diese Aufgabe wahnsinnig gerne gemacht, sie bereitete mir viel Spaß.“ Der 53-Jährige war erstmals bei der WM 2009 als Kommentator und Experte für RTL im Einsatz. Ab Herbst 2010 für kurze Zeit beim Sportsender Sport1 und die vergangenen sieben Großturniere war sein Fachwissen beim Zweiten Deutschen Fernsehen gefragt.
ARD mit zwei Experten
Im Gegensatz zum ZDF setzt der zweite öffentlich-rechtliche Sender weiter auf die Handball-Kompetenz von zwei Ex-Nationalspielern. Bei der ARD fungiert Dominik Klein als Experte, Johannes „Jogi“ Bitter kommentiert an der Seite von Florian Naß.
Los geht der WM-Ernst für das deutsche Team am 15. Januar (20.30 Uhr/ARD) im dänischen Herning gegen Polen. Wie Baur die Chancen einschätzt? „Das Team hat die Qualität, um an einem guten Tag jeden zu schlagen und um die Medaillen zu spielen.“ Schließlich hat sich die DHB-Auswahl im vergangenen Jahr in der Weltspitze zurückgemeldet. Baur: „Wir waren bei den letzten beiden großen Turnieren im Finale und im Halbfinale. Deshalb sollte auch diesmal das Ziel Halbfinale sein. Das heißt aber nicht, dass es einfach wird, dies zu bestätigen. Denn ein schlechter Tag im Viertelfinale kann schon das Aus bedeuten.“
Baur selbst wird es aus anderer Perspektive aufmerksam verfolgen. Zeit dazu hat er. Seit seinem Abschied bei Bundesligist Frisch Auf Göppingen am Ende der vergangenen Saison ist er ohne Trainer-Engagement.