Als Ehemann und Zuschauer unterstützt Kornwestheims Rückraumspieler Jan Döll seine Frau Antje bei der Handball-WM und hofft mit ihr auf den Titel.
Die vergangenen Tage hatten es für Jan Döll in sich. Tausende Kilometer hat der Leistungsträger und Allrounder der Lurchis bereits hinter sich gebracht – aus gutem Grund. Seine Ehefrau, Nationalspielerin Antje Döll, kämpft mit der deutschen Mannschaft bei der Heim-Weltmeisterschaft in Deutschland und den Niederlanden um den ganz großen Erfolg. Klar, dass der 31-Jährige so oft wie möglich live dabei sein will. „Das ist einmalig, das muss ich doch machen. Es ist eine Heimweltmeisterschaft“, sagt der Linkshänder des Drittligisten SV Kornwestheim.
Praktisch war da das spielfreie, vergangene Wochenende seines Teams: Döll nutzte es, um selbstverständlich in Dortmund an der Seite seiner Frau mitzufiebern. Am Montagabend stand er dann wieder mit seinem Team in der Sporthalle Ost auf dem Trainingsfeld, bereit für das letzte Hinrundenspiel. Doch schon am Dienstag saß er erneut im Auto gen Dortmund – rechtzeitig, um den Halbfinal-Einzug der deutschen Mannschaft mitzuerleben.
Jan Döll spürt eine große Begeisterung in Deutschland
„Die Stimmung war und ist wirklich großartig“, schwärmt Döll. Er beobachtet mit Freude, wie gut der Handballsport derzeit bei den Fans ankommt. Besonders in Deutschland spüre man eine enorme Begeisterung. „Viele wollen mit dem Team in Kontakt kommen, wollen Autogramme, wollen einfach ganz nah dabei sein.“ In anderen Ländern, wie beispielsweise den Niederlanden, sei das anders, erzählt er: „Wenn die niederländische Nationalmannschaft nicht spielt, dann ist deutlich weniger los.“
Umso mehr hat er die Atmosphäre bei den deutschen Spielen genossen – und so saß Döll auch nach dem Abschlusstraining am Donnerstag wieder im Auto nach Rotterdam. Unterwegs holte er noch seine Eltern ab. Ein Familienausflug zur Weltmeisterschaft – voller Vorfreude. „Das macht einfach auch als Zuschauer wahnsinnig Spaß“, sagt er.
Döll nimmt seine Frau als extrem fokussiert wahr
Ganz so familiär wie es zu Beginn des Turniers ist es inzwischen nicht mehr. „Die Nationalmannschaft hat natürlich ihre Routine. Da ist alles ganz genau getaktet – Auslaufen, Eisbäder, Regeneration“, berichtet Döll. Viel Zeit für Familie bleibt da für Antje Döll nicht. Doch ein paar Minuten finden sich immer. „Für einmal in den Arm nehmen oder einen Knutscher ist immer Zeit“, sagt er.
Für Jan Döll ist diese WM außergewöhnlich. „Dieses Mal ist es etwas ganz Besonderes“, betont Döll. Er selbst sei nicht nervöser als sonst, doch seine Frau – zugleich Kapitänin des DHB-Teams – wirke extrem fokussiert. Und anders als bei früheren Turnieren bleibt er in seiner Rolle ganz bewusst zurückhaltend: „Ich bin wirklich nur Ehemann und Zuschauer.“ Natürlich ist der Rückraumspieler beim Spiel seiner Lurchis am Samstag wieder dabei.
Doch schon einen Tag später zieht es ihn wieder nach Rotterdam – im pinkfarbenen Döll-Trikot. „Ich habe sie gefragt, in was sie mich denn gerne sehen würde. Und das hat bisher Glück gebracht“, erzählt er schmunzelnd. So wird Jan Döll also auch am Sonntag wieder mitfiebern, wenn es nach dem Sieg im Halbfinale gegen Frankreich um den Titel geht. Er wird die Daumen drücken. Die Medaille ist jedenfalls schon sicher.