Handball-WM in Japan DHB-Frauen verpassen Olympische Spiele

Von red/sid 

Die deutschen Handballerinnen haben bei der WM in Japan die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 verspielt. Beim entscheidenden Spiel gegen Schweden verlor das Team von Bundestrainer Henk Groener.

Die deutschen Handballerinnen verloren bei der WM in Japan das entscheidende Spiel gegen Schweden. Foto: dpa/Marco Wolf
Die deutschen Handballerinnen verloren bei der WM in Japan das entscheidende Spiel gegen Schweden. Foto: dpa/Marco Wolf

Kumamoto - Die deutschen Handballerinnen haben die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 verspielt. Die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener verlor bei der WM in Japan das entscheidende Spiel um Platz sieben gegen Schweden nach einer ganz schwachen Leistung mit 24:35 (13:18) und beendete das Turnier durch die dritte Niederlage hintereinander auf Platz acht.

Damit haben die DHB-Frauen keine Chance mehr, das anvisierte Ticket für ein Qualifikationsturnier für Tokio zu lösen. „Das ist eine riesige sportliche Tragödie“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer: „Vor allem für die Mädchen, die wochenlang für das große Ziel Olympia-Qualifikation gearbeitet haben. Für den ganzen Staff, der Tag und Nacht für dieses Projekt gearbeitet hat. Und natürlich für den Deutschen Handballbund, der das große Ziel hatte, mit zwei Mannschaften nach Tokio zu reisen im Jahr 2020. Das ist eine Sache, die uns als Sportart sehr wehtut und den Mädels sehr wehtut. Deswegen bin ich sehr traurig.“ 

Enttäuschung ist groß

„Das ist eine große Enttäuschung. Wir hatten große Hoffnungen auf die Olympischen Spiele, aber wir hatten heute nur Energie für 20 Minuten“, sagte Coach Groener. Kreisläuferin Julia Behnke meinte: „Ich bin fassungslos. Das war ein Auftritt, der absolut unzufriedenstellend und enttäuschend ist.“

Torfrau Dinah Eckerle fand keine Erklärung für den „unterirdischen“ Auftritt der deutschen Mannschaft. „Das ist einfach nur peinlich, sich hier abschießen zu lassen, obwohl es um die Olympischen Spiele geht“, sagte Eckerle: „Ich habe das Gefühl, wir sind über das Feld gelaufen und hatten keinen Plan.“ Sie habe „selten ein schlechteres Spiel gesehen als heute“.

Zwei Tage nach dem geplatzten Halbfinal-Traum gegen Norwegen (29:32) erfüllten sich auch die Hoffnungen auf die erste Olympia-Teilname seit 2008 nicht. Beste deutsche Werferin zum Turnierabschluss gegen Schweden war Alicia Stolle mit sechs Treffern.

„Man kann es kurz fassen: Wir hatten für eine Viertelstunde, 20 Minuten die Energie, um dieses Spiel zu gewinnen. Die war danach weg“, sagte Groener: „Wir haben keine Tore mehr geworfen und waren in der Abwehr nicht mehr aggressiv genug.“

Etliche Fehlwürfe und technische Fehler

Im „Endspiel um Olympia“ präsentierte sich das deutsche Team nach ansprechender Anfangsphase völlig von der Rolle. Etliche Fehlwürfe und technische Fehler reihten sich im Angriff aneinander, und auch hinten fehlte im neunten Turnierspiel in 14 Tagen ganz offensichtlich die Kraft.  

8:4 führten Kapitänin Kim Naidzinavicius und Co. nach 13 Minuten im Park Dome, ehe die Skandinavierinnen binnen sieben Minuten ausglichen (20.) und bis zur Pause auf fünf Treffer davonzogen. Ein deutsches Aufbäumen im zweiten Abschnitt blieb aus. Spätestens beim 16:26 nach einer Dreiviertelstunde war die Partie zugunsten der Schwedinnen, die sich bereits bei der EM 2018 ein Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier gesichert hatten, entschieden.

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