Der Abteilungsleiter Dieter Pfeil hat nach eigener Aussage am Samstagabend eines der besten Saisonspiele der Gastgeber in der Württemberg-Liga gesehen. Der neue Trainer Tobias Unfried bescheinigte den Handballern des SV Fellbach vor den rund 600 Zuschauern in der Zeppelinhalle eine gute Vorstellung und hatte Spaß bei seiner Premiere an der Seitenlinie. Auf der anderen Seite war Benjamin Koch, der Coach des TSV Schmiden, mit der Abwehrleistung seiner Mannschaft unzufrieden, fand deren Auftritt zu brav und war letztlich froh, in Magnus Riegel einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten gehabt zu haben. Klingt zunächst einmal eindeutig, doch hier das Endergebnis: 36:29 für die Gäste aus Schmiden.
Der TSV gewinnt das vierte Spiel nacheinander
Dennoch sind die Aussagen der Beteiligten nachvollziehbar. Die Fellbacher Handballer haben tatsächlich eine ordentliche Leistung geboten. Und der Schmidener Coach durfte wahrlich keine berauschenden Gefühle verspürt haben beim Anblick dieser Begegnung der Stadtnachbarn. Und doch war er am Ende der Glücklichere, weil seine Mannschaft das vierte Spiel nacheinander gewonnen hat und in der Tabelle eher nach oben schielen darf. „Letztlich waren wir individuell besser aufgestellt und hatten uns aus den vergangenen Siegen viel Selbstvertrauen geholt“, sagte Benjamin Koch.
Dieses Selbstvertrauen fehlte dagegen den Handballern des SV Fellbach in den entscheidenden Szenen. Aber woher sollte es auch kommen? Vor diesem Stadtderby hatten sie gerade einmal drei Pünktchen aus 16 Spielen geholt. Da kann auch ein Trainerwechsel keine Wunder bewirken. „Ich habe aber gemerkt, dass ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist, es hat halt einfach nicht gereicht“, sagte Dieter Pfeil.
SVF: die vergangenen 16 Spiele im Hinterkopf
Die Gastgeber um den Spielmacher Joe Traub ließen sich von einem schnellen Rückstand nicht beirren, auch nicht von den frühen Zeitstrafen für Cedric Freudenreich, der in der Folge nicht mehr viel Einsatzzeit bekam. Angeführt von Juri Sawada auf der rechten Außenbahn (sieben Treffer) und vom Rückraumspieler Maximilian Pfeil (sechs Treffer) kämpften sie sich immer wieder zurück, hatten in der 51. Spielminute den Rückstand auf 24:27 verkürzt, woraufhin Benjamin Koch eine Auszeit nahm. Der Tabellenletzte aus Fellbach hätte anschließend gar weiter verkürzen können, aber genau hier lag eben erneut das Problem: „Wir treffen dann die falschen Entscheidungen und haben die vergangenen 16 Spiele noch im Hinterkopf“, sagte Tobias Unfried, vor mehr als 20 Jahren Kapitän des Regionalligisten SV Fellbach.
Unfried hadert mit der Ausbeute vom Siebenmeterstrich
Die Mannschaft des TSV Schmiden ist reifer, spielt konstanter und hat eben auf allen Positionen Akteure, die so eine Begegnung prägen können, wenn einige Mitspieler einmal nicht so gut drauf sind. Am Samstag waren dies Lasse Siebel (sieben Tore), Leonard Gühne und Joey König (jeweils sechs Tore), während zum Beispiel Matthias Fischer dieses Mal nicht wie gewohnt zur Geltung kam. „Ihn haben wir raushalten können, dafür haben sich die Treffer auf die anderen verteilt, weil die Schmidener eben so gut besetzt sind“, sagte Tobias Unfried, der am Samstag vor allem mit der mageren Ausbeute von der Siebenmeter-Linie haderte. Nur ein Treffer bei fünf Versuchen ist eindeutig zu wenig.
Für die Handballer des TSV Schmiden folgt nun ein spielfreies Wochenende. Der Fellbacher Verbund um den neuen Trainer Tobias Unfried wird sich dagegen am Freitag, 20 Uhr, in Leonberg erneut gegen den Abstieg stemmen. SV Fellbach: Siemer, Beck – Sawada (7), Pfeil (6), Schauer (4), Traub (3), Freudenreich (2), Müller (2), Schuhbauer (2), Salathe (2/1), Hahn (1), Brückner, Wente, Zeisler. TSV Schmiden: Riegel (1), Scheiner – Siebel (7), Gühne (6), König (6), Feirabend (5/2), Hellmann (3), Mack (3), Siegmund (2), Fischer (1), Hirning (1), Züfle (1), Bühler, Manuel Koch.