So hatten sich die Württembergliga-Frauen des SV Kornwestheim ihr Saisonfinale bei den SF Schwaikheim nicht vorgestellt. Auch wenn Schwaikheim bereits als Aufsteiger feststeht, hätten die Kornwestheimerinnen am Samstagabend gerne mehr Gegenwehr geboten. Doch die Luft war raus. Die Schützlinge des Interimstrainerduos Cornelia Dorschner und Rafet Oral unterlagen mit 28:35 (13:18). „Es hat nicht sollen sein“, sagte Dorschner nach der Niederlage enttäuscht, zeigte sich mit dem Verlauf der Saison aber zufrieden. „Keiner hätte gedacht, dass wir am Ende so weit nach vorne kommen. Wir haben unser Ziel mehr als erreicht.“
Tatsächlich beschränkte sich das Ziel der Kornwestheimerinnen nach dem Trainerwechsel darauf, aus dem Tabellenkeller rauszukommen und die Liga zu halten. Das hat das Team mit Bravour geschafft. „Die Mädels haben sich bei uns bedankt, dass sie wieder Spaß am Handball gefunden haben“, berichtete Dorschner. Ob es zum Saisonende also Tabellenplatz drei, vier oder fünf wird, ist der Mannschaft egal. Das wird die Sieben sowieso erst in der nächsten Woche wissen. Dann erst werden die direkten Verfolger, die HSG Böblingen/Sindelfingen und der TSV Köngen, ihre Ligaendspiele bestreiten.
Toptorjägerin Bengisu Duman fehlt
Die Kornwestheimerinnen mit einem stark dezimierten Kader auf. Gerade einmal neun Feldspielerinnen, darunter drei Rückraumakteurinnen, hatte das Trainerduo auf der Bank zur Verfügung. Zur fehlenden Toptorjägerin Bengisu Duman hatte Kaya Knoll kurzfristig krankheitsbedingt abgesagt. Sarah Müller spielte zuvor bei den Frauen 2 und war dementsprechend etwas ermüdet. Keine guten Voraussetzungen, um den Aufsteiger zu schlagen.
Von Beginn an waren es die Blauen selbst, die sich das Leben schwer machten. Lediglich Torhüterin Luana Seiler hielt ihr Team überhaupt im Spiel. Mit einigen Paraden in den Anfangsminuten ließ sie die Schwaikheimerinnen nicht sofort davonziehen. Ohne diese Torhüterleistung in der ersten Spielhälfte hätte es für die Kornwestheimerinnen anders ausgesehen. Fehlwürfe des SVK nutzen die Gastgeberinnen eiskalt aus. Mit den schnellen Gegenstößen landeten sie die Tore. Nach zwei vergebenen Siebenmetern gerieten die Gäste zur 10. Spielminute bereits mit 3:5 in Rückstand. Die Mannschaft berief eine Teambesprechung ein. „Wir mussten Ruhe reinbringen und geduldiger die Würfe rausspielen“, erklärte Dorschner.
Das gelang den Kornwestheimerinnen aber zu spät. Zunächst musste das Team noch einen 5:10-Rückstand hinnehmen. Erst zur 24. Minute war Kornwestheim wieder auf zwei Treffer (10:12) dran. Doch der Sieben fiel es sichtlich schwer, den offensiven und schnellen Aktionen des zukünftigen Regionalligisten mitzuhalten. Zur Halbzeitpause stand daher ein 13:18-Rückstand.
In der zweiten Spielhälfte behielten die Gastgeberinnen das hohe Tempospiel bei. Bei den Kornwestheimerinnen lief es nun überhaupt nicht mehr. Die Fehler häuften sich, die Akteurinnen zeigten sich ausgebrannt. Die Lurchis versuchten sich noch im Spiel zu halten, mussten sich letztendlich aber mit der 28:35-Auswärtsniederlage abfinden. „Das war ein wenig zu deutlich. Aber insgesamt sind wir dennoch alle zufrieden, wie gut wir alle die Runde vollends gemeistert haben“, zog Cornelia Dorschner ihr Fazit zum Spiel.
SV Kornwestheim: Seiler, Piampiano – Müller (1), Heibel (2), A. Haug (4), Rück (3), Abdij, Stortz (1), Wittauer (11), N. Haug (6), Braun.