Handball: Yvan Schneider Die Gemeinschaft rückt enger zusammen

Die Turnier-Macher (von links): Stefan Schoch (TV Stetten), Guido Lamm (CVJM Fellbach), Clemens Koch (Initiative Yvan Schneider) und Markus Gräf (TV Stetten). Foto: Eva Herschmann

Kooperationen sollen das Yvan-Schneider-Begegnungsturnier, das am Dreikönigstag von den Landesliga-Handballern des TV Stetten gewonnen wurde, weiterhin am Leben halten.

Die Trommeln der Stettener Fans in der Fellbacher Zeppelinhalle waren nicht zu überhören. Der Anhang aus dem Wengerterort im Remstal hatte Grund zum Feiern. Die Landesliga-Handballer des TV Stetten haben das Yvan-Schneider-Begegnungsturnier gewonnen, das traditionell am Dreikönigstag abwechselnd vom TV Stetten und dem CVJM Fellbach organisiert wird. Platz zwei belegte der SV Fellbach, Dritter der TV Stetten II und auf dem letzten Platz landeten die Gastgeber vom CVJM. Wichtiger als das Ergebnis ist aber die Nachricht, dass das besondere Handballturnier, das seit 2008 ausgetragen wird, fortbesteht.

 

Der „Zementmord“ liegt mehr als 18 Jahre zurück

Yvan Schneider, der beliebte Handballer und Trainer des TV Stetten, der als Jugendlicher beim CVJM Fellbach spielte, wurde am 21. August 2007 auf einer Wiese bei der Villa Rustica in Rommelshausen ermordet. Im Gedenken an den damals 19-Jährigen wird das Turnier ausgetragen. Viele, die jetzt mitspielen, kannten Yvan Schneider nicht persönlich. Das schreckliche Geschehen, das bundesweit als „Zementmord“ Schlagzeilen machte, liegt mehr als 18 Jahre zurück. Doch vergessen ist es nicht. Auch dank des jährlichen Yvan-Schneider-Begegnungsturniers, wie es mittlerweile heißt.

Freunde des Ermordeten sind immer noch dabei

Fabienne und Pierre Schneider, die Eltern von Yvan, die jetzt im Elsass leben, kommen nicht mehr. Doch Raphael Schubert, der mit ihm Handball gespielt hat und zu seinen besten Freunden zählte, versäumt kaum ein Turnier und war auch in Fellbach als Zuschauer dabei. Ebenso Markus Fuchs, der frühere Spartenleiter beim CVJM Fellbach, und Torsten Flügel, der wie Yvan Schneider in beiden Vereinen Handball gespielt hatte und das Turnier als „freiwillige Pflichtveranstaltung“ bezeichnet.

Das Turnier ist für Yvan Schneider und gegen das Vergessen

Trotz der Verbundenheit vieler mit dem Ermordeten stand das Turnier auf der Kippe. „Es war diesmal extrem schwierig, Teams, vor allem aber Helfer zusammenzubekommen. Das freiwillige Engagement wird immer weniger. Auch im Ligabetrieb tun wir uns schwer“, sagt Guido Lamm, der Nachfolger von Fuchs beim CVJM. Es sei von Anfang an nicht leicht gewesen, zu dieser Jahreszeit kurz nach den Feiertagen Handballmannschaften zu motivieren, erklärt Clemens Koch, der die Initiative Yvan Schneider mitgegründet hat und regelmäßig Kontakt mit Familie Schneider hat. Deshalb schicke der TVS immer schon zwei Teams aufs Feld. „Das Turnier ist für Yvan und gegen das Vergessen. Es muss unbedingt bestehen bleiben und mit ihm die Erinnerung an den lebensfrohen und liebenswürdigen Menschen.“

Im nächsten Jahr findet das Turnier beim TV Stetten statt

Die Lösung könne in einer noch engeren Zusammenarbeit der Vereine liegen, glaubt Koch. „Die Stettener Handballer haben ein festes Cateringteam, wenn das mit im Boot ist, fällt viel Organisatorisches weg.“ Die Werte und den Gedanken an Yvan müsse weitergetragen werden, findet auch Markus Gräf, der stellvertretende Handballabteilungsleiter des TVS, bei dem die Nummer 10, die Yvan Schneider trug, bei den Männern nicht mehr vergeben wird. „Im nächsten Jahr wird das Turnier auf alle Fälle bei uns stattfinden“, sagt Stefan Schoch, Stettens Abteilungsleiter. Eine stärkere Zusammenarbeit bei der Ausrichtung des Turniers, bei dem die Ergebnisse stets nur eine Randnotiz sind, helfe, sagt Guido Lamm. „Sportlich streben wir ja auch Kooperationen mit dem TV Stetten und dem SV Fellbach an.“

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