Handelsverbände warnen Neue Kreditkarten-Richtlinie beim Online-Kauf überfordert Kunden

Von Daniel Gräfe 

Wer online einkauft, könnte leer ausgehen, wenn er künftig nicht die neuen Richtlinien für die Bezahlung mit der Kreditkarte beachtet. Auch die Südwest-Händler befürchten deshalb Umsatzverluste.

Wer online mit der Kreditkarte bezahlen möchte, muss künftig mehr Sicherheitsaspekte beachten. Foto: stock.adobe.com
Wer online mit der Kreditkarte bezahlen möchte, muss künftig mehr Sicherheitsaspekte beachten. Foto: stock.adobe.com

Stuttgart - Der Aufwand durch neue EU-Regeln für Online-Einkäufe mit der Kreditkarte ist offenbar vielen Verbrauchern und Händlern zu groß und bringt sie teils an ihre Grenzen. Das bekräftigen Handelsverbände unserer Zeitung. „Viele Händler im Südwesten gehen davon aus, dass mit der komplexeren Zahlungsweise die Zahlungsabbrüche im Online-Handel zunehmen werden“, sagt Sabine Hagmann vom Handelsverband Baden-Württemberg. „Dann wären natürlich Umsatzeinbußen die Folge. Das Hauptproblem bleibt die unzureichende Aufklärung und Information der Konsumenten.“ Eine Mehrzahl der Händler erwartet deshalb laut einer EHI-Studie einen höheren Aufwand für den Kundenservice. 80 Prozent von ihnen befürchten mehr Kaufabbrüche, weil die Bezahlung komplexer werde. Ebenso viele fühlen sich selbst über die neue Richtlinie unzureichend informiert oder beschäftigen sich erst seit kurzem mit dem Thema.

Genügten bei der Kreditkarten-Zahlung bisher Nummer, Verfallsdatum und Prüfziffer als Eingabe, müssen die Kunden künftig einen zusätzlichen Nachweis liefern, dass sie die Karteninhaber sind. Dieser muss aus dem Bereich Wissen, Besitz oder Biometrie stammen – also zum Beispiel Pin-Nummer, Smartphone oder Fingerabdruck.

Die Finanzaufsicht hat bereits reagiert

Aufgrund der massiven Bedenken und Probleme hat die Finanzaufsicht Bafin am Mittwoch die Frist über den den Stichtag 14. September hinaus auf unbestimmte Zeit verlängert. Man wolle damit unter anderem „Störungen bei Internetzahlungen verhindern, heißt es.

Der Handelsverband Deutschland und der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEHV) befürchten, dass die neue Richtlinie vor allem kleine und mittlere Händler benachteiligen wird. „Diesen zeitlichen und finanziellen Aufwand können kleine und mittlere Händler so nicht stemmen“, heißt es beim BEHV.