Handgranate im Neckar geangelt Metallfischer reagieren professionell auf ihren Fund

Die Wasserschutzpolizei sperrte den Neckar  kurzzeitig. Foto: SDMG//Pusch 5 Bilder
Die Wasserschutzpolizei sperrte den Neckar kurzzeitig. Foto: SDMG//Pusch

Metallangler hatten am Samstag am Neckar in Stuttgart eine Handgranate an der Angel. Eine Premiere für die Fischer, wie sie berichten.

Lokales: Mathias Bury (ury)
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Stuttgart - Schrauben, Nägel und vor allem Kronkorken ziehen Metallfischer regelmäßig aus Bächen und Flüssen der Region. Und beim Einsatz einer vierzehnköpfigen Gruppe am Samstag am Neckar in Bad Cannstatt hingen auch ein Einkaufswagen, mehrere Fahrräder und sogar ein Zigarettenautomat am Seil mit dem starken Neodyn-Magneten, erzählt Markus Kronenwett. Doch der ungewöhnlichste „Fisch“, der schließlich am Haken der sogenannten Magnetangler baumelte, war eine Handgranate. Da musste dann auch die Polizei ausrücken.

Nach Angaben des Stuttgarter Polizeipräsidiums zog einer der Magnetfischer gegen 15.20 Uhr das vergleichsweise leichte, aber üblicherweise eben mit einer Sprengladung versehene Metallteil im Bereich der Neckartalstraße aus dem Fluss. Die Gruppe rief umgehend die Polizei, die anrückte und den Schiffsverkehr sowie die Straße in diesem Bereich kurzzeitig sperrte. Und die Beamten holten Verstärkung in Form eines Entschärfers vom Landeskriminalamt. Der Experte nahm die Handgranate an sich und beseitigte das Objekt, so dass der Einsatz nach kurzer Zeit erfolgreich beendet werden konnte.

Metallfischer reagieren professionell

Die Metallangler selbst gingen professionell mit dem Fund um. „Wir informieren uns ja, was uns so alles erwartet, und wissen, dass auch mal so was an der Angel sein kann“, sagt Markus Kronenwett. Eine Premiere war es aber doch für die Gruppe. „Eine Handgranate hatten wir noch nie“, erklärt der 37-Jährige. Schon die Magnetangler selbst sperrten den Bereich für Passanten sofort nach dem Fund ab.

Vor etwa drei Monaten hatten er und ein Kollege mit dem Metallfischen begonnen, weil sie mit ihren Kindern eine Beschäftigung in der Coronapandemie suchten. Das Interesse an der ungewöhnlichen Freizeitaktivität, die das Duo über die sozialen Netzwerke bekannt gemacht hat, war groß. Inzwischen gehören der Gruppe schon 28 Personen an.




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