Handwerker aus Filderstadt Oberfeldwebel verbaut nun Wallboxen

Immer mehr Besitzer von E-Autos nutzen eine Wallbox in der heimischen Garage oder in Tiefgaragen. Foto: imago images/Martin Bäuml Fotodesign
Immer mehr Besitzer von E-Autos nutzen eine Wallbox in der heimischen Garage oder in Tiefgaragen. Foto: imago images/Martin Bäuml Fotodesign

Der Betrieb von Andreas Etterer aus Bernhausen steht für ein neues Handwerkerbild. Der gelernte Elektroinstallateur setzt nach acht Jahren beim Militär auf E-Mobilität und soziale Medien.

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Filderstadt - Elektroautos sind zwar noch vergleichsweise rar, werden aber immer beliebter. Laut ADAC wurden im vorigen September bundesweit zum ersten Mal mehr Autos mit Elektroantrieb zugelassen (17,1 Prozent) als mit Dieselmotor (15,9 Prozent). Einer, der von diesem Trend profitiert, ist Andreas Etterer. Der Filderstädter machte sich vorigen Sommer – mitten in der Coronakrise – selbstständig.

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Als Oberfeldwebel quittierte er nach acht Jahren den Dienst, suchte sich eine neue Aufgabe – und fand sie in der E-Mobilität. Von den steigenden Zahlen verspricht sich der 35-jährige staatlich geprüfte Elektronik-Techniker viel. Als Einzelfirma gestartet, beschäftigt Etterer binnen eines Jahres heute zwölf Mitarbeiter. Die Handwerker montieren in Tiefgaragen Wallboxen, das sind Auflade-Stationen für E-Autos.

Wöchentlich in zwei bis drei Tiefgaragen

„Das Geschäft läuft sehr gut“, berichtet Etterer. Aktuell montiert seine Firma wöchentlich in zwei bis drei Tiefgaragen Stromspender für die darüber wohnenden Eigentümer oder deren Mieter. 15 bis 200 Stellplätze sind die Größenordnung, die der Handwerksbetrieb mit Anschlüssen versorgt. „Nachdem wir für die erste Hausverwaltung gearbeitet hatten, kamen die Anfragen von alleine“, sagt der Chef. Zunächst waren er und seine Elektriker vor allem in Filderstadt und Umgebung in den Garagen zugange. Doch seit ein paar Monaten montieren sie auch jenseits der Kreis- und sogar der Landesgrenze Wallboxen.

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„Ich möchte bis Jahresende 16 Mitarbeiter beschäftigen und in ganz Süddeutschland aktiv sein“, sagt Etterer selbstbewusst. Der ehemalige Zeitsoldat investierte insgesamt mehr als eine Viertelmillion Euro in seinen Betrieb. Zu 100 000 Euro Eigenkapital gesellen sich 160 000 Euro Landesförderung.

Corona hat die Pläne zunächst durchkreuzt

Etterer will aber noch mehr, wie er sagt. Die Wallboxen seien nur der Anfang. Denn eigentlich wollte er Chef seiner eigenen Digitalisierungsberatung werden. Doch wegen Corona wurde daraus nichts. „Als ich im März 2020, nach einem Jahr des nebenberuflichen Aufbaus, in Vollzeit durchstarten wollte, kam der erste Lockdown“, berichtet Etterer. „Corona hinderte mich, meine Kunden zu besuchen, die fast alle in der Schweiz sitzen.“ Daher die Idee, wieder ins Handwerk einzusteigen. Sein Wissen aus der Digitalberatung allerdings bringe er auch hier ein. Etterer suchte und fand mit einer bayerischen Agentur einen Partner, der sein Geschäft in den sozialen Medien vorantreibt.

Ein neuer Zukunftsmarkt?

Das erste Projekt heißt: Fachkräfte finden. Via Facebook- und Instagram-Posts präsentiert sich der junge Betrieb im Internet. Die Agentur SocialMe liefert den passenden Auftritt, Foto- und Videoproduktionen inklusive. Als nächstes soll ein Onlineshop folgen. Via Internet sollen dann Wohnungseigentümer ihre Stromtankstelle bestellen können. Außerdem sollen dort eine E-Book-Serie und virtuelle Seminare, sogenannte Webinare, für Hausverwaltungen zu finden sein. Hier liefert der Techniker Tipps und Wissen rund um das Konstrukt aus Infrastruktur für den Strom und die Ladestationen. Ersteres bestellt und bezahlt die jeweilige Hausverwaltung. Die Wallbox am Stellplatz wiederum ist Sache jedes Wohnungseigentümers. Sind die Premium-Elektriker erst mal im Geschäft, sollen Kunden weitere Produkte kaufen. Eine stromproduzierende Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach gehört genauso dazu wie die Infrastruktur für Smart Home. Also die elektronische Voraussetzung dafür, dass Waschmaschinen, Kühlschränke, Jalousien und Alexa miteinander kommunizieren können. Auch hier wittert Etterer einen Zukunftsmarkt.




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